KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen
event
 
Montag, 24. November 19:15 Uhr
Veranstaltungsreihe: Homophobie im globalen Kontext
Vortrag: „Homophobie in Südafrika und Uganda“
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Gartensaal, Goethestr. 31, 45128 Essen
Veranstalter: edition Körber-Stiftung

Das Anti-Homosexuellengesetz in Uganda sorgte seit Ende 2013 international für heftige politische Kontroversen und große mediale Aufmerksamkeit. Weltweit protestierten Interessenvertretungen und Menschenrechtsinitiativen gegen das Gesetzesvorhaben. Südafrika gilt im Unterschied zum ostafrikanischen Uganda als Zufluchtsland für verfolgte Homosexuelle und Trans-Menschen. Gleichgeschlechtliche Ehen sind legal und Geschlechtsumwandlungen möglich. Seit 1996 schützt das Land die Rechte von Menschen unterschiedlicher Geschlechtsidentität und -orientierung in der Verfassung. Gleichzeitig werden insbesondere schwarze Lesben Opfer homophober Hassgewalt, eine Strafverfolgung der Täter findet oftmals nicht statt. Der Vortrag der Ethnologin und Autorin Rita Schäfer nimmt dieses Spannungsfeld in den Blick und erörtert sowohl aktuelle politische als auch kolonialhistorische und religiöse Bezüge. Beispiele illustrieren zudem die mutige Arbeit von Homosexuellenorganisationen und Aktivistinnen und Aktivisten.

Die Vortragsreihe „Homophobie im globalen Fokus“ betrachtet Homophobie als ein Phänomen, das zunehmend in seinen globalen Dimensionen und Implikationen sichtbar wird. Wir leben in einer widersprüchlichen Situation: Einerseits wird Homophobie in vielen Demokratien heute als Menschenrechtsverletzung angeprangert und bekämpft, andererseits beobachten wir eine Zunahme homophober Haltungen und Handlungen in anderen Weltteilen sowie in kulturellen, religiösen und ideologischen Bewegungen und Institutionen. Die Fragen der Vortragsreihe lauten: Wie ist der Aufstieg des Themas Homophobie (bzw. Transphobie etc.) zu erklären? Wodurch unterscheidet sich dieser Affekt von anderen Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit? Welches sind die Ursachen und Bedingungen für Trends und Gegentrends in diesem Feld? Wo liegen nationale und kulturelle Unterschiede, wie sind sie zu erklären, und an welchen Punkten interagieren sie mit globalen Tendenzen? Wie wird in den aktuellen Debatten um Inter- und Transkulturalität Homophobie mit Religion, Migration und Rassismus verknüpft?

pdf iconAushang zur Veranstaltung

Referentin:
Rita Schäfer ist Ethnologin und freiberufliche Wissenschaftlerin. Sie forscht vor allem zu Gender, Frauenrechten, geschlechtsspezifische Gewalt und Homophobie in Ländern wie Sierra Leone, Simbabwe, Namibia und Südafrika. Darüber hinaus ist sie als Autorin und Gutachterin für Entwicklungszusammenarbeit tätig.

Moderation:
Claus Leggewie, Direktor des KWI und Co-Director des Käte Hamburger Kollegs / Centre for Global Cooperation Research

Wissenschaftliche Leitung:
Volker Heins ist Leiter des Forschungsbereichs „Interkultur“ am KWI und seit Oktober 2013 Leiter des Forschungsbereichs „Globale Kulturkonflikte und transkulturelle Kooperation” am Centre for Global Cooperation Research / Käte Hamburger Kolleg in Duisburg.
Andreas Langenohl ist Professor für Soziologie mit Schwerpunkt Allgemeiner Gesellschaftsvergleich an der Universität Giessen.

Um Anmeldung bis zum 19.11.2014 wird gebeten bei
Maria Klauwer, KWI, Tel. 0201 7204-153, maria.klauwer@kwi-nrw.de