{"id":15197,"date":"2024-08-13T13:12:59","date_gmt":"2024-08-13T11:12:59","guid":{"rendered":"https:\/\/staging-v2.kulturwissenschaften.de\/?post_type=veranstaltung&#038;p=15197"},"modified":"2025-01-13T13:49:39","modified_gmt":"2025-01-13T12:49:39","slug":"der-western-als-spektakel-zwischen-exzess-und-kitsch","status":"publish","type":"veranstaltung","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/veranstaltung\/der-western-als-spektakel-zwischen-exzess-und-kitsch\/","title":{"rendered":"Der Western als Spektakel zwischen Exzess und Kitsch"},"content":{"rendered":"<p>Der bundesdeutsche Karl-May-Film, die Italo-Western und auch die DEFA-Indianerfilme haben das Genre des Western seit den 1960er Jahren gesprengt, erweitert und wiederbelebt. Ihre Sto\u00dfrichtung war eine andere als im Hollywood-Western. Es ging weniger um den Mythos des Wilden Westens als um ein Kino der Attraktionen. Klar, viele Italo-Western und nat\u00fcrlich die DEFA-Indianerfilme waren auch politisch. Doch die Abkehr weg von der mythischen Erz\u00e4hlung hin zum Spektakel ist un\u00fcbersehbar. Karl-May-Filme sind naiv, Italo-Western exzessiv und die DEFA hat eher Abenteuer- als antikapitalistische Indianerfilme gedreht. Es war ein betont popul\u00e4res Kino, ein Kino, dem man sich nur schwer entziehen konnte, sei es \u201eDer Schatz im Silbersee\u201c (1962), von dem sogar in Hollywood gesagt wurde, die Deutschen k\u00f6nnten Western drehen. Der erste der DEFA-Indianerfilme \u201eDie S\u00f6hne der gro\u00dfen B\u00e4rin\u201c (1966) oder die vor allem sp\u00e4teren kom\u00f6diantischen Italo-Western mit Bud Spencer und Terence Hill pr\u00e4gten ebenfalls das Genre. Der Vortrag versucht Filme aus diesem Spektrum, angereichert durch eine erweiterte Perspektive auf das internationale Kino, als Guilty Pleasures in den Blick zu nehmen.<\/p>\n<p><strong>PD Dr. Thomas Klein<\/strong> ist promovierter Film- und habilitierter Medienwissenschaftler und hat zahlreiche Artikel und B\u00fccher zum Western publiziert. Von 2010-2013 leitete er das DFG-Projekt \u201eWestern global\u201c an der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz. Er ist Lehrbeauftragter f\u00fcr Medien und Film in Theorie und Praxis an mehreren Hochschulen und arbeitet freiberuflich als Green Consultant f\u00fcr Film &amp; TV, Filmkritiker und in der Medienbildung sowie Bildung f\u00fcr nachhaltige Entwicklung.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die CineScience-Reihe \u201eSchund und Vergn\u00fcgen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Schon in den Jahren seiner Entstehung hatte das Kino als Kunstform keinerlei Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit unbeschwerter Unterhaltung. Die ersten Filmvorf\u00fchrungen fanden auf Jahrm\u00e4rkten stand \u2013 da durfte es schon mal klamaukig, deftig oder schl\u00fcpfrig zugehen. Daher war es kein Zufall, sondern nur historisch folgerichtig, dass auch das gefl\u00fcgelte Wort von den <em>Guilty Pleasures<\/em>, denen sich das KWI im Rahmen seines Jahresthemas 2024\/25 verschrieben hat, dem Universum der Lichtspielh\u00e4user entstammt. In der Zeitschrift <em>Film Comment<\/em> bekannten sich Autoren, Kritiker und Regisseure in der gleichnamigen Rubrik stolz zu Streifen, \u00fcber die andere gern die Nase r\u00fcmpften. Die Reihe <em>CineScience: Schund und Vergn\u00fcgen <\/em>will dem in nichts nachstehen und l\u00e4utet das Ende der Scham ein. So kommen Fans der Winnetou-Verfilmungen bei uns genauso zu ihrem Recht wie jene, die jedes Jahr aufs Neue den immer gleichen Weihnachtsfilmen entgegenfiebern oder vom Slapstick eines Louis de Fun\u00e8s nicht genug kriegen k\u00f6nnen. Nichts ist peinlich, und wenn M\u00e4nner auf der Leinwand in Tr\u00e4nen ausbrechen, ist das f\u00fcr uns nur ein Grund mehr, genauer hinzusehen. Denn ist der schn\u00f6de Hochkulturanspruch erst einmal revidiert, sitzt es sich im Kino endlich wieder ungeniert.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","event_category":[90,670],"class_list":["post-15197","veranstaltung","type-veranstaltung","status-publish","hentry","event_category-cinescience","event_category-guilty-pleasures"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung\/15197","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/veranstaltung"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15197"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/event_category?post=15197"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}