KWI- Kulturwissenschaftliches Institut Essen
event
 
Dienstag, 09. Juni 19:00 Uhr
Podium: Thomas Flemming, Peter Heinemann, Jürgen Schmude, Wilfried Loth, Claus Leggewie
Vortrag und Diskussion: „Gustav Heinemann – Vom Kämpfer gegen die Wiederbewaffnung zum ‚Bürgerpräsidenten‘“
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Gartensaal, Goethestr. 31, 45128 Essen
Veranstalter: edition Körber-Stiftung

Gustav Heinemann, der erste sozialdemokratische Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, begann in Essen seinen Weg in die Politik, der ihn schließlich 1969 in das Amt des Bundespräsidenten führte. In seinem Buch „Gustav W. Heinemann. Ein deutscher Citoyen. Biographie“ zeichnete der Publizist und Historiker Thomas Flemming 2013 Leben und Wirken des Politikers nach. Im Rahmen des Vortrags am 9. Juni ist der Autor im Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) zu Gast. Als Zeitzeugen kommen der frühere Bundesjustizminister und Präses der EKD-Synode, Jürgen Schmude und Peter Heinemann, NRW-Politiker und Sohn Gustav Heinemanns, zu Wort. Mit ihnen diskutiert auf dem Podium der Essener Historiker Wilfried Loth.

Die Veranstaltung widmet sich dem Politiker und protestantisch geprägten Bürger Gustav W. Heinemann (1899-1976), der sein politisches Engagement schon 1946 bis 1949 als Oberbürgermeister von Essen unter Beweis gestellt hatte. Als Justizminister und späterer Bundespräsident gehört Gustav Heinemann zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Mit der Großen Strafrechtsreform von 1968/69 gab er wesentliche Impulse zur Modernisierung des westdeutschen Justizwesens. In seiner Amtszeit als erster sozialdemokratischer Bundespräsident (1969-1974) bemühte er sich vor allem um die Versöhnung mit den Staaten, die unter der NS-Herrschaft gelitten hatten, er ermunterte die Deutschen zu mehr Bürgermut und Selbstverantwortung. Das öffentliche Ansehen und die Glaubwürdigkeit, die Heinemann seit 1950 in wachsendem Maß genoss, ist nicht zuletzt auf sein Engagement in der Evangelischen Kirche und seine Rolle als NS-Gegner zurückzuführen, die Heinemann vor 1945 in die Bekennende Kirche führte.

Wissenschaftliche Leitung:
Norbert Jegelka, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI)

Autor und Referent:
Thomas Flemming, geboren 1957, studierte Geschichte, Germanistik und Philosophie an der FU Berlin. Der Publizist und Historiker veröffentlichte zahlreiche Werke insbesondere zur Nachkriegsgeschichte und Geschichte Berlins.

Diskutanten:
Peter Heinemann wurde 1936 in Essen geboren. Peter Heinemann ist Rechtsanwalt, von 1980 bis 1990 war Heinemann Mitglied des Landtags des Landes Nordrhein-Westfalen.

Jürgen Schmude ist ehemaliger Bundesminister für Bildung und Wissenschaft sowie Bundesminister der Justiz. Als Rechtsanwalt war er seit 1967 in der Essener Kanzlei Heinemanns tätig. Neben vielen weiteren öffentlichen Ämtern war er bis 2003 Präses der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Wilfried Loth, geboren 1948, ist Professor im Ruhestand für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Duisburg-Essen. Er ist Autor zahlreicher Bücher zur Zeitgeschichte und Europäischen Integration.

Moderation:
Claus Leggewie ist Professor für Politikwissenschaften und Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI).

Um Anmeldung bis zum 5. Juni 2015 wird gebeten bei Maria Klauwer, KWI, Tel. 0201 7204-153, maria.klauwer@kwi-nrw.de