{"id":15554,"date":"2024-10-08T10:24:08","date_gmt":"2024-10-08T08:24:08","guid":{"rendered":"https:\/\/staging-v2.kulturwissenschaften.de\/?post_type=veranstaltung&#038;p=15554"},"modified":"2024-10-08T12:37:30","modified_gmt":"2024-10-08T10:37:30","slug":"fallende-koerper-zur-aesthetischen-reizung-von-affekten-zwischen-aversion-und-lust","status":"publish","type":"veranstaltung","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/veranstaltung\/fallende-koerper-zur-aesthetischen-reizung-von-affekten-zwischen-aversion-und-lust\/","title":{"rendered":"Fallende K\u00f6rper. Zur \u00e4sthetischen Reizung von Affekten zwischen Aversion und Lust"},"content":{"rendered":"<p>\u201eEin Mann l\u00e4uft auf der Stra\u00dfe, stolpert und f\u00e4llt. Die Passanten lachen.\u201c Henri Bergson bringt seine Studie <i>Le Rire<\/i> mittels komisch irritierter Abl\u00e4ufe in Gang, die ihn zur Argumentation f\u00fchren, Lachen sei ein gesellschaftliches Korrektiv f\u00fcr abweichendes Verhalten. Eine solche Komik des St\u00fcrzens muss jedoch nicht mit Gel\u00e4chter und Besch\u00e4mung quittiert werden. Denkbar w\u00e4re, dass Zuschauende auf das ebenso peinliche wie lustige Missgeschick mit pl\u00f6tzlich eingezogenem Kopf, zusammengebissenen Z\u00e4hnen und hochgezogenen Schultern reagieren \u2013 oder mit anderen k\u00f6rperlichen Anzeichen f\u00fcr die Empfindung von Schamlust. Vor diesem Hintergrund interessiert sich der Vortrag f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis zwischen k\u00f6rperkomischen Reizen und Cringe als einem Affekt, in dem sich Vergn\u00fcgen und Unbehagen unentwirrbar vermischen. Im Fokus stehen artistische Praktiken, die den darstellenden K\u00f6rper realer Gefahr aussetzen und ihn doch zum komischen Spektakel erheben. Dabei werden Verkn\u00fcpfungen ausgelotet zwischen dem Risiko k\u00f6rperkomischer Darbietungen, die (potenziellen) Schmerz bei Zuschauenden f\u00fchlbar machen, und Cringe als einer wom\u00f6glich milderen, aber ebenfalls \u00e4sthetisch evozierten somatischen Empfindung.<\/p>\n<p>Das Projekt <em>Cringe. \u00c4sthetik und diskursive Praxis der Schamlust <\/em>\u00a0ist ein interdisziplin\u00e4res Projekt zwischen den Universit\u00e4ten Heidelberg und Greifswald, das von der Volkswagen Stiftung in der F\u00f6rderlinie Aufbruch gef\u00f6rdert wird (April 2024\u2013September 2025). Es zielt auf eine Theorie von Cringe, in der sich soziolinguistische und literaturwissenschaftliche Perspektiven verbinden und wechselseitig erhellen. Es versteht Cringe als ambivalentes Vergn\u00fcgen an diskursiven Praktiken und \u00e4sthetischen Darstellungen, die als peinlich, unangemessen oder besch\u00e4mend wahrgenommen werden. Als affektive und verk\u00f6rperte Reaktion der Schamlust sind Cringe-Ph\u00e4nomene und ihre Beschreibungen besonders geeignet, um aktuelle Aushandlungen gesellschaftlicher Normen zu beobachten.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","event_category":[670,44],"class_list":["post-15554","veranstaltung","type-veranstaltung","status-publish","hentry","event_category-guilty-pleasures","event_category-kwi-on-tour"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung\/15554","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/veranstaltung"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15554"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/event_category?post=15554"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}