{"id":15275,"date":"2024-09-03T12:41:08","date_gmt":"2024-09-03T10:41:08","guid":{"rendered":"https:\/\/staging-v2.kulturwissenschaften.de\/?post_type=veranstaltung&#038;p=15275"},"modified":"2024-12-17T09:34:26","modified_gmt":"2024-12-17T08:34:26","slug":"its-a-shame","status":"publish","type":"veranstaltung","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/veranstaltung\/its-a-shame\/","title":{"rendered":"It&#8217;s a Shame: Sichtbarkeit und ihre Grenzen"},"content":{"rendered":"<p>Wer sich sch\u00e4mt, verliert sein Gesicht, m\u00f6chte im Erdboden versinken oder zumindest den Augen anderer entfliehen. Dabei geht Scham immer aufs Ganze, sie ahndet die kleine Taktlosigkeit ebenso wie schwere Verfehlungen, partizipiert am ur\u00e4ltesten Gef\u00fchlsbestand und ist gleichzeitig eine Reaktion subtilster Art. Wenn \u201e<em>Scham der gro\u00dfe Stillmacher<\/em>\u201c ist, wie die Autorin Lea Schneider schreibt, \u00fcberrascht es nicht, dass sie sich dem Bild angedient hat. Weil bei ihr kaum von einer visuellen Blo\u00dfstellung zu abstrahieren ist, muss sie immer \u2013 mindestens in der Einbildung \u2013 mit einem Publikum rechnen, vor dessen Augen sie sich zeigt.<\/p>\n<p>Dieser Auff\u00fchrungscharakter der Scham schreibt eine lange Geschichte der Schand- und Schm\u00e4hbilder, die sich noch heute in den Besch\u00e4mungsdynamiken der sozialen Medien artikuliert oder sogar Teil k\u00fcnstlerischer Strategien werden kann: Als Nan Goldin 2019 im Guggenheim Museum gegen den Opioid-Hersteller Sackler demonstrierte, trug sie ein Banner mit dem Schriftzug: \u201e<em>Shame on Sackler<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>Wo solche Formen der au\u00dfergerichtlichen Strafinstanz immer einen \u201eMoment der Verdinglichung\u201d einschlie\u00dfen, weil man \u201eseiner Handlungs- und Deutungshoheit beraubt\u201d und zum \u201eObjekt der Blicke der anderen\u201d wird, wie die Journalistin Anette K\u00f6hler schreibt, wird gleichzeitig auch die Forderung laut, sich den zurichtenden Blicken von au\u00dfen zu entziehen.<\/p>\n<p>Das Podium diskutiert Beispiele wie die fotografische Arbeit <em>Soziale Gerechtigkeit 1: Schule<\/em> von Susanne Keichel und fragt, wie das Wechselverh\u00e4ltnis von Scham und Sichtbarkeit k\u00fcnstlerisch-aktivistisch verstanden werden kann, wo Scham gesch\u00fctzt oder \u00fcberwunden werden muss und wer sich das Recht auf Deutungshoheit nimmt. Wann werden Bilder zu Schaupl\u00e4tzen der Entehrung und Anklage? Wie verbinden sich mit Linda Hentschel \u201eSchaulust, Schauangst und Schauverbot\u201c? Und kann Verletzbarkeit eine Waffe sein?<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","event_category":[670,666],"class_list":["post-15275","veranstaltung","type-veranstaltung","status-publish","hentry","event_category-guilty-pleasures","event_category-visual-literacy"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung\/15275","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/veranstaltung"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15275"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/event_category?post=15275"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}