KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Praxis Europa: Gemeinsam für ein demokratisches und zukunftsfähiges Europa


Claus Leggewie, Felix Koch, Mischa Gabowitsch und Roman Léandre Schmidt beim Auftakt des Netzwerks Praxis Europa im Schauspiel Frankfurt
© Schauspiel Frankfurt, Foto: Birgit Hupfeld
Im Rahmen der Thementage "Erfindung Europa" am Schauspiel Frankfurt lancierten KWI-Direktor Claus Leggewie und KWI-Fellow Roman Léandre Schmidt ihre Initiative Praxis Europa . Praxis Europa ist ein Zusammenschluss von Menschen aus den Wissenschaften, der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, Verwaltungen und dem Kulturbetrieb, die gemeinsam über ein demokratisches, gerechtes und zukunftsfähiges Europa nachdenken und dessen drohenden Zerfall aufhalten wollen.
Den gemeinsamen Ausgangspunkt der Beteiligten bildet nicht mehr das politische Narrativ der europäischen Gründungsgeneration, sondern die Tatsache, dass Europa längst eine (bewusste oder unbewusste) Dimension von Lebensentwürfen geworden ist: Es prägt Biografien, beeinflusst, was Menschen (innerhalb und außerhalb der EU) für möglich und was für gerecht halten und mit wem sie sich vergleichen. Wir machen Europa jeden Tag. Indem Praxis Europa an dieser Ebene der realgeschichtlichen Verwicklung ansetzt, hofft die Initiative einen Impuls zur Revitalisierung des Europadenkens liefern zu können.
Während der Auftaktveranstaltung in Frankfurt schilderten Felix Koch, Geschäftsführer des Londoner Marktforschungsunternehmens C_Space und Mischa Gabowitsch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Potsdamer Einstein Forum, was Europa mit ihrem Leben zu tun hat und weshalb sie sich entschieden haben, bei Praxis Europa aktiv zu werden. Auch Tim Moritz Hector, der Präsidiumsvorsitzende von Wikimedia Deutschland, brachte sich in die Debatte im ausverkauften Chagallsaal ein und schloss sich der Initiative an. Weitere Informationen zum Start der Initiative entnehmen Sie auch einem Beitrag von ARD ttt, den Sie unter diesem Link finden.
Als nächsten Schritt plant Praxis Europa eine Konferenz, bei der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Praktikerinnen und Praktikern aus verschiedenen Sektoren der Gesellschaft zusammentreffen werden, um eine Lern- und Handlungsgemeinschaft für Europa zu bilden. Ziel ist es, dass die beteiligten „spezifischen Intellektuellen“ (M. Foucault) aus ihren unterschiedlichen Disziplinen heraus gemeinsam Zukunftsideen für das europäische Projekt entwickeln und diese wiederum in ihr jeweiliges Umfeld einbringen. Die Konferenz wird vom 20.-22. Oktober am Stefan-Zweig-Centre in Salzburg stattfinden.
Weitere Informationen unter www.praxiseuropa.net
Miriam Wienhold, 17.02.17
 

KWI-Klassikerworkshop: Arthur Schopenhauer


Philosophische Werke
© Bild: stocksnap
Eines der bekanntesten Werke der Philosophiegeschichte ist Arthur Schopenhauers „Welt als Wille und Vorstellung“. Zu diesem Werk fand am 9. und 10. Februar 2017 am KWI ein „Klassikerworkshop“ statt. Daran beteiligten sich Studierende der Universität Duisburg-Essen, aber auch Studierende anderer deutscher und europäischer Universitäten, Schopenhauer-ForscherInnen sowie an Schopenhauer interessierte Gäste aus der Öffentlichkeit. Der Workshop umfasste Textdiskussionen, die sich auf zentrale Textauszüge des Werkes bezogen, Kurzvorträge mit anschließenden Diskussionen sowie zwei Gastvorträge der renommierten Schopenhauer-Forscher Dieter Birnbacher (Professor für Philosophie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) und Daniel Schubbe (Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fernuniversität Hagen). Dieter Birnbacher referierte zu Schopenhauers Metaphysikkonzeption, Daniel Schubbe stellte seinen Interpretationsansatz einer „Philosophie des Zwischen“ vor.

Die Veranstaltung kann als großer Erfolg verbucht werden – der Gartensaal des KWI war sehr gut gefüllt und im Allgemeinen wurde die Kombination verschiedener Diskussions- und Vortragsformate sowie die Öffnung der Veranstaltung für die Öffentlichkeit gelobt. Insbesondere Studierende lobten die Möglichkeit, in angenehmer Atmosphäre des Instituts in konzentrierter und entspannter Umgebung über einen philosophischen Klassiker diskutieren und verschiedene Interpretationsansätze hierzu kennenlernen zu können. Die Teilnehmer drückten aus, dass sie sich in Zu-kunft weitere „Klassikerworkshops“ am KWI wünschten und die Reihe fortsetzt wer-den sollte.
Dennis Arnold, 14.02.17
 
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