KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen
event
 
Mittwoch, 12. März 10:00 Uhr - 18:00 Uhr
ReferentInnen: Christoph Bieber, Brun-Otto Bryde, Claus Leggewie, Philipp Theisohn, Debora Weber-Wulff, Christiane Wüllner
Workshop: Zwischen Transparenz und Rufmord – Die Folgen der Plagiatsjagd
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen (Gartensaal), Goethestraße 31, 45128 Essen
Veranstalter: edition Körber-Stiftung

In der gegenwärtigen Debatte um Plagiate wird selten betont, dass der kleinen Zielgruppe von promovierten Politikern eine große Masse gewissenhaft arbeitender und zunehmend verunsicherter Nachwuchs-wissenschaftlerinnen und -wissenschaftler gegenübersteht. Ebenso bleibt das zugrundeliegende Wissenschaftsverständnis unklar: Stehen Wissenschaftler tatsächlich „auf den Schultern von Riesen“? Welche Folgen hat diese Debatte für eine kreative Wissenschaftskultur? Welche praktischen Konsequenzen hat die Debatte für die Arbeit des wissenschaftlichen Nachwuchses?

Die Konflikte und Anschuldigungen bezüglich promovierter Politiker haben auch Auswirkungen auf den täglichen Wissenschaftsbetrieb. Unter der Überschrift „Rufmord darf sich nicht lohnen“ haben die KWI-Autoren Frederic Hanusch und Claus Leggewie in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Oktober letzten Jahres nach den Folgen und Nebenwirkungen der Plagiatsjägerei gefragt, wie sie bisher betrieben wurde. Diese Diskussionen verlaufen zwar zunächst in einem öffentlichen Raum mit dem legitimen Anspruch auf Aufklärung von Fehlverhalten, führen aber nicht selten zu vorschnellen Verurteilungen und zweifelhaften Bemühungen geschäftsträchtiger Plagiatsjäger. Im Rahmen des Workshops sprechen ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über den aktuellen Stand der Plagiatsforschung, unterschiedliche Kontrollmechanismen und das dahinter stehende Wissenschaftsverständnis. Darüber hinaus werden "Essener Thesen" formuliert, die praxisnah den wünschenswerten Umgang mit Zitation und Plagiarismus zum Wohle gegenwärtiger und zukünftiger Promovierender adressieren und somit einen Beitrag zur öffentlichen Diskussion leisten, welche Lehren aus den (tatsächlichen und vermeintlichen) Plagiatsaufdeckungen der vergangenen Jahre zu ziehen sind.

Der Workshop wird finanziell unterstützt durch die Hans-Böckler-Stiftung.

Referentinnen und Referenten:
Christoph Bieber (Welker-Stiftungsprofessor für Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft, Universität Duisburg-Essen),
Brun-Otto Bryde (Bundesverfassungsrichter a.D., Universität Gießen),
Claus Leggewie (Politikwissenschaftler und Direktor des KWI),
Stephan Leibfried (Professor für Politikwissenschaft am Fachbereich Sozialwissenschaften der Universität Bremen),
Philipp Theisohn (SNF-Förderprofessor am deutschen Seminar der Universität Zürich),
Debora Weber-Wulff (Professorin für Internationale Medieninformatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft, Berlin) und
Christiane Wüllner (Managing Director an der RUB Research School).

Wissenschaftliche Leitung und Organisation:
Gunnar Fitzner, Frederic Hanusch, Marcel Siepmann und Edgar Voß (KWI)

Anmeldung bis zum 6. März 2014 bei Maria Klauwer, KWI, Tel. 0201 7204-153, maria.klauwer@kwi-nrw.de