KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Abschluss des Projekts Demoenergie

Graphic Recording zur Abschlusskonferenz des Projekts
© Graphic Facilitation: Sabine Soeder
Das Kulturwissenschaftliche Institut in Essen (KWI) und das Institute for Advanced Sustainability Studies in Potsdam (IASS) erforschen im Rahmen ihres Verbundprojektes Demoenergie – Die Transformation des Energiesystems als Treiber demokratischer Innovationen, wie BürgerInnen an der Gestaltung der Energiewende beteiligt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert das Projekt. Auf der Abschlusskonferenz am 15. und 16. Februar am IASS in Potsdam, stellten die WissenschaftlerInnen ihre Ergebnisse und zentralen Thesen vor. Als wichtig erachten sie
  • einen paradigmatischen Wechsel von der format- zur prozessorientierten Perspektive auf Bürgerbeteiligung,
  • eine kritische Auseinandersetzung mit Bürgerbeteiligung als Umsetzungshilfe für Infrastrukturprojekte und den Folgen einer ausschließlichen Akzeptanzorientierung sowie
  • die Beachtung eines an den Fall angepassten Beteiligungsdesigns und eines iterativen Gestaltungsansatzes, um die Fragilität von Beteiligungsprozessen handhaben zu können.
Die Diskussion mit VertreterInnen von Landesministerien und Genehmigungsbehörden, von Unternehmen wie TenneT TSO und aus der Zivilgesellschaft, mit Prozessgestaltern und Moderatoren sowie WissenschaftlerInnen diverser Disziplinen baute auf den vorgestellten Erkenntnissen und Thesen auf. Diese Thesen können im Thesenpapier nachgelesen werden. Dabei wurde u.a. die Rolle von Unternehmen und Behörden als Träger und Organisatoren von Beteiligungsverfahren kritisch reflektiert, das Spannungsverhältnis zwischen Planung und Flexibilität bei der Durchführung sowie die Entwicklung einer Beteiligungskultur, die Bürgerbeteiligung nicht „allein“ als ad-hoc Maßnahme zur Akzeptanzgenerierung, sondern vielmehr als Modus der gemeinsamen Planung und Gestaltung der Energiewende versteht. Neben den Lehren aus Demoenergie ging es auch um Zukunftsperspektiven: Was kann sich zukünftig ändern und welchen Fragen müssen wir nachgehen? Einerseits betrifft dies konkrete nächste Schritte wie die Einrichtung einer „Finanzierungs-Stiftung“ und von öffentlichen Stellen, die für Beteiligungsprozesse verantwortlich sind. Genannt wird auch eine stärkere Kooperation der Behörden mit Unternehmen als Vorhabenträger von Infrastrukturprojekten. Mit Blick auf die Entwicklung einer Beteiligungskultur stellt sich andererseits die Frage, in welchem Maße wir die Arbeitsteilung in Verwaltungen beibehalten wollen, wie sie gegenwärtig praktiziert wird.
Einen ausführlichen Überblick über den Diskussionsverlauf an beiden Konferenztagen illustriert eine grafische Dokumentation, die hier eingesehen werden kann. Weitere Ergebnisse sind auf den Projektwebseiten zugänglich: Energiebeteiligt.de und Demonenergie.de. __Den Abschlussbericht zum Projekt finden Sie hier.__
Miriam Wienhold, 14. Nov 2017 15:01