Projektbereiche

Projekt Interkulturelle Kontaktzonen. Soziale Ordnungsmuster des Umgangs mit Migrationsfolgen. Japan, China, Singapur und Deutschland im Vergleich

Leitung: Prof. em. Dr. Hans-Georg Soeffner

Förderer: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Laufzeit: Januar 2007 - Juli 2010

Nachbarschaft, Quartier, Stadtteil, Kiez, Wohnblock, Straße – wo begegnen sich die Angehörigen moderner Gesellschaften? Verlässt man den privaten Raum der eigenen Wohnung, tritt man in eine Welt ein, die – im Vergleich zum Zuhause, das man hinter sich lässt – fremd und unpersönlich erscheint, die aber auch nah und vertraut ist – was man deutlich erfährt, sobald man die Sphäre der Nachbarschaft in Richtung ferner gelegener Bereiche verlässt.

Es sind die ungeschriebenen Gesetze des sozialen Verkehrs im Wohnumfeld – die stillschweigenden wie expliziten Verhaltensregeln und gesellschaftlichen Grenzziehungen –, für die sich das am KWI Essen angesiedelte Forschungsprojekt ‚Interkulturelle Kontaktzonen’ interessiert. Die Untersuchung fokussiert insbesondere die Bedeutung ‚ethnischer’ Kategorien für die soziale Ordnung des Quartiers: Wie wird Ethnizität relevant gemacht? Welche Rolle spielt der ‚ethnische Gemeinsamkeitsglaube’ für die Beziehungen der Bewohner untereinander? Inwieweit prägen ethno-kulturelle Praktiken und Deutungen das Verhalten der Bewohner? Diesen und ähnlichen Fragen geht das Forschungsprojekt anhand einer Fallstudie nach, die im Mannheimer Stadtteil Hochstätt durchgeführt wird.
Ergänzt wird die Quartierstudie durch die Analyse eines in Mannheim tätigen interreligiösen Arbeitskreises. Anders als im Fall des Alltagslebens im Stadtteil interessieren hier die Deutungs- und Handlungsmuster der lokalen religiösen Eliten sowie die Ideen und Maßnahmen, die sie entwickeln, um die Probleme zu lösen, die sich im täglichen Miteinander ergeben.

Um diese Fragen auf eine internationale Diskussionsplattform stellen zu können, kooperiert das Forschungsprojekt mit Forschergruppen aus China, Japan und Singapur, die jeweils eigene Länderstudien erstellen.

Neuerscheinungen



Beitrag zur Europäischen Religionsgeschichte

Europäische Religionsgeschichte: Ein mehrfacher Pluralismus

Dariuš Zifonun, Research Fellow am KWI, hat zusammen mit Miranda Jakiša einen Beitrag zur europäischen Religionsgeschichte vorgelegt. Am Beispiel Bosniens und der Herzegowina untersuchen sie religiöse Vielfalt und religiöse Konflikte. Der Beitrag erscheint in dem jetzt vom UTB-Verlag publizierten Band Europäische Religionsgeschichte: Ein mehrfacher Pluralismus. Das neue Standardwerk zeigt, welche Rolle die Religion in der europäischen Kulturgeschichte spielt(e) und wie die gegenwärtige Situation der europäischen Religionen in ihrer Komplexität entstanden und zu beurteilen ist.


Mittendrin im Abseits. Ethnische Gruppenbeziehungen im lokalen Kontext
Mittendrin im Abseits Ethnische Minderheiten erfahren ihren Platz in der modernen Gesellschaft nicht selten nach einem Modus, der der fußballerischen Situation, „mittendrin im Abseits zu sein“, nicht unähnlich ist: Sie sind randständig und ziehen zugleich die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich. So beschäftigt sich der Band mit Zuschreibungsmustern und Bewertungskämpfen zwischen ethnischen Gruppen und fragt nach deren Auswirkungen auf die Integrationsstrategien und Partizipationschancen der beteiligten Akteure. Neben grundlegenden theoretischen Überlegungen präsentieren die Beiträge empirische Ergebnisse aus zwei ethnographisch angelegten Untersuchungen über deutsch-türkische Gruppenbeziehungen im Fußballsport und in sozialräumlichen Nachbarschaften urbaner Stadtgebiete.
Erschienen im VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Beitragsautoren: Sighard Neckel, Hans-Georg Soeffner, Ferdinand Sutterlüty, Ina Walter, Darius Zifonun und Andreas Göttlich.


Hans-Georg Soeffner & Dariuš Zifonun (2008): Integration – An Outline from the Perspective of the Sociology of Knowledge.
In: Qualitative Sociology Review, Jg. 4, H. 2, S. 3-23.
pdf iconSoeffner & Zifonun 2008

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Tagung "Ethnizität - Migration - Wissen"