Neuerscheinung: Kirchengemeinden im Diffusionsprozess erneuerbarer Energien - Schlüssel zu neuen Milieus?

© Thomas Quartier
© Thomas Quartier
In der Forschung zur Diffusion von Nachhaltigkeitsinnovationen blieb bisher offen, wie sich diese aus der Nische heraus auch in konservativen und traditionellen Milieus verbreiten können. Denn im Allgemeinen wird diesen Milieus, die sich in Deutschland zum größten Teil aus Mitgliedern der katholischen und evangelischen Kirche konstituieren, wenig Offenheit oder gar Skepsis gegenüber Innovationen nachgesagt. Können Kirchengemeinden hier vielleicht die Verbreitung solcher Innovationen in diesen Milieus beeinflussen? Dieser Frage gingen Mitarberiterinnen und Mitarbeiter des früheren KWI-Projektes „Scenarios of Perception and Adaptation” (SPREAD) nach, indem sie nach der Rolle von lokalen Kirchengemeinden im Etablierungs- und Diffusionsprozess von klimaschonenden Innovationen fragten.
In der quantitativen Analyse zeichnet sich ab, dass Kirchen die ‚Tür‘ zwischen innovationsoffenen post-materiellen und innovations-skeptischen, konservativen Milieus öffnen können. Die qualitative Studie – realisiert durch das Projektmodul am KWI – konnte aufgrund von Fallstudien verschiedene Rollen der Ortskirchen identifizieren: sie agieren als aktive „Brückenbauer“ innerhalb der lokalen Gemeinschaft, als Meinungsführer sowie in Anknüpfung an theologische Argumente als „Bewahrer der Schöpfung“. Die Ergebnisse wurden nun in der aktuellen Ausgabe der transdiziplinären Fachzeitschrift GAiA peer-reviewed veröffentlicht. Der Artikel „Kirchengemeinden im Diffusionsprozess erneuerbarer Energien - Schlüssel zu neuen Milieus?“ ist frei abrufbar.
Verena Schreiber, 30.10.14
 

CineScience: Krieg und Film: Ich lach‘ mich tot – Komödie und Krieg

v.l.n.r. Sophia Schönborn, Heinz-B. Heller, Tara Windsor
© KWI, Foto: Armin Flender
Filmkomödien werfen einen besonderen Blick auf die Wirklichkeit in Kriegszeiten: Schon in der Stummfilmzeit wird das Phänomen Krieg dabei der Lächerlichkeit preisgegeben. Der Medienwissenschaftler Heinz-B. Heller (Universität Marburg) stellte im Filmstudio Glückauf in vier Filmzitaten die Möglichkeiten und Grenzen der Komödie heraus, sich in diesem Genre mit Krieg zu beschäftigen und diskutierte darüber mit Sophia Schönborn (KWI), Tara Windsor (KWI) und dem Publikum. Während Charlie Chaplins Stummfilm „Gewehr über“ (1918) noch die Möglichkeit des Einzelnen zeigt, durch Subversion die Kriegsmaschine zu untergraben, verschiebt sich bei „Die Marx Brothers im Krieg“ (1933) die Perspektive hin zur ersten anarchischen Vergesellschaftung dieser Subversion im Krieg. In Stanley Kubricks Kalter-Kriegs-Groteske „Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben“ (1964) wird hingegen deutlich, dass Krieg als vermeintlich geordnete Konfliktaustragung durch technische und menschliche Schwächen ad absurdum geführt wird und dadurch Freund-Feind-Linien verschwimmen. „Three Kings“ (1999) schließlich persifliert die Konsumhaltung von Soldaten, die erst nach dem Ende des Zweiten Golfkrieges zum Einsatz kommen, und zeigt den Krieg als System der Selbstbedienung, in dem Kriegsparteien kaum mehr zu unterscheiden sind.
Die letzte Veranstaltung der Reihe „Krieg und Film“ am 11. November widmet sich dem Thema „Bilder prägen – die Konstruktion des Kriegs in Film und Foto“. CineScience wird vom Verein zur Förderung des Kulturwissenschaftlichen Instituts gefördert, Kooperationspartner ist in diesem Jahr das Museum Folkwang und der Kunstring Folkwang.
Verena Schreiber, 27.10.14
 
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