{"id":19645,"date":"2026-03-20T08:59:01","date_gmt":"2026-03-20T07:59:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/?post_type=veranstaltung&#038;p=19645"},"modified":"2026-03-20T09:02:16","modified_gmt":"2026-03-20T08:02:16","slug":"klasse-und-geschlecht-im-werkkreis-literatur-der-arbeitswelt","status":"publish","type":"veranstaltung","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/veranstaltung\/klasse-und-geschlecht-im-werkkreis-literatur-der-arbeitswelt\/","title":{"rendered":"&#8220;Darstellungen [&#8230;] so unterschiedlich in ihrer Aussage, wie der Kreis der berichtenden Frauen&#8221;: Klasse und Geschlecht im Werkkreis Literatur der Arbeitswelt"},"content":{"rendered":"<p>In Abgrenzung von der \u201eDortmunder Gruppe 61\u201c wurde 1970 der \u201eWerkkreis Literatur der Arbeitswelt\u201c als Versuch einer Neuinstitutionalisierung von Arbeiter:innenliteratur in der BRD gegr\u00fcndet. Er kann nicht zuletzt in einer langen Kultur- und Sozialgeschichte verortet werden, in der immer auch literarisch mitbedingt war, ob die Figur der Arbeiterklasse, des Proletariats, der arbeitenden Klasse usw. als eher vielf\u00e4ltig und inklusiv oder als eher homogen und exklusiv konstituiert wurde. Seit 1973 erschienen Publikationen des \u201eWerkkreises\u201c in einer eignen Reihe im Fischer Taschenbuchverlag. Ein auff\u00e4lliges Merkmal dieser Reihe besteht darin, dass verschiedene, u.a. nach Geschlecht, Migration oder Alter unterschiedene Gruppen der arbeitenden Klasse durch einzelne Anthologien konturiert wurden. Der Vortrag diskutiert die 1973 in der Fischer-Buchreihe erschienene und mehrfach aufgelegte Anthologie <em>Liebe Kollegin. Texte zur Emanzipation der Frau in der Bundesrepublik<\/em> als Medium der Verhandlung unterschiedlicher sozialer Positionen arbeitender Frauen an den Schnittpunkten von Klasse und Geschlecht, von Lohn- und Reproduktionsarbeit. W\u00e4hrend sich Frauen in der Anthologie mithilfe verschiedener literarischer Genres selbst \u00f6ffentlich artikulieren, wird ihr Schreiben zugleich durch literaturprogrammatische und gesellschaftstheoretische Paratexte reguliert. Der Vortrag untersucht das Zusammenspiel zwischen den kurzen Texten und Paratexten, durch welches ein Bereich des Sichtbaren innerhalb der literarischen Gegen\u00f6ffentlichkeit des \u201eWerkkreises\u201c zugleich er\u00f6ffnet und begrenzt wird. Dabei soll das Material nicht zuletzt auch dazu genutzt werden, die Vor- und Nachteile der Begriffe der Diversit\u00e4t und Heterogenit\u00e4t f\u00fcr die Analyse der Anthologie, aber auch des literaturpolitischen Projektes des \u201eWerkkreis Literatur der Arbeitswelt\u201c grunds\u00e4tzlich zu reflektieren.<\/p>\n<p>Christoph Schaub ist Privatdozent (Neuere Deutsche Literaturwissenschaft) an der Universit\u00e4t Vechta und im Sommersemester 2026 Thyssen Fellow am KWI Essen. Nach der Promotion (2015) an der Columbia University hatte er Postdoc-Stellen an der Columbia und der Duke University inne und war anschlie\u00dfend als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Professurvertreter in Germanistik und Kulturwissenschaften an der Universit\u00e4t Vechta t\u00e4tig, wo er sich im Jahr 2025 habilitierte. Seit 2023 kooperiert er als Forschungsgruppenmitglied am ZfL Berlin im Rahmen des Horizon Europe-Projektes \u201eThe Cartography of the Political Novel in Europe\u201c und ist seit 2024 Research Affiliate im International Partnership Project \u201eDeindustrialization and the Politics of Our Time\u201c. Er ist Autor von <em>Proletarische Welten. Internationalistische Weltliteratur in der Weimarer Republik<\/em> (De Gruyter 2019) und von <em>Weltentw\u00fcrfe in Kurzprosa. Gegenwartsliteratur zwischen Globalisierung und Klimakrise<\/em> (De Gruyter, Publikation Ende 2026\/Anfang 2027).<\/p>\n<p><em>\u00dcber das Symposium &#8220;Heterogenit\u00e4t&#8221; vom 13.-14.04.2026<\/em><\/p>\n<p>Der Lehrstuhl Neuere deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Heterogenit\u00e4tsforschung l\u00e4dt herzlich zu einem Symposium mit Autor:innenlesung ein. Im interdisziplin\u00e4ren Austausch diskutieren wir den Begriff der \u201aHeterogenit\u00e4t\u2018: mit Blick auf theoretische Implikationen, methodische Konzepte und verschiedene Anwendungsbereiche sowie in seinen Abgrenzungen und \u00dcberschneidungen zu Begriffen und Konzepten wie zum Beispiel \u201aDiversit\u00e4t\u2018, \u201aInklusion\u2018, \u201aIntersektionalit\u00e4t\u2018, \u201aTransnationalit\u00e4t\u2018. Ausgehend von der Verhandlung von Begriffsunterschieden und -anwendungen in der Germanistik geht es um die Erg\u00e4nzung des Diskussionsfeldes durch Beitr\u00e4ge von Kolleg:innen aus den Kultur-, Bildungs-, Rechts- und Naturwissenschaften, die zu den Begriffen Heterogenit\u00e4t, Diversit\u00e4t, Differenz und Ambiguit\u00e4t aus ihren jeweiligen Disziplinen reflektieren. Integraler Bestandteil sind Forschungsfelder wie Gender und Queer Studies sowie kulturelles Ged\u00e4chtnis. Auch wird Fragen der sinnvollen interdisziplin\u00e4ren Zusammenarbeit und Vernetzung, der Verkn\u00fcpfung gegenw\u00e4rtiger und historischer Fragestellungen sowie der Archivarbeit nachgegangen. In diesem Rahmen wird das am Lehrstuhl angesiedelte transnationale Literaturarchiv vorgestellt. Geplant ist eine Sammelpublikation der Beitr\u00e4ge, um den aktuellen Stand der interdisziplin\u00e4ren Heterogenit\u00e4tsforschung sichtbar zu machen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","event_category":[44],"class_list":["post-19645","veranstaltung","type-veranstaltung","status-publish","hentry","event_category-kwi-on-tour"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung\/19645","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/veranstaltung"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=19645"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/event_category?post=19645"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}