{"id":18768,"date":"2025-11-11T11:50:28","date_gmt":"2025-11-11T10:50:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/?p=18768"},"modified":"2025-11-21T20:21:43","modified_gmt":"2025-11-21T19:21:43","slug":"bioethik-gehring-herzog-25","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/bioethik-gehring-herzog-25\/","title":{"rendered":"Debatte zu Bioethik &#038; Biopolitik"},"content":{"rendered":"<p>Unter dem Titel <em><a href=\"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/veranstaltung\/die-moral-von-der-geschicht-das-sprechen-ueber-den-wert-des-lebens-und-die-entstehung-der-bioethik-im-postfaschistischen-deutschland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Moral von der Geschicht\u2018? \u00dcber Biopolitik, Bioethik und den Wert des Lebens in Deutschland<\/a> <\/em>waren am 04. November 2025 die Philosophin Petra Gehring (Darmstadt) und die Historikerin Dagmar Herzog (New York) zu Gast im Gartensaal des KWI. Anl\u00e4sslich Gehrings j\u00fcngst erschienener Studie <a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buch\/petra-gehring-biegsame-expertise-t-9783518588208\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Biegsame Expertise. Geschichte der Bioethik in Deutschland 1970-2010<\/em><\/a> (2025) und Herzogs Ideengeschichte geistiger Behinderung in Deutschland, <a href=\"https:\/\/www.suhrkamp.de\/buch\/dagmar-herzog-eugenische-phantasmen-t-9783518588147\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Eugenische Phantasmen. Eine deutsche Geschichte<\/em><\/a> (2024) stand die Frage im Zentrum, wie die Geschichte von Bioethik und Biopolitik in Deutschland seit 1970 zwischen R\u00fcckbez\u00fcgen auf die eugenisch motivierten Medizinverbrechen w\u00e4hrend der Nazi-Herrschaft und steter gesellschaftlicher Neuerung zu verstehen ist.<\/p>\n<p>In zwei facettenreichen Vortr\u00e4gen pr\u00e4sentierten Gehring und Herzog ihr Material und einige Thesen. Deutlich wurden die Bez\u00fcge zwischen den B\u00fcchern vor allem hinsichtlich der Nachgeschichte der sogenannten \u201eEuthanasie\u201c. Seit den 1980er Jahren, als ein Gedenken an die Opfer der nazistischen Patientenmorde und Zwangssterilisationen gerade erst entstand, und Inklusionsbem\u00fchungen eine gewisse gesellschaftliche Akzeptanz erlangten, wurde in (West-)Deutschland angesichts rasanter medizintechnologischer Entwicklungen (v.a. im Bereich der Pr\u00e4nataldiagnostik), der Debatte um die Aussagen des Bioethikers Peter Singer und \u2013 in den 1990er Jahren \u2013 der EU-Bioethikkonvention heftige Kritik an bioethischen Abw\u00e4gungen ge\u00fcbt. Dar\u00fcber hinaus seien die historischen NS-Bez\u00fcge bei der Entstehung der Bioethik in Deutschland als einer neuen Form angewandter Ethik kein Leitmotiv gewesen, so Gehring.<\/p>\n<p>Die anregende Diskussion mit dem Publikum, in der die internationalen Aspekte der Geschichte der Eugenik und die Integration der kritischen Stimmen in der Bioethik-Debatte betont wurden, unterstrich die Bedeutung der Themen Biopolitik und Bioethik(-kritik) sowie den Umgang mit beeintr\u00e4chtigten Menschen im Lichte der bio-, medizin- und gentechnologischen Entwicklungen f\u00fcr eine Gesellschaftsgeschichte des ausgehenden 20. und des 21. Jahrhunderts. Im Sinne einer kritischen, alltagsgeschichtlichen Perspektive auf das Thema w\u00e4re zu fragen: Um wessen Bioethik handelte es sich?<\/p>\n<p><em><a href=\"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/person\/jonas-schmidt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Organisation &amp; Text: Jonas Schmidt<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unter dem Titel Die Moral von der Geschicht\u2018? \u00dcber Biopolitik, Bioethik und den Wert des Lebens in Deutschland waren am 04. November 2025 die Philosophin Petra Gehring (Darmstadt) und die Historikerin Dagmar Herzog (New York) zu Gast im Gartensaal des KWI. Anl\u00e4sslich Gehrings j\u00fcngst erschienener Studie Biegsame Expertise. Geschichte der Bioethik in Deutschland 1970-2010 (2025) [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":18355,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[721],"tags":[],"class_list":["post-18768","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-historische-wirksamkeit"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18768","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=18768"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/18768\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18355"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18768"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=18768"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=18768"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}