{"id":8586,"date":"2022-02-17T11:30:02","date_gmt":"2022-02-17T10:30:02","guid":{"rendered":"https:\/\/staging-v2.kulturwissenschaften.de\/?post_type=veranstaltung&#038;p=8586"},"modified":"2022-05-04T10:28:31","modified_gmt":"2022-05-04T08:28:31","slug":"wohnen-als-grosses-kino","status":"publish","type":"veranstaltung","link":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/veranstaltung\/wohnen-als-grosses-kino\/","title":{"rendered":"Wohnen als gro\u00dfes Kino"},"content":{"rendered":"<p>Das Haus sei ein \u201eAbdruck seines Bewohners\u201c, hielt Walter Benjamin einst fest, was f\u00fcr eine m\u00f6glichst individuelle Ausgestaltung der Wohnung spricht. Doch ist genau dies in den Masterpl\u00e4nen der Architektur, vom funktional optimierten Grundriss zur vision\u00e4ren Idealstadt, nicht vorgesehen. Der Mensch, so karikiert es Jacques Tati ebenso heiter wie treffend, m\u00f6chte aus gesellschaftlichen Gr\u00fcnden kein individueller Bewohner seines Hauses sein, sondern macht sich freiwillig zum Abziehbild eines Masterplans an Design-Perfektion. Die postmoderne Gestaltung empfahl gegen \u00fcbergriffige Architekturen ein g\u00e4nzlich anderes Entwurfsprinzip: eine gewachsene Architektur ohne Architekten, als gelebte, \u201agebastelte\u2018 Popul\u00e4rkultur des Wohnens. Was wir heute noch von Jacques Tati, Federico Fellini und anderen zum guten Bewohnen von H\u00e4usern und St\u00e4dten lernen k\u00f6nnen, fragt sich die Designtheoretikerin und -historikerin Annette Geiger.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber die Reihe:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Das Kino ist ein guter Ort, um der Sehnsucht nach dem Leben anderer Menschen nachzugehen. In Autos, Geb\u00e4uden, auf der Stra\u00dfe oder in sich selbst k\u00f6nnen diese Menschen wohnen. Die \u201evier W\u00e4nde\u201c sind dabei nicht nur in der Ausstattung entscheidend: Architektur im Film kann \u2013 von den monumentalen Kollektivbauten in Science-Fiction Filmen bis in unterirdische Maulwurfsg\u00e4nge \u2013 die Bedingungen ihrer filmischen Darstellbarkeit transparent machen. Welche R\u00e4ume stehen dem Film zur Verf\u00fcgung und wie werden sie \u00e4sthetisch und erz\u00e4hlerisch genutzt, fragen sich Wissenschaftler*innen des KWI und ihre G\u00e4ste. Anhand ausgew\u00e4hlter Filmausschnitte werden diese Fragen auch mit dem Publikum diskutiert.<\/p>\n<p>Die CineScience-Abende sind Teil des Semesterthemas \u201eWohnen \u2013 zwischen Obdach und Design\u201c. Im Sommersemester 2022 erforscht das KWI in vielf\u00e4ltigen Formaten mit G\u00e4sten und mit Beitr\u00e4gen aus eigenen Reihen diverse Ph\u00e4nomene des Wohnens, Obdachsuchens und Gestaltens &#8211; zwischen Gesch\u00e4ftsmodellen und Geschmacksformationen.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","event_category":[90,585],"class_list":["post-8586","veranstaltung","type-veranstaltung","status-publish","hentry","event_category-cinescience","event_category-wohnen-dwelling"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung\/8586","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/veranstaltung"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/veranstaltung"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8586"}],"wp:term":[{"taxonomy":"event_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.kulturwissenschaften.de\/en\/wp-json\/wp\/v2\/event_category?post=8586"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}