{"id":19102,"date":"2025-12-15T10:21:40","date_gmt":"2025-12-15T09:21:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/?post_type=veranstaltung&#038;p=19102"},"modified":"2025-12-16T09:21:04","modified_gmt":"2025-12-16T08:21:04","slug":"komische-parabasis-phillips","status":"publish","type":"veranstaltung","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/veranstaltung\/komische-parabasis-phillips\/","title":{"rendered":"Komische Parabasis und das Publikum am Rande (Rademin\/Stranitzky und Kurz-Bernardon)"},"content":{"rendered":"<p>Die unkontrollierbare Affektivit\u00e4t k\u00f6rperkomischer <em>lazzi<\/em>, wie sie etwa Joseph Anton Stranitzky auf Wiener Theaterb\u00fchnen pr\u00e4sentierte, sorgt im 18. Jahrhundert f\u00fcr Verwerfungen: Sie r\u00fchrt an althergebrachte oder neu gezogene Grenzlinien. \u00c4sthetische Diskurse der Zeit schicken sich dazu an, K\u00f6rperkomik zu marginalisieren, um ihre Effekte und Affekte einzud\u00e4mmen. Mag dem auch wenig Erfolg beschieden sein, verst\u00e4rken viele der Haupt- und Staatsaktionen, wie sie uns in Dramentexten von Heinrich Rademin \u00fcberliefert sind, heute den Eindruck, dass K\u00f6rperkomik eher Nebensache gewesen sei, sind <em>lazzi<\/em> darin doch tendenziell nur am Rande vermerkt. Um dieser letztlich medialen Problematik Rechnung zu tragen, ist es n\u00f6tig, philologische Untersuchungen des Komischen um theaterwissenschaftliche Perspektiven zu erweitern.<\/p>\n<p>An der Parabasis \u2013 dem Akt, neben das B\u00fchnengeschehen zu treten \u2013 skizziert der Vortrag zun\u00e4chst, wie <em>lazzi<\/em> als komische Ereignisse k\u00f6rperlich im Zusammenspiel von Darstellenden und Publika hervorgebracht werden. Anschlie\u00dfend sch\u00e4le ich anhand der Figur Bernardon zunehmende Entgrenzungen des Parabatisch-Komischen heraus, die Nebenfiguren wie -handlungen konzeptionell zersetzen und zugleich die Affekte des Publikums zwischen Heiterkeit und Angst oszillieren lassen. An Johann Joseph Felix von Kurz\u2019 St\u00fcck <em>Die Herrschaftskuchel auf dem Lande<\/em> (1770) kann so aufgezeigt werden, dass und wie das Komische mittels seiner Affektivit\u00e4t Grenzziehungen bearbeitet und Differenzierungsprozesse zur Disposition stellt.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","event_category":[722,44],"class_list":["post-19102","veranstaltung","type-veranstaltung","status-publish","hentry","event_category-aesthetische-praktiken","event_category-kwi-on-tour"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung\/19102","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/veranstaltung"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19102"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/event_category?post=19102"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}