Projekt Klima-Initiative Essen. Handeln in einer neuen Klimakultur


Klimawerkstadt Essen


Leitung: Prof. Dr. Claus Leggewie, Prof. Dr. Patrizia Nanz

Verbundprojekt im Rahmen des „Wettbewerbs Energie-effiziente Stadt“.
Förderer: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Laufzeit: 06/2011 - 05/2016

Städte werden nicht nur durch die gebaute Umwelt, Wirtschaft, Technologie und Politik, sondern zugleich auch von der Dynamik sozialer und kultureller Entwicklungen geprägt. Diese Sichtweise ist in den meisten Ansätzen zur Verbesserung der Energieeffizienz in urbanen Ballungsräumen bisher vernachlässigt worden. Das Projekt „Klima-Initiative Essen. Handeln in einer neuen Klimakultur“, das zu einem von fünf siegreichen Beiträgen im Rahmen des BMBF-Wettbewerbs „Energieeffiziente Stadt“ gehört, verfolgt deshalb einen partizipatorischen Handlungsansatz, der technologische Maßnahmen und kommunalpolitische Dienstleistungen mit sozio-kulturellen Ansätzen zur aktiven Unterstützung von Verhaltensänderungen auf Seiten der Stadtbewohner verknüpft.

Der partizipatorische Ansatz hat das Ziel, durch die milieuspezifische Aktivie-rung unterschiedlicher Zielgruppen in den Handlungsfeldern Mobilität, Gebäudesanierung, erneuerbare Energien und Stadt als System bis 2020 eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von 40% im Vergleich zum Jahr 1990 in der Stadt Essen zu realisieren. Das Forschungs- und Umsetzungsprojekt basiert auf der Grundannahme, dass strukturelle, technologische und energetische Einsparmaßnahmen sich nicht auf dem Weg der politischen Steuerung durch die Kommune („top down“) verordnen lassen, sondern freiwilliges Engagement lokaler Akteure und deren selbstverantwortliche Kooperation („bottom up“) zentrale Voraussetzung sind.

Zu diesem Zweck soll eine für das Ruhrgebiet charakteristische regionale Klimakultur in der Stadt Essen gefördert werden, die für die effektive Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen durch die aktive Beteiligung von Bürgern, Institutionen, Unternehmen, Kommunalverwaltung und Kommunalpolitik sorgt. Das Konzept der Klimakultur geht auf neuere Forschungsergebnisse zu kollektiven Handlungsprozessen zurück, wonach Akteure nicht nur durch rationale Gründe und ökonomische Anreize, sondern ebenso durch soziokulturelle Faktoren und mentale Orientierungen zu nachhaltigen Verhaltensänderungen gebracht werden. Um effektive Dienstleistungs- und Umsetzungsmaßnahmen in den einzelnen Handlungsfeldern zu erreichen, müssen praktische Bereitschaftspotentiale gestärkt werden, die aus dem intelligenten Zusammenwirken von Anreizen, Lebensstilen, Infrastrukturen und Rahmenregeln hervorgehen.