{"id":678,"date":"2019-01-24T16:58:23","date_gmt":"2019-01-24T15:58:23","guid":{"rendered":"https:\/\/kulturwissenschaften.de\/?p=678"},"modified":"2020-09-01T15:32:00","modified_gmt":"2020-09-01T13:32:00","slug":"vortragmissmut-agitation-und-social-media","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/vortragmissmut-agitation-und-social-media\/","title":{"rendered":"Vortrag:&#8221;Missmut, Agitation und Social Media&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Zwischen Hashtags, <a class=\"extlink\" href=\"https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/sport\/geldstrafe-vergoldetes-steak-kommt-ribery-teuer-zu-stehen,REMHMh7\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">vergoldeten Steaks<\/a> und <a class=\"extlink\" href=\"https:\/\/www.faz.net\/aktuell\/feuilleton\/debatten\/autorin-stefanie-sargnagel-wird-ziel-einer-hasskampagne-14924395.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">fiktiver Gewalt an Katzen<\/a> entfalten sich in Sozialen Netzwerken schnell Emp\u00f6rungswellen, die sich (scheinbar unkontrolliert) von &#8216;Emp\u00f6rungsrinnsalen&#8217; zu handfesten &#8216;Tsunamis der Wut&#8217; auswachsen. Social Media b\u00f6ten &#8220;R\u00e4ume des exzessiven Streits&#8221;, so der Medienwissenschaftler <a class=\"extlink\" href=\"http:\/\/staff.germanistik.rub.de\/gaderer\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rupert Gaderer<\/a> (RUB), der am 15. Januar in der KWI-Reihe &#8220;<a class=\"extlink\" href=\"https:\/\/kulturwissenschaften.de\/veranstaltungen\/vortragsreihe-kleine-gefuehle\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kleine Gef\u00fchle<\/a>&#8221; \u00fcber &#8220;<a class=\"extlink\" href=\"https:\/\/kulturwissenschaften.de\/veranstaltungen\/missmut-agitation-und-social-media\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Missmut, Agitation und Social Media<\/a>&#8221; referierte.<\/p>\n<p>Die Kulturtechnik des \u00f6ffentlichen Besch\u00e4mens habe eine lange Tradition in der westlichen Kulturgeschichte. Doch w\u00e4hrend im 13. Jahrhundert Menschen physisch und buchst\u00e4blich an den Pranger gestellt wurden, verlagere sich der sprichw\u00f6rtliche Pranger im 21. Jahrhundert in digitale R\u00e4ume. Diese seien der optimale N\u00e4hrboden f\u00fcr die Verbreitung von Behauptungen und Verschw\u00f6rungstheorien, die sich rasant zu Shitstorms entwickelten, so Gaderer \u2013 denn der Reiz des Skandal\u00f6sen sei stark.<\/p>\n<p>Die Infrastruktur Sozialer Medien beg\u00fcnstige, dass in kleinem Format, &#8220;gro\u00df&#8221; gestritten werden k\u00f6nne, ohne dass eine koh\u00e4rente Argumentationskette aufgebaut werden m\u00fcsse. Ein differenzierter Diskurs werde dadurch verhindert. Die mutma\u00dflich instantane Wirkung des Kommentierens auf Twitter und Co., gepaart mit der M\u00fchelosigkeit des Vorgangs, erwecke zudem das Bed\u00fcrfnis, sich mitzuteilen. So entst\u00fcnde eine regelrechte Beschwerderoutine, die gleicherma\u00dfen herbeigew\u00fcnscht und gef\u00fcrchtet sei.<\/p>\n<p>Denn letztlich formen Shitstorms \u00f6ffentliche Diskurse und seien somit eng mit der Frage nach Macht und Handlungsmacht verbunden. W\u00e4hrend Institutionen und Menschen viel Kraft aufwenden, Strategien zu entwickeln, Shitstorms aktiv abzuwenden und zu kanalisieren, werden sie andererseits kalkuliert herbeigef\u00fchrt, um eine Agenda zu setzen und Stimmungen anzufachen und zu agitieren.<\/p>\n<p>Diese Dynamik griff auch das interessierte Publikum auf und verwies auf die Rolle von Social Bots und die Schwierigkeit, Shitstorms und aufkeimende Emp\u00f6rungswellen differenziert einzuordnen. Der Umgang mit derartigen digitalen Dynamiken ist ein Thema, das zunehmend auch aus wissenschaftlicher Perspektive in den Blick genommen wird, insbesondere in der Publizistik, der Medienp\u00e4dagogik und der Rechtswissenschaft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwischen Hashtags, vergoldeten Steaks und fiktiver Gewalt an Katzen entfalten sich in Sozialen Netzwerken schnell Emp\u00f6rungswellen, die sich (scheinbar unkontrolliert) von &#8216;Emp\u00f6rungsrinnsalen&#8217; zu handfesten &#8216;Tsunamis der Wut&#8217; auswachsen. Social Media b\u00f6ten &#8220;R\u00e4ume des exzessiven Streits&#8221;, so der Medienwissenschaftler Rupert Gaderer (RUB), der am 15. Januar in der KWI-Reihe &#8220;Kleine Gef\u00fchle&#8221; \u00fcber &#8220;Missmut, Agitation und Social [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":679,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-678","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/678","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=678"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/678\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/679"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=678"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=678"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=678"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}