{"id":14891,"date":"2024-07-01T09:24:16","date_gmt":"2024-07-01T07:24:16","guid":{"rendered":"https:\/\/staging-v2.kulturwissenschaften.de\/?p=14891"},"modified":"2025-11-12T12:20:59","modified_gmt":"2025-11-12T11:20:59","slug":"sybille-kraemer-ueber-kulturtechniken-der-verflachung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/sybille-kraemer-ueber-kulturtechniken-der-verflachung\/","title":{"rendered":"Sybille Kr\u00e4mer \u00fcber Kulturtechniken der Verflachung"},"content":{"rendered":"<p>Wer im Alltag von \u203aOberfl\u00e4chlichkeit\u2039 spricht, der m\u00f6chte in der Regel auf Flachheit, Gehalt- oder Geistlosigkeit hinweisen. Nicht so die deutsche Philosophin und Medienwissenschaftlerin <a href=\"https:\/\/sybillekraemer.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Sybille Kr\u00e4mer<\/a>, die <a href=\"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/veranstaltung\/wenn-und-aber-kraemer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">am Abend des 20. Juni 2024<\/a> im \u00fcbervollen Gartensaal des KWI Essen ein Lob der Oberfl\u00e4che anstimmte. In Ihrem Vortrag \u00bbKulturtechniken der Verflachung und ihr sch\u00f6pferisches Potenzial\u00ab argumentierte sie, dass die Erfindung bebilderter und beschrifteter Fl\u00e4chen ein Motor geistiger Arbeit und kultureller Entwicklung ist, der seinesgleichen sucht. Von der Hautt\u00e4towierung und H\u00f6hlenmalerei \u00fcber die Erfindung von Bildern, Graphen, Karten und Diagrammen, bis zum Computerscreen und Smartphone ziehe sich eine Entwicklung, so Kr\u00e4mer, in der menschliche Erkenntnisarbeit \u00fcberhaupt erst durch eine Projektion in die Zweidimensionalit\u00e4t erm\u00f6glicht wird.<\/p>\n<p>Daher gehe Digitalit\u00e4t dem Computer auch lange voraus, ja gehe sogar Leibniz voraus, der den bin\u00e4ren Code erfand. In einem Parforceritt durch die Kulturgeschichte des Schreibens und Rechnens zeigte die Philosophin, dass bereits die Erfindung des Alphabets und des Dezimalsystems als digitale Zeichensysteme <em>avant la lettre<\/em> begriffen werden k\u00f6nnen. So verschieben sich an diesem Abend nicht nur die historischen R\u00e4ume, in denen \u00fcber Digitalisierung nachgedacht werden kann, sondern auch die Zuschreibungskategorien von Mensch und Maschine. Wenn Schreiben und Rechnen nicht einzig als verstehende, geistige, also tiefe T\u00e4tigkeiten verstanden werden, sondern als technische und gerade deshalb als produktive Prozesse, dann steht nicht weniger auf dem Spiel als das Selbstverst\u00e4ndnis der Geisteswissenschaften, in denen Hermeneutik und Interpretation gerne als K\u00f6nigsweg und Alleinstellungsmerkmal des Menschen gedeutet werden. Vielleicht \u2013 so gibt die Philosophin an diesem Abend zu bedenken \u2013 bilden wir im Umgang mit artifizieller Fl\u00e4chigkeit immer schon den Computer an uns selber aus.<\/p>\n<p><em>Text: Mona Leinung<\/em><\/p>\n<p>Einen Mitschnitt des Vortrags finden Sie zudem <a href=\"https:\/\/youtu.be\/DiWHZq_r8zs?si=5p3dlxN4my_4LSRD\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">auf dem KWI-Youtubekanal<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer im Alltag von \u203aOberfl\u00e4chlichkeit\u2039 spricht, der m\u00f6chte in der Regel auf Flachheit, Gehalt- oder Geistlosigkeit hinweisen. Nicht so die deutsche Philosophin und Medienwissenschaftlerin Sybille Kr\u00e4mer, die am Abend des 20. Juni 2024 im \u00fcbervollen Gartensaal des KWI Essen ein Lob der Oberfl\u00e4che anstimmte. 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