{"id":18254,"date":"2025-10-10T07:43:55","date_gmt":"2025-10-10T05:43:55","guid":{"rendered":"https:\/\/staging-v2.kulturwissenschaften.de\/?post_type=veranstaltung&#038;p=18254"},"modified":"2025-12-04T10:00:31","modified_gmt":"2025-12-04T09:00:31","slug":"heroismus-auf-russisch","status":"publish","type":"veranstaltung","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/veranstaltung\/heroismus-auf-russisch\/","title":{"rendered":"Heroismus auf Russisch"},"content":{"rendered":"<p>In der UdSSR gewann der Zweite Weltkrieg (rus. der Gro\u00dfe Vaterl\u00e4ndische Krieg) durch den Kriegsfilm eine besondere politische Brisanz. Denn dieses Genre legitimierte die sowjetische Ordnung als eine geschichtlich folgerichtige, progressive Staatsform, die im Kampf gegen den Faschismus eine historische Bew\u00e4hrungsprobe bestanden habe. In diesem Zusammenhang erhielt der Kriegsfilm einen konsolidierenden und identit\u00e4tsstiftenden Charakter f\u00fcr sowjetische B\u00fcrger \u2013 diese Ideologie pr\u00e4gt bis heute russische Selbstbilder. Im Vortrag liegt der Fokus auf der Evolution des sowjetischen Heroismus als filmischem Motiv, das nach drei Jahren des Ukraine-Krieges die Massen f\u00fcr die Idee eines spezifischen Russischseins und gegen \u201eden\u201c Westen mobilisieren soll.<\/p>\n<p>Irina Gradinari ist Juniorprofessorin f\u00fcr literatur- und medienwissenschaftliche Genderforschung an der FernUniversit\u00e4t in Hagen. Geforscht hat sie unter anderem zu feministischen Blicktheorien, Intersektionalit\u00e4t, Popul\u00e4rkultur und Erinnerungskulturen. In ihrer Promotion befasste sie sich mit m\u00f6rderischen Geschlechterfantasien in der deutschsprachigen Gegenwartsprosa (\u201eGenre, Gender und Lustmord\u201c), und aus ihrer Habilitation entstand die zweib\u00e4ndige \u201eKinematografie der Erinnerung\u201c.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die CineScience-Reihe &#8220;Gef\u00e4hrliche Sch\u00f6nheit&#8221;<\/strong><\/p>\n<p>Kaum ein Medium versteht es so wirkungsvoll, Macht zu inszenieren, Pathos zu erzeugen und Ideologie in verf\u00fchrerische Bilder zu kleiden wie der Film. Ob kathartische Schlachten, heroisch \u00fcberh\u00f6hte Figuren oder dystopische Weltentw\u00fcrfe \u2013 die Leinwand ist voller Szenen, die \u00e4sthetisch \u00fcberw\u00e4ltigen und das Publikum in ihren Bann ziehen k\u00f6nnen. Oft ist es gerade ihre \u201eSch\u00f6nheit\u201c, die die Wucht der Botschaft in den Hintergrund r\u00fcckt oder sogar vergessen l\u00e4sst; als \u201efaszinierend\u201c charakterisierte etwa Susan Sontag die Bildsprache, in die Leni Riefenstahl den Faschismus kleidete. Unter dem Titel \u201eGef\u00e4hrliche Sch\u00f6nheit\u201c widmet sich CineScience im Wintersemester 2025\/26 dieser sinistren Vereinnahmungskunst. Gezeigt werden Filme, die politische Mythen produzieren, Monumente errichten und in stilisierten Dystopien autorit\u00e4res Denken spiegeln, aber auch solche, die subtilere Formen der Propaganda betreiben. Das Spektrum reicht von vermeintlich harmloser Unterhaltung \u00fcber (post-)sowjetische Kriegsverherrlichung bis hin zu martialischen Blockbuster-Filmen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","event_category":[90],"class_list":["post-18254","veranstaltung","type-veranstaltung","status-publish","hentry","event_category-cinescience"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung\/18254","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/veranstaltung"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18254"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/event_category?post=18254"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}