Demokratie und Diktatur: Claudia Gatzka stellt am KWI ihr neues Buch vor

Eine Sneak Preview in ihr in Kürze erscheinendes Buch “Demokratie und Diktatur. Geschichte und Gegenwart einer Grenzziehung” (Hamburger Edition) bot am 7. Mai die Historikerin Claudia Gatzka am KWI. Sie fragt darin nach den Ursachen für die verschwimmenden Grenzen zwischen Demokratie und Diktatur in der aktuellen Alltags- und Analysesprache (auch in der Historiographie) und möglichen neuen Grenzvermessungen mit Hilfe eines radikaldemokratischen Demokratiebegriffs. Ausführlich ging sie in ihrem Vortrag auf die sich wandelnden politischen Funktionen des Diktaturbegriffs im 20. und 21. Jahrhundert ein – von der Weimarer Republik über die NS-Zeit bis hin zum heutigen Dilemma liberaler Staaten im Ausnahmezustand der Pandemiebekämpfung – und erläuterte epistemische Probleme. Sie zeigte außerdem auf, welche Gefahren in der „ständigen Vergegenwärtigung von Diktatur“ (beispielsweise in der “Aufarbeitungsindustrie“ nach der Wende) oder der wiederholten Abfrage der Demokratiefeindlichkeit der Deutschen durch Meinungsinstitute liegen.

Lesen Sie hier die aktuelle Merkur Geschichtskolumne Demokratie als Diktatur denken, und umgekehrt von Claudia Gatzka.