Auf die jüngsten Unruhen in Zentral- und Osttibet seit März diesen Jahres reagierte die chinesische Regierung mit überwunden gehoffter Härte und massiver militärischer Präsenz. Obwohl sich die tibetischen Siedlungsgebiete seitdem de facto in einer Situation befinden, die dem Kriegsrecht gleichkommt, halten die Unruhen der Tibeter als Zeichen ihres Unmuts über die fünfzigjährige chinesische Besetzung an – insbesondere in Osttibet, in der alten Kulturregion Kham. Anhand dieser Region, die aus der Sicht Lhasas und Pekings in der Geschichte oft als peripher galt, zeigt Carmen Meinert die komplexen Grundzüge des Konflikts zwischen den ungleichen Nachbarn. Es geht dabei um machtpolitische Ansprüche, ethnische Abgrenzung und religiöse Unverständlichkeit auf chinesischer Seite beziehungsweise religiöse Selbstverständlichkeit der Tibeter.
Die Veranstaltung ist öffentlich.