{"id":9700,"date":"2022-07-05T15:19:39","date_gmt":"2022-07-05T13:19:39","guid":{"rendered":"https:\/\/staging-v2.kulturwissenschaften.de\/?p=9700"},"modified":"2022-10-25T12:32:35","modified_gmt":"2022-10-25T10:32:35","slug":"fuenf-jahre-akademie-im-exil-wissenschaftliche-freiheit-heute","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/fuenf-jahre-akademie-im-exil-wissenschaftliche-freiheit-heute\/","title":{"rendered":"F\u00fcnf Jahre \u201aAcademy in Exile\u2018 &#8211; Wissenschaftliche Freiheit heute"},"content":{"rendered":"<p>Seit f\u00fcnf Jahren f\u00f6rdern die <a href=\"https:\/\/www.volkswagenstiftung.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">VolkswagenStiftung<\/a>, die <a href=\"https:\/\/mellon.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Mellon Foundation<\/a> und die<a href=\"https:\/\/www.opensocietyfoundations.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Open Society Foundations<\/a> mit der <a href=\"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/akademie-im-exil\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201aAcademy in Exile\u2018<\/a> einen Zufluchtsort f\u00fcr Wissenschaftler:innen, die aus politischen Gr\u00fcnden ihre Heimatl\u00e4nder verlassen mussten. Stipendiat:innen u.a. aus der T\u00fcrkei, Ungarn, Afghanistan, Syrien oder der Ukraine finden ein neues akademisches Umfeld am Kulturwissenschaftlichen Institut in Essen (KWI), an der <a href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Universit\u00e4t Duisburg-Essen<\/a> (UDE), an der <a href=\"https:\/\/www.fu-berlin.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Freien Universit\u00e4t Berlin<\/a> (FU Berlin) und am <a href=\"https:\/\/www.forum-transregionale-studien.de\/startseite.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Forum Transregionale Studien<\/a> (FTS).<\/p>\n<p>\u201eExil macht etwas nicht nur mit den Menschen, die ihr Heimatland verlassen m\u00fcssen, sondern auch mit ihrer Wissenschaft und mit dem Wissenschaftssystem des aufnehmenden Landes,\u201c so <a href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/turkistik\/kader_konuk.php\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kader Konuk<\/a>, Direktorin der \u201aAkademie im Exil\u2018 und Professorin f\u00fcr Turkistik an der UDE, im Mai bei einem Vortrag anl\u00e4sslich der Gr\u00fcndung des Erich Auerbach Institute for Advanced Studies an der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln. Der Literaturwissenschaftler Erich Auerbach wurde im nationalsozialistischen Deutschland 1935 von seiner Professur in Marburg vertrieben. Er nahm einen Ruf an die Universit\u00e4t Istanbul an und lehrte und forschte elf Jahre in der T\u00fcrkei. Damals vermittelte die Notgemeinschaft deutscher Wissenschaftler im Ausland, gegr\u00fcndet 1933 von Philipp Schwartz, Stellen f\u00fcr Wissenschaftler:innen im Exil. Heute bietet die \u201aAkademie im Exil\u2018 bedrohten oder vertriebenen Wissenschaftler:innen aus dem Ausland die M\u00f6glichkeit, ihre Forschung und Lehre in Deutschland fortzuf\u00fchren. Seit 2017 konnten insgesamt 73 Wissenschaftler:innen, Journalist:innen und Kulturschaffende eingeladen werden.<\/p>\n<p>Anlass f\u00fcr die Gr\u00fcndung waren politische Entwicklungen in der T\u00fcrkei. \u201eKritische Wissenschaftler:innen an t\u00fcrkischen Universit\u00e4ten waren Berufsverboten und Gerichtsverfahren ausgesetzt\u201c, sagt Kader Konuk. \u201eWir haben nach einer M\u00f6glichkeit gesucht, Kolleg:innen zu unterst\u00fctzen und gleichzeitig ein Forum zu schaffen, in dem \u00fcber Wissenschaftsfreiheit und Exilwissenschaft diskutiert und geforscht werden kann.