{"id":2737,"date":"2019-06-24T11:35:17","date_gmt":"2019-06-24T09:35:17","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturwissenschaften.de\/?p=2737"},"modified":"2019-06-24T11:35:17","modified_gmt":"2019-06-24T09:35:17","slug":"cinescience-extra-beim-3-essener-wissenschaftssommer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/cinescience-extra-beim-3-essener-wissenschaftssommer\/","title":{"rendered":"CineScience EXTRA beim 3. Essener Wissenschaftssommer"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEs gibt eine Entwicklung vom Terminator zum Replikanten\u201c, sagt <a href=\"http:\/\/www.fb10.uni-bremen.de\/lehrpersonal\/kopka.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Katalina Kopka<\/a> ganz zu Anfang: Die moderne k\u00fcnstliche Intelligenz will uns nicht mehr umbringen, sondern filmisches Bewusstsein f\u00fcr die Beziehung zwischen Mensch und Maschine schaffen. Kopka promoviert an der Universit\u00e4t Bremen zu k\u00fcnstlicher Intelligenz im Spielfilm, wobei es ihr vor allem um Social Companions geht, k\u00fcnstliche Intelligenzen, die als \u201aMensch\u2018 mit Menschen interagieren und &#8211; wie k\u00fcrzlich in Japan geschehen &#8211; sogar verheiratet werden.<\/p>\n<p>Anhand von Denis Villeneuves \u201eBlade Runner 2049\u201c (2017) hob sie vor allem die Grenzverschiebung von Mensch und Nichtmensch hervor, indem sie die Beziehung des Blade Runners K zu seiner ebenfalls nichtmenschlichen Hologrammfreundin Joi in Filmszenen beleuchtete und nicht nur problematisierte, dass weibliche KIs immer sehr sexualisiert dargestellt werden, sondern auch, dass sowohl Aspekte der K\u00f6rperhaftigkeit als auch des Datenschutzes in diesem Film verhandelt werden, da die Daten von Joi genutzt wurden, um K zu bespitzeln.<\/p>\n<p>Alex Garlands KI in \u201eEx Machina\u201c (2015) ist ebenfalls eine sehr sexualisierte Frau, die in einem kammerspielartigen Setting die m\u00e4nnlichen Protagonisten gegeneinander ausspielt. Der Film diskutiert vor allem Besitzverh\u00e4ltnisse und Verantwortlichkeiten bei k\u00fcnstlicher Intelligenz, wobei Kopka die berechtigte Frage stellte, ob es so etwas wie Einvernehmen bei programmierten Beziehungen geben kann und welches Selbstverst\u00e4ndnis einer Beziehung zu Grunde liegt, die letztlich einer Dienstleistung entspricht.<\/p>\n<p>Als sich die anschlie\u00dfende Diskussion fragte, warum KIs im Film h\u00e4ufig humanoid gezeigt w\u00fcrden und gerade in Filmen, die Zukunft thematisieren, oft sehr archaische Erz\u00e4hlmuster vom Martyrium bis Frankenstein reaktiviert werden, wurde deutlich, dass sich hier das Massenmedium Film einschaltet: Unbekanntes muss Hollywoodlogiken zufolge mit Bekanntem gerahmt werden und jedes Publikum will einen Helden, der kein Mensch sein muss, aber aussehen sollte wie einer.<\/p>\n<p>(Text: <a href=\"https:\/\/kulturwissenschaften.de\/person\/dr-anja-schuermann\/\">Anja Sch\u00fcrmann<\/a>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eEs gibt eine Entwicklung vom Terminator zum Replikanten\u201c, sagt Katalina Kopka ganz zu Anfang: Die moderne k\u00fcnstliche Intelligenz will uns nicht mehr umbringen, sondern filmisches Bewusstsein f\u00fcr die Beziehung zwischen Mensch und Maschine schaffen. 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