KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

DAV Pressepreis für Claus Leggewie


Preisverleihung Pressepreis DAV 2017: Dr. Reinhard Müller (FAZ), Dr. Horst Meier (freier Autor und zugleich Preisträger mit Prof. Claus Leggewie), Andreas Baum (freier Journalist), Felix Busse (Vorsitzender des Pressepreisausschusses) (v.l.)
© DAV, Foto: Andreas Burkhardt, Berlin
Medien haben eine wichtige Aufgabe: Sie machen auf Missstände aufmerksam, sie schaffen Anregungen und üben Kritik, sie verarbeiten, visualisieren und machen Informationen zugänglich. Der Deutsche Anwaltsverein (DAV) betont außerdem, dass sie "unser Rechtssystem weiten Kreisen der Bevölkerung" nahe bringen und verständlich machen sowie die "Akzeptanz des Rechts in der Bevölkerung" fördern. Um diese Bedeutung zu unterstreichen vergibt der DAV alle zwei Jahre in drei Kategorien den Pressepreis. 2017 werden Beiträge mit dem Thema "Freiheit für unser Leben und unser Zusammenleben" ausgezeichnet. In der Kategorie "Hörfunk" wurde Claus Leggewie zusammen mit Horst Meier geehrt. Erhalten haben sie ihren Preis für den im Deutschlandfunk (11. und 18. September) gesendeten Essay "Über die Parteienfreiheit - Das Verbotsverfahren gegen die NPD". Der Essay thematisiert den Verbotsantrag des Bundesrates, der im Frühjahr 2016 beim Bundesverfassungsgericht eingereicht wurde. Er erklärt sehr nachvollziehbar, was sich die Mütter und Väter des Grundgesetzes ursprünglich bei der Möglichkeit eines Parteiverbotes gedacht haben. Dazu der DAV: "Der Beitrag ist eine Mischung aus anspruchsvoller verfassungsrechtlicher und verfassungspolitischer Analyse und lebendiger Gerichtsreportage. Durch die bildreiche Darstellung der Äußerlichkeiten und einfühlsamer Beschreibung der handelnden Personen lassen die Autoren den Zuhörer an der dreitägigen Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht nahezu teilhaben."

Den ersten Teil des Essays finden Sie weiterhin online beim Deutschlandfunk.

Den ersten und zweiten Teil können Sie online in der Audiothek von Horst Meier finden.

Eine Liste aller bisherigen Preisträger finden Sie hier.
Dennis Arnold, 24.05.17
 

Abschlusskonferenz Projekt „Mentalitäten und Verhaltensmuster im Kontext der Energiewende in NRW“


Die Wunschwende, wie BürgerInnen sie sich für 2030 vorstellen, entstanden im Rahmen des Projekts
© Projekt Virtuelles Institut, Zeichnung Ina Lohner
Die Energiewende war nach der Fukushima-Katastrophe politischer und auch gesellschaftlicher Konsens. Doch seit einigen Jahren ist das politische Großprojekt zum Gegenstand hochkontroverser gesellschaftlicher Debatten geworden. Dies gilt auch für NRW, eine der industriestärksten Regionen Europas, in der sich die Interessenlagen und individuellen Einstellungen in Bezug auf die Energiewende regional divers und sozial wie ökonomisch hochkomplex gestalten. Zudem gibt es selbst bei Befürwortern der Energiewende häufig eine Lücke zwischen Wissen und Handeln, bei der trotz besseren Wissens im Alltag häufig unökologisch und ressourcenintensiv entschieden und gehandelt wird.
Dieser Problemkomplex bildete die Ausgangslage für das Projekt „Mentalitäten und Verhaltensmuster im Kontext der Energiewende in NRW“, in dessen Rahmen in den letzten zwei Jahren sozial- und kulturwissenschaftliche sowie psychologische Aspekte der Energiewende auf Ebene der Individuen und Haushalte untersucht wurden. Die Abschlusskonferenz am 10. Mai 2017 gab nun Gelegenheit, die Ergebnisse des Projekts Revue passieren zu lassen und mit Interessierten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung zu diskutieren. Eingeladen hatte der Projektkoordinator, das Forschungszentrum Jülich. Die im Rahmen des sogenannten Virtuellen Instituts (VI) „Transformation – Energiewende NRW“ am Projekt beteiligten Institutionen, Forschungszentrum Jülich, Hochschule Bochum, KWI, RWTH Aachen und Wuppertal Institut, stellten hier die Erkenntnisse ihrer Teilprojekte zur Diskussion. Neben einer Basiserhebung, die auch milieu- und regionalspezifische Unterschiede dazu in den Blick nahm, wie die nordrhein-westfälische Bevölkerung über die Energiewende denkt und sich im Alltag verhält, befassten sich andere Teilprojekte mit Reboundeffekten, lokalen Wahrnehmungsunterschieden bei unterschiedlichen Akteursgruppen, Diffusionsprozessen im Bereich Heizung sowie mit der partizipativen Entwicklung einer „Wunschwende“ für das Jahr 2030 unter Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern.
Eine Paneldiskussion gab Gelegenheit zum intensiven Austausch zwischen den Partnerinstitutionen sowie mit dem interessierten Publikum. Das Projekt wurde vom Landesministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung gefördert. Die Ergebnisse werden innerhalb des nächsten Jahres im Rahmen eines Sammelbands veröffentlicht.
Dennis Arnold, 22.05.17
 
ALLE ARTIKEL >>