\u201c Der gro\u00dfe Erfolg des Programms f\u00fchrte dazu, dass es heute Bewerber:innen aus der ganzen Welt offensteht. \u201eUniversit\u00e4ten sind Wissenschaftsinstitutionen, die Verantwortung \u00fcbernehmen und die sich st\u00e4ndig erneuern\u201c, erkl\u00e4rt die Rektorin der UDE, Professorin Barbara Albert. \u201eEs ist uns ein besonderes Anliegen, Kolleg:innen zu unterst\u00fctzen, die der Wissenschaftsfreiheit besonders bed\u00fcrfen, und zugleich brauchen wir ihre fachliche Expertise und Kreativit\u00e4t und ihre internationalen Erfahrungen, um die UDE fortzuentwickeln.\u201c In diesem Sommer kommen drei afghanische Fellows aus den Bereichen Kunst und Medien an das KWI. Direktorin Julika Griem dazu: \u201eUnsere Kolleg:innen aus der T\u00fcrkei, Ungarn, Myanmar und Russland schenken dem KWI neue Perspektiven. Mit den afghanischen Journalist:innen werden wir unsere Forschungskultur auf besonders innovative Weise weiterentwickeln k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Wer eine F\u00f6rderung erh\u00e4lt, bestimmt eine Auswahlkommission in einem mehrstufigen Auswahlverfahren auf der Grundlage akademischer Leistung und des Risikostatus. Die Akademie vergibt Stipendien f\u00fcr maximal zweij\u00e4hrige Gastaufenthalte in Essen und Berlin.<\/p>\n<p>F\u00fcr die renommierte VolkswagenStiftung, die das Programm als gr\u00f6\u00dfte Stifterin mitfinanziert, ist die \u201aAkademie im Exil\u2018 ein Projekt mit Signalwirkung. Generalsekret\u00e4r Dr. Georg Sch\u00fctte: \u201eAutorit\u00e4re Regime und Terrorkriege stehlen einer ganzen Generation von Forschenden ihre berufliche Zukunft. Sie sind als akademische Nomaden \u00fcber die Welt verteilt. Zumindest f\u00fcr einen kleinen Teil dieser Fl\u00fcchtlinge ist die \u201aAkademie im Exil\u2018 ein Schutz- und Dialograum. Das Konzept verdient viele Nachahmer auch in anderen L\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>Die VolkswagenStiftung ist von Anfang an dabei und die gr\u00f6\u00dfte F\u00f6rderinstitution der \u201aAcademy in Exile\u2018. Das Afghanistan-Programm wird zudem von der Andrew W. Mellon Foundation unterst\u00fctzt. Dar\u00fcber hinaus hat die Academy von den Open Society Foundations, dem IIE-Scholar Rescue Fund, der Freudenbergstiftung und dem DAAD Unterst\u00fctzung erhalten. Anfang des Jahres hat die Academy ihren Fokus auf gef\u00e4hrdete Kultur- und Medienschaffende erweitert: Mithilfe der Allianz Kulturstiftung wurde ein \u201aArtist-in-Residence\u2018-Programm initiiert, das auf K\u00fcnstler:innen aus den Bereichen Film- und Video, Sound und visuelle Kunst abzielt, die sich in ihren Werken f\u00fcr Demokratie, Menschrechte sowie Rede- und Meinungsfreiheit einsetzen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.uni-due.de\/2022-06-29-fuenf-jahre-academy-in-exile\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(Pressemitteilung der Universit\u00e4t Duisburg-Essen)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit f\u00fcnf Jahren f\u00f6rdern die VolkswagenStiftung, die Mellon Foundation und die Open Society Foundations mit der \u201aAcademy in Exile\u2018 einen Zufluchtsort f\u00fcr Wissenschaftler:innen, die aus politischen Gr\u00fcnden ihre Heimatl\u00e4nder verlassen mussten. 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