{"id":15320,"date":"2024-09-09T12:49:40","date_gmt":"2024-09-09T10:49:40","guid":{"rendered":"https:\/\/staging-v2.kulturwissenschaften.de\/?post_type=veranstaltung&#038;p=15320"},"modified":"2025-01-20T12:39:49","modified_gmt":"2025-01-20T11:39:49","slug":"ordinaer-im-kino-gewesen-gelacht","status":"publish","type":"veranstaltung","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/veranstaltung\/ordinaer-im-kino-gewesen-gelacht\/","title":{"rendered":"Ordin\u00e4r: Im Kino gewesen. Gelacht."},"content":{"rendered":"<p>K\u00f6rperkomik ist eine der \u00e4ltesten und konstantesten Formen des Komischen. Dabei werden die Grenzen zum Sexuellen, zum Obsz\u00f6nen und zum H\u00e4sslichen ausgetestet und ausgekostet. Blo\u00dfstellung, Fremdsch\u00e4men, Schadenfreude, asoziale Zerst\u00f6rungswut werden im Slapstick hochgehalten. Der Slapstick des fr\u00fchen Films ist zwar im filmhistorischen Kanon fest verankert worden, aber viele Versuche das Genre weiterzuf\u00fchren, wurden und werden als \u201atrivial\u2018, \u201aordin\u00e4r\u2018 oder \u201aplatt\u2018 verschrien. So etwa Louis de Fun\u00e8s oder der letzte Film von Roman Polanski <em>The Palace<\/em> (2023).<\/p>\n<p><strong>Gertrud Koch<\/strong>, Professorin f\u00fcr Filmwissenschaft an der Freien Universit\u00e4t Berlin (bis 2020), ist aktuell <a href=\"https:\/\/german.princeton.edu\/department\/people\/faculty\/visiting\/gertrud-koch\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Visiting Professor des German Department Princeton<\/a> und der <a href=\"https:\/\/www.leuphana.de\/zentren\/lias\/team\/prof-dr-gertrud-koch.html#:~:text=Gertrud%20Koch%20ist%20emeritierte%20Professorin,an%20der%20Universit%C3%A4t%20Oslo%2C%20Norwegen.\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Leuphana-Universit\u00e4t in L\u00fcneburg<\/a>. Zahlreiche Gastprofessuren im In-und Ausland. Am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen (KWI) leitete sie von 1993-1999 die Forschungsgruppe \u201eDemokratie, Medien und \u00d6ffentlichkeit&#8221;. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Grenzen politischer und historischer Repr\u00e4sentation, Bild- und Filmtheorie, Techno-\u00c4sthetik sowie Kunst- und Filmphilosophie. Zur Zeit Vorbereitung zu einem Buch \u00fcber Techno\u00e4sthetik und Animation.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die CineScience-Reihe \u201eSchund und Verg\u00fcgen\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Schon in den Jahren seiner Entstehung hatte das Kino als Kunstform keinerlei Ber\u00fchrungs\u00e4ngste mit unbeschwerter Unterhaltung. Die ersten Filmvorf\u00fchrungen fanden auf Jahrm\u00e4rkten stand \u2013 da durfte es schon mal klamaukig, deftig oder schl\u00fcpfrig zugehen. Daher war es kein Zufall, sondern nur historisch folgerichtig, dass auch das gefl\u00fcgelte Wort von den <em>Guilty Pleasures<\/em>, denen sich das KWI im Rahmen seines Jahresthemas 2024\/25 verschrieben hat, dem Universum der Lichtspielh\u00e4user entstammt. In der Zeitschrift <em>Film Comment<\/em> bekannten sich Autoren, Kritiker und Regisseure in der gleichnamigen Rubrik stolz zu Streifen, \u00fcber die andere gern die Nase r\u00fcmpften. Die Reihe <em>CineScience: Schund und Vergn\u00fcgen <\/em>will dem in nichts nachstehen und l\u00e4utet das Ende der Scham ein. So kommen Fans der Winnetou-Verfilmungen bei uns genauso zu ihrem Recht wie jene, die jedes Jahr aufs Neue den immer gleichen Weihnachtsfilmen entgegenfiebern oder vom Slapstick eines Louis de Fun\u00e8s nicht genug kriegen k\u00f6nnen. Nichts ist peinlich, und wenn M\u00e4nner auf der Leinwand in Tr\u00e4nen ausbrechen, ist das f\u00fcr uns nur ein Grund mehr, genauer hinzusehen. Denn ist der schn\u00f6de Hochkulturanspruch erst einmal revidiert, sitzt es sich im Kino endlich wieder ungeniert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","event_category":[90,670],"class_list":["post-15320","veranstaltung","type-veranstaltung","status-publish","hentry","event_category-cinescience","event_category-guilty-pleasures"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung\/15320","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/veranstaltung"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15320"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/event_category?post=15320"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}