KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen
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Freitag, 30. August 17:30 Uhr
Buchvorstellung und Diskussion mit EU-Parlamentspräsident Martin Schulz
Europa im 21. Jahrhundert: EU-Parlamentspräsident Martin Schulz spricht mit Claus Leggewie über Europas Weg aus der Krise
Ort: Philharmonie Essen, RWE Pavillon, Huyssenallee 53, 45128 Essen
Veranstalter: edition Körber-Stiftung

Welches Europa wollen wir? Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, will ein starkes demokratisches Europa, er fordert vehement einen politischen Umbau der EU. In seiner Streitschrift „Der gefesselte Riese. Europas letzte Chance“ (Rowohlt 2013) zeichnet er in einer ausführlichen Roadmap einen sozialdemokratischen Gegenentwurf zur aktuellen europäischen Krisenpolitik und erklärt, was sich ändern muss, damit die EU und ihre Bürger nicht zum ökonomischen und politischen Spielball anderer Weltregionen wie China, Indien oder den USA werden. Auf Einladung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) spricht Schulz mit KWI-Direktor Claus Leggewie über die Thesen seiner Streitschrift und diskutiert sie im Anschluss mit dem Publikum.

Die Europäische Union wankt in ihren Grundfesten. Vielen EU-Gegnern gilt sie als Auslaufmodell, als Inbegriff ausufernder Bürokratie, als Wohlstandsgrab. Dagegen setzt EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, der mehr Anstrengung zur Überwindung der Krise von den Mitgliedsstaaten fordert und für ein gemeinschaftsorientiertes, demokratisches Europa wirbt. Was passiert, wenn das Projekt Europa scheitert, debattiert der EU-Politiker in seiner aktuellen Streitschrift „Der gefesselte Riese“. In einem realistischen Szenario zeigt er die Folgen auf, die mit einem Ende des Euro oder gar der Union einhergehen könnten: Der europäische Binnenmarkt könnte zerfallen, die Arbeitslosigkeit weiter steigen, Europas Staaten wären den USA oder Schwellenländern wie China hoffnungslos unterlegen, während von innen ein neuer Rechtspopulismus drohen könnte. In seinem Buch verteidigt der Politiker leidenschaftlich die europäische Idee und verlangt zugleich tiefgreifende Reformen im System, damit die EU die globalen ökonomischen, politischen und sozialen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts bewältigen kann.

Referent:
Martin Schulz, geboren 1955 nahe der deutsch-niederländisch-belgischen Grenze, arbeitete lange Jahre als selbstständiger Buchhändler, bis er 1994 in das Europäische Parlament gewählt wurde. Dort stieg er 2004 zum Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Fraktion auf, seit Januar 2012 ist er Präsident des Europäischen Parlaments.

Moderation:
Claus Leggewie, ist Professor für Politikwissenschaft, seit 2008 Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). Seit 2012 ist er zudem Co-Direktor des Käte Hamburger Kollegs „Politische Kulturen der Weltgesellschaft: Chancen globaler Kooperation im 21. Jahrhundert“.

Anmeldung bis spätestens zum 26. August 2013:
Maria Klauwer, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), maria.klauwer@kwi-nrw.de.

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