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Projekt Freiheit und Verantwortung. Transformationsprozesse des Liberalismus

Leitung: Ludger Heidbrink

Freiheit und Verantwortung gelten als Grundwerte liberaler Gesellschaften. Seit den 1990er Jahren lässt sich beobachten, dass durch Tendenzen der Individualisierung, Ökonomisierung und Pluralisierung die Ansprüche an soziale Akteure wachsen, erweiterte gesellschaftliche Freiheitsräume mit entsprechenden Verantwortungsanforderungen in Einklang zu bringen. Zeitdiagnostische Analysen scheinen den Trend zu bestätigen, dass immer mehr soziale Akteure Schwierigkeiten haben, den gewachsenen Ansprüchen an eine verantwortungsgeleitete Lebensführung gerecht zu werden. Allerdings bleibt häufig unklar, inwieweit die zunehmenden Verantwortungsanforderungen besondere Belastungen oder womöglich sogar ungerechtfertigte Ansprüche an die Mitglieder liberaler Gesellschaften darstellen.

Vor dem Hintergrund aktueller Transformationsprozesse soll untersucht werden, inwieweit eine Zunahme an Freiheits- und Verantwortungsproblemen, wie sie von zeitdiagnostischen Gegenwartsanalysen nahegelegt wird, zu beobachten ist und wie sich das Spannungsverhältnis von Freiheit und Verantwortung in einer individual- und sozialverträglichen Weise gestalten lässt. Anhand exemplarischer Problemfelder aus den Bereichen der Sozial- und Kulturwissenschaft soll eine differenzierte Bestandsaufnahme erweiterter gesellschaftlicher Freiräume und wachsender Verantwortungsanforderungen vorgenommen werden. Dabei liegt ein wesentliches Ziel des Projekts darin, einen Kriterienkatalog zu entwickeln, der es erlaubt, gerechtfertigte und ungerechtfertigte Freiheitseinschränkungen bzw. Verantwortungsanforderungen voneinander zu unterscheiden, um dadurch genauere Bewertungsmaßstäbe für die Transformationsprozesse liberaler Gesellschaften zu gewinnen.