Projekt Autonomie: Handlungsspielräume des Selbst

Leitung: Prof. Dr. Christoph S. Herrmann, Prof. Dr. Michael Pauen, Prof. Dr. Harald Welzer

Förderer: Volkswagenstiftung
Laufzeit: 2009 - 12/2013

Autonomie steht in der wissenschaftlichen Literatur wie im alltäglichen Sprachgebrauch für eine zentrale Persönlichkeitseigenschaft, die von konstitutiver Bedeutung sowohl für den Personenstatus einzelner Individuen wie auch für die Mitgliedschaft in sozialen Gruppen ist. Trotz dieser Bedeutung von Autonomie für das Selbstverständnis und die Funktionsweise westlicher Demokratien ist erstaunlicherweise wissenschaftlich noch kaum geklärt, was unter Autonomie zu verstehen ist und ob es Zusammenhänge zwischen autonomen Einstellungen und Handlungen gibt. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl von experimentellen Befunden der Neuro- und Kognitionswissenschaften die menschliche Fähigkeit zu autonomem Handeln in Frage zu stellen scheint.

Das Projekt hat ein modulares Design und untersucht auf mehreren Analyseebenen eine Persönlichkeitseigenschaft und Verhaltensvariable, die für das Selbstverständnis und die Funktionsweise demokratischer Gemeinwesen zentral ist, aber bislang weder begrifflich noch empirisch adäquat bestimmt wurde. Die Aufklärung der Verhaltensrelevanz autonomer Persönlichkeitsmerkmale wird nicht nur eine ungeprüfte Grundannahme des gesellschaftlichen Funktionierens einer theoretischen und empirischen Prüfung unterziehen, sondern damit zugleich auch wichtige Hinweise für die Gestaltung politischer, sozialer und nicht zuletzt pädagogischer Handlungsfelder liefern.

Webseite: www.autonomyproject.de