KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen
event
 
Dienstag, 09. April 18:00 Uhr - 22:00 Uhr
Veranstalter: Wissenschaftsforum Ruhr, KWI, Institut für Diaspora- und Genozidforschung (RUB), Museum Folkwang, ZMS (RUB)
Fachgespräch: (De-)Stabilisierung einer Region? Der politische Blick auf die Veränderungen in der arabischen Welt
Ort: Museum Folkwang, Museumsplatz 1, 45128 Essen
Veranstalter: KWI

Im Fokus des Gesprächs mit namhaften Fachvertretern werden die seit Februar 2011 sich teils unter extremer Gewalt vollziehenden Veränderungen in den Staaten Nordafrikas und des Nahen
Ostens stehen. Dabei sollen einerseits der Charakter der Umbrüche selbst, ihre Trägergruppen und deren Zielsetzung thematisiert werden sowie Aspekte gefährdeter Differenz: Was bedeuten die
Umbrüche für die Lebenswelten ethnischer und religiöser Minderheiten der von jahrhundertelanger Vielfalt geprägten südlichen und östlichen Mittelmeerregion? Was lässt sich über Handlungsspielräume
und Zukunftsprognosen der verschiedenen betroffenen Gruppen sagen? Zum anderen sollen vor allem die ‚westlichen‘ Einschätzungen dieser Prozesse in den Blick genommen werden.

Den Rahmen bildet die Ausstellung „'Kairo. Offene Stadt – Neue Bilder einer andauernden Revolution" im Museum Folkwang. Die Fotoausstellung handelt von dem politischen und sozialen Erwachen einer Generation, die mit dem Beginn der Massenproteste auf dem Kairoer Tahrir-Platz sichtbar geworden ist. Diese Geschichte wird vornehmlich von ägyptischen Künstlerinnen und Fotografen, Aktivistinnen und Kuratoren erzählt. Zudem wird die Rolle der Bilder und der neuen digitalen Netzwerke thematisiert: Mit der Fotografie geht es auch um ein Medium im Umbruch und seine
vielfältigen Funktionen: seine Meinung kundtun, den Lauf der Dinge beeinflussen, Bilder für die Erinnerung schaffen, der Opfer gedenken und Zeugnis ablegen. Das experimentelle Ausstellungsprojekt „Kairo. Offene Stadt" repräsentiert keinen abgeschlossenen Vorgang, sondern erhebt vielmehr das Offene des politischen Prozesses zum formalen Prinzip.

Vor dem Fachgespräch erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Führung durch die Fotoausstellung „Kairo. Offene Stadt – Neue Bilder einer andauernden Revolution“ im Museum Folkwang.

Ausführliches Programm

Begrüßung:
Dr. Tobia Bezzola (Direktor, Museum Folkwang)

Referenten:
Prof. Dr. Hajo Funke (Politikwissenschaftler, Freie Universität Berlin)
Dr. Rainer Hermann (Nah-Ost- und Islam-Experte, Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Prof. Dr. Claus Leggewie (Politikwissenschafler, Direktor des KWI)
Philip Rizk (Journalist, Filmemacher und Blogger, live-Zuschaltung aus Kairo)
Prof. Dr. Christoph Schumann (Politikwissenschaftler, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)
Prof. Dr. Udo Steinbach (Orientalist, Leiter des Governance Center Middle East/North Africa, Humboldt-Viadrina School of Governance, Berlin)
Prof. Dr. Bassam Tibi (Politikwissenschaftler, Georg-August-Uniersität Göttingen)

Moderator:
Prof. Dr. Mihran Dabag (Direktor Institut für Diaspora- und Genozidforschung, Ruhr-Universität Bochum)

Veranstalter:
Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe „Wissenschaft im Fokus“ des Wissenschaftsforums Ruhr e.V. statt. Das Fachgespräch wurde vom Institut für Diaspora- und Genozidforschung in Bochum und dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) inhaltlich initiiert und wird gemeinsam mit dem Museum Folkwang sowie in Kooperation mit dem Zentrum für Mittelmeerstudien der Ruhr-Universität-Bochum durchgeführt.

Kontakt:
Birgit Doleschal,Institut für Diaspora- und Genozidforschung, Tel. 0234 32-29 702, idg@ruhr-uni-bochum.de

Um Anmeldung bis zum 8. April wird gebeten bei
photography@museum-folkwang.essen.de