KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen

Studie über Kommunikation und Demenz sucht TeilnehmerInnen


Das Projektteam: Jo Reichertz, Verena Keysers, Carmen Birkholz, Joanna Meissner, Nils Spiekermann und Anna-Eva Nebowsky
© KWI, Foto: S. Kurbanow
Die Diagnose „Demenz“ kann das Familiengefüge aus den Angeln heben. Die Versorgung, Betreuung und Begleitung von Menschen, bei denen Demenz diagnostiziert wurde, findet für 2/3 der Betroffenen überwiegend im häuslichen Setting statt. Dort stehen Angehörige wie Betroffene vor dem Problem, das ‚Miteinander-Sein‘ trotz der demenzbedingten Ausfallerscheinungen jeden Tag aufs Neue mittels kommunikativem Handeln gestalten und aufeinander abstimmen zu müssen. Die Lebensqualität der betroffenen Menschen und die der Betreuenden hängen entscheidend davon ab, ob und wie dieses Kommunikationsproblem gelöst werden kann.
Doch wie funktioniert Kommunikation, wenn die Ordnung des Alltags innerhalb der Familie nach einer Demenzdiagnose durcheinander gebracht wird? Wie kommt es zum Abbau von Kommunikationsmacht bei Menschen mit der Diagnose Demenz und ihren Angehörigen und welche neuen Formen der Handlungsabstimmung entstehen stattdessen? Ein neues Forschungsprojekt am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen (KWI) möchte dies in den nächsten drei Jahren untersuchen.
Dafür sucht das Team rund um den renommierten Kommunikations-wissenschaftler Prof. Dr. Jo Reichertz Menschen mit Demenz und betreuende Angehörige aus dem Ruhrgebiet oder vom Niederrhein, die bereit sind, sich in ihrem Alltag zu Forschungszwecken begleiten zu lassen. Um auch etwas über den Verlauf des Verlusts oder eines Wiederaufbaus der Kommunikation zu lernen, soll die Erhebung zu drei Zeitpunkten (im Abstand von jeweils sechs Monaten) stattfinden. Das Team möchte am täglichen Familienleben von Menschen teilnehmen, die nach der Feststellung einer Demenzerkrankung ihren Alltag fortsetzen.

Wenn Sie interessiert sind an der Studie teilzunehmen, können Sie telefonisch oder per E-Mail mit dem Projektleiter Prof. Dr. Jo Reichertz Kontakt aufnehmen: Jo.Reichertz@kwi-nrw.de, 0201 – 72 04 103.
Miriam Wienhold, 24.05.18
 

KWI on Tour: Essen in der Stadt – Über urbane Lebensmittelproduktion


Urban Garden
© pixabay
„Lebensmittelproduktion in der Stadt“ war das Thema des dritten Abends der Reihe „Esskultur“, zu dem das Café [....] raum und das KWI am 17.5. in Witten eingeladen hatten.
Urbane Agrikultur ist seit einigen Jahren ein regelrechter Hype. Vom einzelnen kleinen Beet über Gemüse vom Dach des Supermarkts bis hin zu Fischzucht mit Hilfe neuer Technik (Aquaponik) – die Menschen bauen wieder Gemüse mitten in der Stadt an. An sich nichts Neues, wie Britta Acksel, KWI-Fellow im Forschungsbereich PartizipationsKultur in ihrem Vortrag erklärte, denn Lebensmittelproduktion in der Stadt war in den Nachkriegsjahren weit verbreitet. Zur Zeit des Wirtschaftswunders hat das Image der Selbstversorgung jedoch eher gelitten.
Heute bekommt das Thema wieder viel Aufmerksamkeit und es gibt eine Vielfalt an Initiativen, die unterschiedlichste Ansätze verfolgen: bspw. als private Freizeitbeschäftigungen, Start-up-Gründungen oder als Bildungsprojekte konzipiert. Ob solidarische Landwirtschaft („Solawi“) auf einem Hof in Essen, Pilzzucht auf Kaffeesatz aus Wiens Kaffeehäusern oder städtische Grünflächen wie in der „essbaren Stadt“ Andernach – anhand zahlreicher Beispiele wurde deutlich, dass es vielen Menschen ein Anliegen ist, an unserem Ernährungssystem etwas zu ändern.
Kann dies gelingen? Einen Beitrag zur Veränderung des Ernährungssystems leisten all diese Projekte, unterstrich Britta Acksel. Dabei gehe es nicht darum, die Städte zu ernähren, sondern durch Bildungsarbeit ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass Veränderungen hin zu einem nachhaltigeren Lebensstil in vielen Bereichen möglich sind.
Die Reihe „Esskultur – Perspektiven auf Geschmack und Ernährung in einer globalisierten Welt“ ist eine Kooperation zwischen [....] raum e.V. und dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI). Im Mittelpunkt steht der Geschmack. Der nächste Termin findet am 05. Juli 2018 um 19:30 Uhr am KWI statt.
Dennis Arnold, 22.05.18
 
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