KWI - Kulturwissenschaftliches Institut Essen
event
 
Donnerstag, 11. Februar 16:00 Uhr - 18:00 Uhr
Vortrag und Diskussion mit Michael Gordin
Wissenschaftliches Babylon: Die deutsche Sprache und das Ende der vielsprachigen Naturwissenschaft
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Goethestraße 31, 45128 Essen, Gartensaal
Veranstalter: edition Körber-Stiftung

Die Kommunikation in den Naturwissenschaften, jedenfalls die öffentliche, geschieht heute fast ausschließlich auf Englisch. Diese recht neue Erscheinung hat sich seit ungefähr einem halben Jahrhundert entwickelt. Der Vortrag schildert den Übergang von der primär dreisprachigen naturwissenschaftlichen Kommunikation um 1850 (Englisch, Französisch und Deutsch) zu einer zunächst eher zweisprachigen (primär Englisch, sekundär Russisch) zu der dann vorherrschend einsprachigen heute. Dabei steht die deutsche Sprache im Fokus der Betrachtung. Sie schien vor rund hundert Jahren auf dem Weg, die dominante Naturwissenschaftssprache zu werden. Jedoch führte ihr schroffer Niedergang, der bedingt war durch politische Umstände (vor allem um den Ersten Weltkrieg) und durch kulturelle Entwicklungen in der Wissenschaftsgemeinschaft, von einer mehrsprachigen zu einer einsprachigen Kommunikationsgemeinschaft in den Naturwissenschaften.

Der Vortrag findet auf Englisch statt, aber unterstützt durch eine deutschsprachige Powerpoint-Präsentation. Außerdem dürfen in der anschließenden Diskussion Fragen auf Deutsch gestellt werden.

Wissenschaftliche Leitung:
Claus Leggewie ist Professor für Politikwissenschaft und Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts (KWI) in Essen sowie des Centre for Global Cooperation Research in Duisburg.

Referent:
Michael Gordin ist Professor der modernen und zeitgenössischen Geschichte an der Princeton University (USA). Er ist Experte für die Entwicklung der Naturwissenschaften in russischer, amerikanischer und europäischer Geschichte. Gordin studierte in Harvard und forscht seit 2011 als Guggenheim Fellow zur Wissenschaftssprache. Am 11.2. spricht er über sein aktuelles Buch „Scientific Babel: How Science Was Done before and after Global English”.

Moderation:
Ulrich Ammon ist Professor für Linguistik mit dem Schwerpunkt Soziolinguistik an der Universität Duisburg-Essen. Er hat Michael Gordins Buch für die Zeitschrift Language Problems und Language Planning ausführlich rezensiert.

Um Anmeldung bis zum 5. Februar 2016 mit vollem Namen wird per E-Mail gebeten an: maria.klauwer@kwi-nrw.de

Der Eintritt ist frei.

Kontakt:
Miriam Wienhold, Pressereferentin, Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), miriam-wienhold@kwi-nrw.de