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Dienstag, 14. September 18:00 Uhr
Referentin: Lucia Reisch (Kopenhagen)
Kann der Konsumwandel gelingen? Wie die Verhaltensökonomik Hoffnung und Zweifel nährt
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestr. 31, 45128 Essen
Veranstalter: KWI

In Diskussionen über nachhaltigen Konsum und den Konsumwandel wird immer wieder gefordert, es müsse ein „Wandel in den Köpfen der Konsumenten“ stattfinden. Viele Bemühungen der Politik und Subpolitik gehen dahin, Einstellungen und Präferenzen von Konsumenten zu verändern damit diese nachhaltiger konsumieren. Wie auch in anderen Bereichen – beispielsweise der gesunden Ernährung oder der körperlichen Aktivität – bleiben die Erfolge der Politikinstrumente Verbraucherinformation, -aufklärung und -bildung – jedoch begrenzt. Die Frage ist, weshalb dies so ist. Einige Erklärungen liefert ein Ansatz der Konsumverhaltensforschung, der sich erst seit Kurzem mit Fragen des nachhaltigen Konsums beschäftigt: die Verhaltensökonomik. Diese beschäftigt sich im Kern mit der Frage, wie sich Menschen tatsächlich (empirisch) in Entscheidungssituationen (auf Märkten) verhalten. Ziel des Vortrags ist, auszuloten, ob und wie in der Nachhaltigkeitspolitik (und damit auch an der Schnittstelle Verbraucher- und Gesundheitspolitik) systematisch verhaltensökonomische Erkenntnisse eingebracht werden könnten um den Konsumalltag zukünftig nachhaltiger zu gestalten. Dies umfasst auch eine Diskussion über das wünschenswerte Ausmaß und die Grenzen der Regulierung des privaten Konsums, die – sehr kontrovers – unter dem Stichwort „libertaristischer Paternalismus“ geführt wird.

Referentin:
Prof. Dr. Lucia Reisch lehrt am Departement of Intercultural Communication and Management an der Copenhagen Business School. Außerdem ist sie Vorsitzende der Verbraucherkommission Baden-Württemberg.

Eine Veranstaltung vom Center for Responsibility Research (CRR) am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI).