Der Literarische Salon: Lesung mit Clemens J. Setz

Claus Leggewie (links), Clemens J. Setz (rechts)
© KWI, Foto: Georg Lukas

Geschichten gespickt mit grotesken Ideen und subtilem Horror, voller gewalttätiger Momente und zärtlicher Gesten vereint Clemens J. Setz im Erzählband „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ (Suhrkamp, Berlin 2011) und wurde dafür 2011 mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. Der 32-jährige Grazer las die Erzählung „Mütter“ am 17. September beim Literarischen Salon im Essener Grillo-Theater vor. Darin geht es um Männer, die so einsam sind, dass sie sich fürsorgliche, mütterliche Geborgenheit erkaufen - von Frauen, die sich auf dieses Klientel spezialisiert haben: Sie gehen mit den vereinsamten Männern nach Hause und machen dort Ordnung, räumen auf und schauen fern, während sie stetig dahinplätschernd meckern. Über die Auswahl der Themen und die Muster in seinen Erzählungen sprach Claus Leggewie mit dem Autor. Anschließend beeindruckte der Schriftsteller das Publikum mit einer spontanen Obertongesangseinlage und seiner eigenen Interpretation des Songs „The Lion sleeps tonight“.

Der Literarische Salon findet in Essen auf Initiative des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) statt, unterstützt von der Stiftung Mercator und dem Schauspiel Essen. Gast der nächsten Veranstaltung am 5. November ist die Schriftstellerin Felicitas Hoppe.
Verena Schreiber, 22.09.14
 

WBGU Sondergutachten „Klimaschutz als Weltbürgerbewegung“

v.l.n.r. Prof. Sabine Schlacke (WBGU), Prof. Peter Lemke (WBGU), Prof. Hans Joachim Schelllnhuber (WBGU), Staatssekretär Dr. Georg Schütte (BMBF), Dr. Barbara Hendricks, Bundesumweltministerin, Prof. Dirk Messner (WBGU), Prof. Claus Leggewie (WBGU), Dr. Inge Paulini (WBGU) © WBGU

Die Klimapolitik tritt auf der Stelle, der Klimawandel schreitet ungebremst voran. Doch inmitten dieser Menschheitskrise erstarken Bewegungen in Richtung Nachhaltigkeit, die sich neuerdings überall in der Zivilgesellschaft formieren: Soziale Netzwerke, Städte und Kommunen, Religionsgemeinschaften, Unternehmensallianzen und Staatenclubs erweitern Klimaschutzinitiativen und treiben die politischen Entscheidungsträger zum kraftvollen Handeln jenseits des Tagesgeschäfts an. Diese verantwortungsbewussten Initiativen sind dringend nötig, um die internationale Klimadiplomatie zu ergänzen und wiederzubeleben. Denn aktuelle wissenschaftliche Befunde machen deutlich, dass CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern bis 2070 vollständig heruntergefahren werden müssen.

Diese Ergebnisse zeigt das neue Sondergutachten „Klimaschutz als Weltbürgerbewegung“ des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU), das heute anlässlich des vom UN-Generalsekretär einberufenen Klimagipfels in New York an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Staatssekretär Dr. Georg Schütte (BMBF) übergeben wurde. Darin empfiehlt der WBGU eine Doppelstrategie für die internationale Klimapolitik: Zum einen soll das geplante Pariser Abkommen im kommenden Jahr den weltweiten Ausstieg aus den fossilen CO2-Emissionen festschreiben. Zum anderen sollten zivilgesellschaftliche Initiativen gefördert werden, durch die sich Akteure Verantwortung aneignen und eigenständig Beiträge zu einer klimaverträglichen Lebens- und Wirtschaftsweise leisten.

Zu den neun Mitgliedern des WBGU zählt seit 2008 der Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI), Claus Leggewie. Er forscht zu Fragen der Demokratie und Bürgerbeteiligung in Bezug auf den Klimawandel. Die Pressemitteilung zum Sondergutachten des WBGU finden Sie hier.
Verena Schreiber, 17.09.14
 
ALLE ARTIKEL >>