{"id":18256,"date":"2025-10-10T07:46:35","date_gmt":"2025-10-10T05:46:35","guid":{"rendered":"https:\/\/staging-v2.kulturwissenschaften.de\/?post_type=veranstaltung&#038;p=18256"},"modified":"2026-01-20T09:41:27","modified_gmt":"2026-01-20T08:41:27","slug":"schoene-neue-welten","status":"publish","type":"veranstaltung","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/veranstaltung\/schoene-neue-welten\/","title":{"rendered":"Sch\u00f6ne neue Welten"},"content":{"rendered":"<p class=\"v1MsoNormal\">Wenn das Kino einen Blick in die Zukunft wirft, ist das Ergebnis selten erfreulich. Das ist auch nicht weniger erstaunlich, denn Harmonie gibt erz\u00e4hlerisch wenig her. Entsprechend neigt das popul\u00e4re Medium Film seit jeher zu dystopischen Entw\u00fcrfen. Dies gilt selbst f\u00fcr einen Film wie die britische Produktion <i>Things to Come<\/i>\u00a0(1936), die zwar von utopischen Ideen angetrieben war, deren totalit\u00e4re Tendenzen heute aber wenig einladend wirken. Und es gilt erst recht f\u00fcr Peter Watkins\u02bc\u00a0<i>Punishment Park<\/i>\u00a0(1971), dessen zu Zeiten des Vietnamkriegs entstandene Schreckensvision eines US-Terror-Regimes heute schmerzhaft zeitgen\u00f6ssisch erscheint. Gewisserma\u00dfen die Umdrehung k\u00f6nnen wir dagegen in\u00a0<i>Starship Troopers<\/i>\u00a0(1997) beobachten, der die faschistoiden Tendenzen seiner literarischen Vorlage satirisch zuspitzt und \u00fcberh\u00f6ht.<\/p>\n<p>PD Dr. Simon Spiegel ist Senior Researcher am Seminar f\u00fcr Filmwissenschaft der Universit\u00e4t Z\u00fcrich,\u00a0 war dort Scientific Research Manager im Forschungsprojekt ERC Advanced Grant FilmColors und Privatdozent an der Universit\u00e4t Bayreuth. 2019 ist seine Habilitationsschrift Bilder einer besseren Welt. Die Utopie im nichtfiktionalen Film bei Sch\u00fcren erschienen. Er ist Chefredakteur der <a href=\"http:\/\/zff.openlibhums.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zeitschrift f\u00fcr Fantastikforschung<\/a>\u00a0und schreibt f\u00fcr zahlreiche Publikationen \u00fcber Film und verwandte Themen. Er ver\u00f6ffentlicht regelm\u00e4ssig auf simifilm.ch und utopia2016.ch. Ausgew\u00e4hlte Publikationen: <em>Utopia and Reality. Documentary, Activism and Imagined Worlds<\/em> (Mitherausgeber, University of Wales Press 2020); &#8220;Theoretisch phantastisch. Eine Einf\u00fchrung&#8221; in Tzvetan Todorovs <em>Theorie der phantastischen Literatur<\/em> (p.machinery 2010); <em>Die Konstitution des Wunderbaren. Zu einer Poetik des Science-Fiction-Films<\/em> (Sch\u00fcren 2007).<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die CineScience-Reihe \u201eGef\u00e4hrliche Sch\u00f6nheit\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Kaum ein Medium versteht es so wirkungsvoll, Macht zu inszenieren, Pathos zu erzeugen und Ideologie in verf\u00fchrerische Bilder zu kleiden wie der Film. Ob kathartische Schlachten, heroisch \u00fcberh\u00f6hte Figuren oder dystopische Weltentw\u00fcrfe \u2013 die Leinwand ist voller Szenen, die \u00e4sthetisch \u00fcberw\u00e4ltigen und das Publikum in ihren Bann ziehen k\u00f6nnen. Oft ist es gerade ihre \u201eSch\u00f6nheit\u201c, die die Wucht der Botschaft in den Hintergrund r\u00fcckt oder sogar vergessen l\u00e4sst; als \u201efaszinierend\u201c charakterisierte etwa Susan Sontag die Bildsprache, in die Leni Riefenstahl den Faschismus kleidete. Unter dem Titel \u201eGef\u00e4hrliche Sch\u00f6nheit\u201c widmet sich CineScience im Wintersemester 2025\/26 dieser sinistren Vereinnahmungskunst. Gezeigt werden Filme, die politische Mythen produzieren, Monumente errichten und in stilisierten Dystopien autorit\u00e4res Denken spiegeln, aber auch solche, die subtilere Formen der Propaganda betreiben. Das Spektrum reicht von vermeintlich harmloser Unterhaltung \u00fcber (post-)sowjetische Kriegsverherrlichung bis hin zu martialischen Blockbuster-Filmen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","event_category":[90],"class_list":["post-18256","veranstaltung","type-veranstaltung","status-publish","hentry","event_category-cinescience"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung\/18256","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/veranstaltung"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=18256"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/event_category?post=18256"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}