Das Kino verhandelt seit jeher die existenziellen Fragen des Lebens. Dazu gehörte freilich auch das Sterben. Filmhistorisch markiert der Tod eine umstrittene Grenze des Zeigbaren. Einige Filme dehnten Tabus, provozierten Skandale und reflektierten dabei das Verhältnis von Realität, Körper und Medium. Africa Speaks! (1930) und Africa Addio (1966) schockten mit dem im dokumentarischen Gestus vollzogenen kolonialen Blick auf vermeintlich authentische Todesszenen. Der berüchtigte Faces of Death (1978) beutete das Sterben als Konsumgut aus. In David Cronenbergs Videodrome (1983) und Michael Hanekes Benny’s Video (1992) löst sich der Tod schließlich im medialen Raum auf.
CineScience „On Edge“
Im Wintersemester 2026/27 geht CineScience „On Edge“ – ans Limit des emotional, körperlich oder gedanklich Erträglichen, über sprichwörtliche Rote Linien und an die Grenzen des Sag- und Zeigbaren. Wer gern mal wieder mit nervöser Energie im Kino sitzen und dabei die politischen und ästhetischen Grenzen von Filmen über Krieg und Klimakrise ausloten möchte, ist bei uns genau richtig. Ebenso willkommen heißen wir alle, die sich ohne Scheu mit Sex- und Skandalfilmen konfrontieren oder für einen Abend am Rand der Filmzensur entlangschlittern wollen.