{"id":15268,"date":"2024-09-05T10:10:07","date_gmt":"2024-09-05T08:10:07","guid":{"rendered":"https:\/\/staging-v2.kulturwissenschaften.de\/?post_type=veranstaltung&#038;p=15268"},"modified":"2025-01-22T11:29:47","modified_gmt":"2025-01-22T10:29:47","slug":"postkolonialismus-zur-primetime-ii","status":"publish","type":"veranstaltung","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/veranstaltung\/postkolonialismus-zur-primetime-ii\/","title":{"rendered":"&#8220;Algier &#8211; Hauptstadt der Revolution\u00e4re&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><em>Gezeigt und kommentiert wird der Film <a href=\"https:\/\/www.troeller-deffarge.com\/filme\/fruehe-filme\/algier-hauptstadt-der-revolutionaere\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">&#8220;Algier &#8211; Hauptstadt der Revolution\u00e4re&#8221;<\/a> (Algerien, 1972) von Marie-Claude Deffarge und Gordian Troeller. Der Abend ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung <a href=\"https:\/\/www.museum-folkwang.de\/de\/ausstellung\/deffarge-troeller\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0\u201eDeffarge &amp; Troeller. Stern-Reportagen und Filme&#8221;<\/a> (15.11.2024-23.02.2025) im Museum Folkwang.<\/em><\/p>\n<p><strong>&#8220;Algier &#8211; Hauptstadt der Revolution\u00e4re&#8221; (Algerien, 1972)<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nach 1945 war das Interesse der deutschsprachigen \u00d6ffentlichkeit an den L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens lange eher gering ausgepr\u00e4gt. Erst mit der Dekolonisierungswelle in den 1960er Jahren wurde die sogenannte \u201eDritte Welt\u201c verst\u00e4rkt Objekt revolution\u00e4rer Faszination und Gegenstand eines breiteren Publikumsinteresses. Ma\u00dfgeblich daran mitgewirkt haben nicht zuletzt das luxemburgisch-franz\u00f6sische Journalisten- und Dokumentarfilmerpaar Marie-Claude Deffarge und Gordian Troeller. Das hochproduktive Schaffen der beiden erstreckte sich \u00fcber Jahrzehnte und umfasste neben Zeitungsreportagen vor allem L\u00e4nderdokumentationen, die im \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk ausgestrahlt wurden und beachtliche Einschaltquoten erzielten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Anhand von Deffarges und Troellers Dokumentarfilm \u201e<em>Algier, Hauptstadt der Revolution\u00e4re\u201c <\/em><em>(<\/em>1972) lassen sich geradezu exemplarisch die Hoffnungen nachzeichnen, die sich mit dem Aufbruch ehemaliger Kolonien in die Unabh\u00e4ngigkeit verbanden. Algier wurde zum Magneten f\u00fcr Befreiungsk\u00e4mpfer und Rebellen aus aller Welt. Nur diese Anziehungskraft l\u00e4sst die Entt\u00e4uschung verst\u00e4ndlich werden, die sich einstellte, als neue \u00f6konomische Abh\u00e4ngigkeiten an die Stelle der alten kolonialen Willk\u00fcr traten und die Verhei\u00dfung von Freiheit in autokratische Unterdr\u00fcckung und B\u00fcrgerkrieg umschlugen. So verdichten sich in diesem filmischen Portr\u00e4t der algerischen Hauptstadt auch die Paradoxien einer postkolonialen Sichtweise, die sich im Spannungsverh\u00e4ltnis zwischen nationaler Selbstbehauptung und internationalistischem Ver\u00e4nderungsdrang bew\u00e4hren muss.<\/p>\n<p data-swp-font-size=\"16px\">Gordian Troeller und Marie-Claude Deffarge<br \/>\nMitarbeit: Didier Baussy<br \/>\nKamera: Gordian Troeller<br \/>\nSchnitt: Marguerite Oboussier<br \/>\nL\u00e4nge: 45 Minuten<br \/>\nFarbe<br \/>\nErstausstrahlung: NDR 24.10.1972<\/p>\n<p><strong>Die Ausstellung &#8220;Deffarge &amp; Troeller. Stern-Reportagen und Filme&#8221; im Museum Folkwang<\/strong><\/p>\n<article>\n<article class=\"node node--type-event node--view-mode-full has-sidebar node--sidebar-layout\" role=\"article\">Die Franz\u00f6sin Marie-Claude Deffarge (1924\u20131984) und der Luxemburger Gordian Troeller (1917\u20132003) stehen f\u00fcr einen politischen, zugleich kritischen Journalismus ab den 1950er Jahren. Beide berichteten aus \u00fcber 70 L\u00e4ndern der Welt, bevorzugt jedoch aus dem Nahen Osten und dem Globalen S\u00fcden. Ihre Reportagen wurden in den 1960er Jahren vor allem im Stern publiziert, ihre sp\u00e4teren Filme im Fernsehen ausgestrahlt. Ihnen ging es nie nur darum, soziale Ungerechtigkeiten aufzuzeigen, sondern auch deren Ursachen durch Analysen gesellschaftspolitischer Strukturen offenzulegen. Viel Anerkennung, aber auch laute Kritik resultierten daraus. Mit der ersten umfassenden Retrospektive, die ihre Foto- und Filmreportagen vereint, ist das Werk der beiden Journalist:innen jetzt wiederzuentdecken. Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Centre national de l\u2019audiovisuel (CNA).<\/article>\n<\/article>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","event_category":[671],"class_list":["post-15268","veranstaltung","type-veranstaltung","status-publish","hentry","event_category-postkolonialismus-zur-primetime"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung\/15268","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/veranstaltung"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15268"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/event_category?post=15268"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}