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Projekt Kriegswahrnehmung und Kollektivbiographie. Referenzrahmen von Wehrmachtssoldaten 1942-1945

Leitung: Prof. Dr. Harald Welzer, Dr. Christian Gudehus

Förderer: Fritz Thyssen Stiftung
Laufzeit: Juni 2009 - September 2011

Dieses Forschungsvorhaben ist eng mit dem Projekt Referenzrahmen des Krieges verbunden. Es rekonstruiert, wie Angehörige der deutschen Streitkräfte zeitgenössische Situationen während des Zweiten Weltkrieges wahrgenommen und gedeutet haben, und verspricht damit einen grundlegenden Beitrag zu der noch ausstehenden Mentalitätsgeschichte der Wehrmacht zu leisten. Hierzu wird ein besonders ergiebiger, von der Forschung bislang noch nicht genutzter Quellenkorpus herangezogen: die Abhörprotokolle von Gesprächen deutscher Kriegsgefangener in amerikanischem Gewahrsam, die in den Jahren 1942 bis 1945 entstanden sind. Dieser facettenreiche Bestand, der in den Washingtoner National Archives lagert und über 3.000 Aktenvorgänge mit insgesamt rund 102.000 Seiten umfasst, wird mit dem interdisziplinären Ansatz der Referenzrahmenanalyse erschlossen und ausgewertet; einer Methode an der Schnittstelle zwischen Zeitgeschichtsforschung und Sozialpsychologie, die für die Erforschung handlungsleitender Einstellungen von Personen in situativen Settings entwickelt wurde und sich als besonders fruchtbar erwiesen hat, um das Entscheidungsverhalten historischer Akteure zu ergründen.