Wissenschaftler und Künstler diskutieren aktuelle Veränderungen der politischen und ökonomischen Kultur

Sabine Maria Schmidt, Kuratorin der Ausstellung „Communitas“ im Museum Folkwang
© KWI
Auf zwei Tagungen hat das KWI seine Kooperationen mit künstlerischen Initiativen fortgesetzt und zugleich einen Beitrag zu aktuellen Streitfragen geleistet. „Communitas“, gemeinsam mit dem Museum Folkwang und Sabine Maria Schmidt, griff die titelgebende Ausstellung des holländischen Installationskünstlers Aernout Mik auf. Renommierte Sozialforscher und –forscherinnen verbanden diese künstlerische Intervention mit der kulturwissenschaftlichen Analyse von Victor Turner bis Jean-Luc Nancy, um Struktur und Stellenwert von sozialen Gemeinschaften im 21. Jahrhundert auszuloten, darunter in den sozialen Medien. Unter den Stichworten „Commune“ und „Communismus“ wurden auch aktuelle politische Gemeinschaften und Bewegungen behandelt. Mit der Tagung „Changing Money“ in Kooperation mit Sibylle Peters (Hamburg) sowie Künstlern und Forscherinnen des Forschungstheaters (FUNDUS THEATER Hamburg) und der geheimagentur (derzeit am Theater Oberhausen) wurden Alternativwährungen anhand aktueller Projekte wie der Hamburger Kinderbank, der Banco Palmas in Brasilien und der Schwarzbank betrachtet, die am Theater Oberhausen im Frühjahr 2012 ihre Türen öffnen wird. David Boyle (UK) hielt die Keynote Speech. Beide Tagungen analysierten wichtige Veränderungen der politischen und ökonomischen Kultur, die Projekte am KWI in Zukunft genauer untersuchen werden.
Kristof Hoppen, 01.02.12
 

Der Literarische Salon mit Antje Rávic Strubel

Claus Leggewie im Gespräch mit Antje Rávic Strubel
© Stiftung Mercator / Foto: Uta Wagner
"Ich hatte das Schreiben an 'Sturz der Tage in die Nacht' genau so begonnen, wie die Reise für Erik, den Protagonisten, durch Schweden begonnen hatte: Ohne ein konkretes Ziel. Lediglich die Figuren habe ich in mir gehört, gesehen" erzählt die Autorin Antje Rávic Strubel über ihren letzten Roman. Antje Strubel, deren Zweitname Rávic ein künstlerischer Beiname ist, lebt und arbeitet als Schriftstellerin in Potsdam. Nach dem Abitur machte sie in Berlin eine Ausbildung zur Buchhändlerin, bevor sie an der Universität Potsdam und der New York University Literaturwissenschaften, Amerikanistik und Psychologie studierte und 2001 ihr Studium abschloß. New York wurde dann auch zum Schauplatz ihres ersten Romans "Offene Blende". Die vielfach ausgezeichnete Literaturpreis- und Stipendiatsträgerin war am 25. Januar zu Gast im Literarischen Salon in Essen, einer Initiative des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI), unterstützt von der Stiftung Mercator und dem Schauspiel Essen.
Kristof Hoppen, 27.01.12