KWI - Kulturwissenschaftliches Institut Essen

„Stadtgezwitscher“ bei den Klimawochen Ruhr 2016

Björn Ahaus beim Stadtgezwitscher in der VHS Essen
© KWI, Foto: Patrick Linnebach
Im Rahmen der Klimawochen Ruhr (#KWR2016) der KlimaWerkStadt Essen und des Regionalverbands Ruhr (RVR) ging es beim „Stadtgezwitscher“ vergangene Woche vor allem um Initiativen für den Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI), das im Rahmen der Klima-Initiative Essen beteiligt ist, gab Akteuren, die sich für Klimaschutz und sozial-ökologisches Wirtschaften engagieren, die Chance, sich und ihre Projekte vorzustellen. Gemeinsam mit dem Projekt WissenSchaffenWandeln der Initiative für Nachhaltigkeit e.V. und der Volkshochschule Essen, wurden spannende Kurzvorträge von Essener Nachhaltigkeitsinitiativen präsentiert.
20 Power-Point-Folien á 20 Sekunden, das war die einfache Vorgabe, die die ReferentInnen dazu brachte in kurzweiligen Vorträgen die Zuhörer von ihren Ideen und Projekten zu überzeugen. Dagmar Wolsing von der Stadt Essen stellte zunächst das Konzept und Angebot der von ihr geleiteten Essener Klimaagentur vor. Transition Town – Essen im Wandel präsentierte sein Stadtteilnetzwerk und das Freie Essener Lastenrad (ELA). Auch das Fahrradnetzwerk VeloCityRuhr machte auf sich und seine Projekte aufmerksam. Der Lindenhof Gelsenkirchen sprach über seinen Ansatz solidarischer Landwirtschaft und die Bonnekamp-Stiftung über das Uni-Garten-Projekt mit Studierenden der Uni-Duisburg-Essen. Auch das mitveranstaltende Projekt WissenSchaffenWandeln informierte über sein Blogprojekt und Ideen zu einer sozial-ökologischen Wirtschaftsförderung sowie zur Grünen Hauptstadt Europas 2017. Weitere Teilnehmer waren Greenpeace und Fossil Free, die ihre Divestment-Kampagne in NRW vorstellten. Die Initiative Essen packt an, die sich 2014 nach dem schweren Pfingststurm ELA gegründet hatte, berichtete über eigens entwickelte Konzepte des Bevölkerungsschutzes. Außerdem präsentierten sich Green Apes, die Nachhaltigkeits-Social-Media-Plattform, sowie die Essener Food Coop mit ihrem Ansatz einer Lebensmittel-Einkaufsgenossenschaft.
Die Kurz-Präsentationen können in Kürze hier abgerufen werden.
Im Anschluss der Vorträge kam es im Rahmen eines World Cafés zu einem regen Austausch der Aktiven und Teilnehmer. Neue Mitwirkende wurden gewonnen, Projekte geplant und eifrig genetzwerkt.
Das KWI erforscht im Rahmen des BMBF-Projektes „Klima-Initiative Essen –Handeln in einer neuen Klimakultur“ Engagement und Beteiligung für den kommunalen Klimaschutz.
Kathrin Ferkau, 27.04.16
 

Menschen und Tiere – KWI-Working Paper IV

KWI Working Paper N° 2/2016
© KWI, Jaeger
In der Reihe KWI-Working Paper des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) ist jetzt ein Beitrag von Friedrich Jaeger zum Thema "Menschen und Tiere – ein Forschungsbericht" erschienen. Er widmet sich neueren Tendenzen der kulturwissenschaftlichen Forschung, die sich in Form der Human-Animal-Studies bzw. der Animate History als einer Geschichte des Lebendigen dem Wandel von Mensch-Tier-Beziehungen in Geschichte und Gegenwart widmen. Das steigende Interesse, das diesem Thema derzeit zukommt, lässt sich nur unter Berücksichtigung aktueller Prozesse in Gesellschaft und Politik erklären. Aus ihnen resultieren neue kulturelle Orientierungsbedürfnisse, die gegenwärtig an die Kulturwissenschaften adressiert werden. Zahlreiche öffentliche Auseinandersetzungen und Konflikte weisen darauf hin, dass die Mensch-Tier-Verhältnisse unserer Gegenwart als zunehmend problematisch wahrgenommen werden und daher neu organisiert und legitimiert werden müssen. Davon zeugen nicht allein der Kampf um Tierschutz und Tierrechte, die wachsende Kritik an Tierversuchen und industrieller Massentierhaltung sowie der Protest gegen einen durch die Zerstörung natürlicher Umwelten ausgelösten Verlust an Biodiversität, sondern auch die Trends zu veganen Lebensstilen und zum Fleischverzicht. Das real existierende Mensch-Tier-Verhältnis ist zum Skandal geworden und die Kontroversen um unsere Praktiken der Tiernutzung verweisen auf einen breiten gesellschaftlichen Erfahrungs- und Verhaltenswandel. Daraus wachsen den Kulturwissenschaften neue Forschungsthemen zu, die im Rahmen des Beitrags dargelegt werden.
Miriam Wienhold, 26.04.16
 
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