Auf den ersten Blick scheinen Wunder nicht mehr in das 20. Jahrhundert zu passen. Als Folge der viel zitierten „Entzauberung“ sind die überkommenen Wunderwelten aufgrund einer nie zuvor gesehenen Verbreitung von Wissen und der Einbeziehung selbst entlegener Gebiete in immer dichter werdende Kommunikationsnetze vermeintlich an den Rand gedrängt worden. Und doch sind Wunder aus der Moderne nicht wegzudenken. Die Zuschreibung eines „Wunders“ stellt noch immer eine zentrale Form der Verarbeitung und Aneignung ungewöhnlicher Ereignisse und außeralltäglicher Erfahrungen dar. Der Begriff des Wunders erlaubt es, das Exzeptionelle in modernen Gesellschaften, ihre soziale Konstituierung, Normalitätsannahmen und Wissensgrenzen zu thematisieren. Die Tagung spürt den im Begriff „Wunder“ kristallisierten Ereignissen, Wahrnehmungen und Praktiken nach. Die TeilnehmerInnen diskutieren die soziale Fabrikation von Wundern über gesellschaftliche Felder, politische Systeme und Zeiträume hinweg, um so neue Perspektiven auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts zu erschließen.
Wissenschaftliche Leitung:
Alexander C.T. Geppert (Cambridge, USA/Berlin) und
Till Kössler (München)
Referentinnen und Referenten:
Martin Baumeister (München), Gabriela Signori (Konstanz), Claus Leggewie (Essen), Paul Nolte (Berlin), Eberhard Bauer (Freiburg), Jörn Rüsen (Essen), Diethard Sawicki (Paderborn), Helmut Zander (Berlin) u.a.
Veranstalter:
Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)
Arbeitskreis Geschichte + Theorie (AG+T)
Gefördert durch die Gerda Henkel Stiftung, Düsseldorf.
Programm_Unbegreifliche Zeiten. Wunder im 20. Jahrhundert
Anmeldung bitte bis zum 11. März 2009 bei Maria Klauwer, KWI,
00 49 (0)201 7204-153, maria.klauwer@kwi-nrw.de. Für die Teilnahme an der Konferenz wird eine Tagungsgebühr von 100 Euro erhoben.
Eine Anfahrtsbeschreibung finden Sie hier.