{"id":20401,"date":"2026-07-22T14:13:01","date_gmt":"2026-07-22T12:13:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/?post_type=veranstaltung&#038;p=20401"},"modified":"2026-07-23T10:20:17","modified_gmt":"2026-07-23T08:20:17","slug":"dgs-26-sektionsveranstaltung","status":"publish","type":"veranstaltung","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/veranstaltung\/dgs-26-sektionsveranstaltung\/","title":{"rendered":"Kanon und Konstellationen: Doppeleditorische Ann\u00e4herungen an Hanna Meuter und Mathilde Vaerting"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00dcber die Sektion Soziologiegeschichte (Sek 63) &#8220;Who&#8217;s next? Kanonisierung in der Soziologie zwischen Editionen und digitaler Infrastruktur&#8221;:<\/strong><\/p>\n<p>Editionen als zentraler Grundbestandteil der soziologischen Literatur und Manifestationen der Kanonbildungsprozesse des Faches werden in dieser Sitzung anhand von \u00dcberlegungen zu verschiedenen Personen und Editionstypen kritisch beleuchtet.<\/p>\n<p><strong>Zum Vortrag:<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen der Besch\u00e4ftigung mit den beiden Soziologinnen Hanna Meuter (1889-1964) und Mathilde Vaerting (1884-1977) l\u00e4sst sich nach den Voraussetzungen, Chancen und Schwierigkeiten einer konstellationsorientierten Edition fragen. Im Gegensatz zur Edition einer Einzelpersonen, die einen Lebenslauf, ein Gesamtwerk und eine zwar nie vollst\u00e4ndige, aber doch relativ klar abgrenzbare Brief\u00fcberlieferung vor sich hat, muss eine Edition, die Konstellationen von zwei oder mehr Personen gerecht werden will, zeitlich und materiell sorgf\u00e4ltig zugeschnitten werden. Das Material, in dem konvergierende und kooperierende Personen sichtbar werden, umfasst Briefe, Rezensionen, sonstige gegenseitige Textreferenzen (etwa Buchwidmungen) sowie Zeugnisse f\u00fcr gemeinsames Auftreten gegen\u00fcber Dritten und Institutionen. Hinzu treten h\u00e4ufig Spuren gemeinsamer intellektueller Anliegen, Zwecke und Vorhaben \u2013 etwa parallele Themenf\u00fchrungen sowie geteilte Methoden und Theorien. Die Chancen konstellationsorientierter Editionen liegen darin, diese Erm\u00f6glichungsr\u00e4ume \u2013 intellektueller und institutioneller Art \u2013 auszuloten (zur Methodologie der Konstellationsforschung siehe Henrich 1986, Mulsow (Hg.) 2005, Gostmann 2016). Der soziologiehistorische Kanon, der \u00fcberwiegend auf \u201eKlassiker\u201d gerichtet ist, kann durch diese Perspektivierung um eine Dimension erg\u00e4nzt werden, in der das Handeln von Akteuren (in Form von episodischen Kooperationen oder langfristigen Allianzen) auf historische Kontingenz trifft. Ber\u00fchmte Beispiele f\u00fcr den Fall einer Zweierkonstellation sind Marx und Engels oder Adorno und Horkheimer. Denkbar sind aber ebenso die Ankn\u00fcpfung an gerade nicht kanonisierte Konstellationen. Meuter und Vaerting, die in der Weimarer Republik zur ersten Soziologinnen-Generation geh\u00f6rten und zwischen 1929 bis 1934 einen intensiven Briefverkehr pflegten, bilden hierf\u00fcr einen instruktiven Ankn\u00fcpfungspunkt. Anhand ihrer Nachlassmaterialien l\u00e4sst sich zeigen, wie sich historische Konstellationen aus unterschiedlichen Texten eekonstruieren lassen. Vaerting und Meuter standen dabei \u2013 die eine als \u00f6ffentlich angefeindete Professorin in Jena, die andere im Feld der K\u00f6lner Schule der Soziologie um Leopold von Wiese \u2013 f\u00fcr zwei unterschiedliche institutionelle Positionen innerhalb der deutschsprachigen Soziologie der Zwischenkriegszeit.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","event_category":[44],"class_list":["post-20401","veranstaltung","type-veranstaltung","status-publish","hentry","event_category-kwi-on-tour"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung\/20401","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/veranstaltung"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20401"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/event_category?post=20401"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}