Projektbereiche

Projekt Interkulturelles Verstehen in Schulen des Ruhrgebiets

Leitung: Prof. Dr. Ronald Kurt, Dr. Mareike Winkelmann, Jessica Pahl

Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit: April 2007 - August 2011

Projektidee
Im Ruhrgebiet haben sich im Zusammenleben von mehreren Millionen Menschen mit unterschiedlicher kultureller Herkunft alltagspraktische Formen interkultureller Kommunikation gebildet. Insbesondere die Schulen des Ruhrgebiets sind Orte, in denen Interkulturalität praktisch gelebt wird. Hier setzt das wissenssoziologische Forschungsprojekt empirisch an, indem es Schülerinnen und Schüler von Ruhrgebietsschulen als ‚Experten’ für interkulturelles Verstehen ernst nimmt.

Forschungsdesign
In der ersten Phase des Forschungsprojektes, den narrativen Interviews, erzählten die Schüler zunächst von ihren Vorstellungen über Fremdes und Eigenes und ihre Begegnungen/Konflikte/Beziehungen mit Angehörigen anderer Kulturen.
In der zweiten Forschungsphase diskutierten die Schüler in Gruppengesprächen anhand von Interkultur-Themen und ‚moralischen Dilemmata’, die aus den Erzählungen der ersten Projektphase abgeleitet wurden, über Möglichkeiten und Grenzen interkulturellen Verstehens.
In der dritten Forschungsphase ging es darum, die von den Schülern in den ersten beiden Forschungsphasen improvisatorisch generierten Erzählstoffe und Meinungen aus der Alltagswelt in die Kunstwelt des Improvisationstheaters zu versetzen. Im Improvisationstheater erhielten die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre interkulturelle Lebenswelt zu reflektieren und unter der Anleitung von Theaterpädagogen in künstlerischer Form zum Ausdruck zu bringen.

Ergebnisse
Mithilfe der Methode des Improvisationstheaters konnte nicht nur bewusstes, sondern auch nicht-bewusstes und nonverbales Interkulturwissen der Schüler zur Entäußerung gebracht werden. Dabei zeigte sich, dass die Zugehörigkeit zu einer Gruppe als identitätsstiftendes Merkmal für die Jugendlichen im Vordergrund steht, während kulturelle Aspekte oftmals austausch- bzw. wandelbar erscheinen.
Bei der Auswertung des Datenmaterials wurden u.a. die folgenden Typen interkulturellen Verstehens rekonstruiert: Differenzindifferenz, Ignoranzkompetenz, Die goldene Regel, Teamdenken und Mitmachend verstehen. Eine Darstellung des Projekts und des Interkulturwissens der Schüler gibt der Dokumentarfilm Gemeinsam gleich und anders sein. Schüler improvisieren über Interkultur.
Quer durch alle empirischen Daten lässt sich vor allem eins erkennen: Die Schüler wissen, wie Kulturkonflikte vermieden werden können – hier kann die Gesellschaft viel von ihren Schülern lernen.


Kooperationspartner:


Yehudi Menuhin Stiftung Deutschland: Kultur- und bildungspolitische Stiftung
Günfer Cölgecen: Schauspielerin, Theaterproduzentin und Theaterpädagogin
Anja Brunsbach: Schauspielerin und Theaterpädagogin
Frida-Levy-Gesamtschule: Partnerschule des Projektes
GHS Ludgerusstraße: Partnerschule des Projektes
Ricarda-Huch-Gymnasium Gelsenkirchen: Partnerschule des Projektes


Bisherige Projektaktivitäten:


30.10.2008
Podiumsdiskussion: "Von Jugendlichen interkulturelles Verstehen lernen?"
Ort: KWI Essen

30. - 31.10.2008
Tagung: "Die Schule als Raum für interkulturelles Verstehen. Theoretische und methodische Zugänge."
Ort: KWI Essen

25.06.2009
Bericht zum Projekt im Deutschlandfunk: "Jugendliche als Experten in Multikulti"

24.09.2010
Premiere des Dokumentarfilms: "Gemeinsam gleich und anders sein. Schüler improvisieren über Interkultur" von Ronald Kurt

20.12.2010
Interview mit Ronald Kurt und Jessica Pahl: Rückblick RUHR.2010 mit Ronald Kurt und Jessica Pahl

09.05.2011
Tagung "Pro Interkultur"
Ort: KWI Essen & Filmstudio Glückauf
pdf iconFlyer Pro Interkultur

15.07.2011
Wissenschaftsmesse des Wissenschaftsforums Ruhr
"Wissenswelten Metropole Ruhr 2011: regional verankert - global vernetzt"
Ort: DASA Dortmund
Programmflyer