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12.01.

Di / 20:00

Gerechte Gewalt, Haunted Heroes und andere ästhetische Drahtseilakte auf der Red Line im Kriegsfilm

Ein Abend in der CineScience-Reihe "On Edge"

Anja Peltzer, Mediensoziologin

Filmstudio Glückauf, Rüttenscheider Str. 2, 45128 Essen

Kriegsfilme, so morbide ihr Inhalt auch sein mag, florieren seit eh und je. Doch warum fasziniert uns das Kino ausgerechnet mit dem Schrecken des Krieges? Obwohl sie in historischen Settings spielen, ordnen und ästhetisieren Kriegsfilme das Geschehen nach den Gesetzen der Leinwand: von der großen Schlacht bis zur Inszenierung ihrer Helden. Damit bewegen sie sich auf einer schmalen Gratwanderung: Sie machen das Unvorstellbare im Kinosessel konsumierbar, ästhetisieren die Gewalt und geben sie zugleich zur kritischen Reflexion frei. Diesen ästhetischen Drahtseilakten auf der Red Line, zwischen Legitimation und Delegitimation von Krieg, Gewalt und Heldentum widmet sich der Abend. Anhand von Filmen wie Paths of Glory, Dunkirk, The Thin Red Line, All Quiet on the Western Front, American Sniper und Warfare wird das normative Dilemma des Genres zur Diskussion gestellt. Denn diese fiktiven Kriegsentwürfe sind weit mehr als bloße Kinoaction: Sie prägen und kritisieren das Kriegsverständnis und die Kriegsbereitschaft unserer Gegenwartsgesellschaften.

CineScience „On Edge“
Im Wintersemester 2026/27 geht CineScience „On Edge“ – ans Limit des emotional, körperlich oder gedanklich Erträglichen, über sprichwörtliche Rote Linien und an die Grenzen des Sag- und Zeigbaren. Wer gern mal wieder mit nervöser Energie im Kino sitzen und dabei die politischen und ästhetischen Grenzen von Filmen über Krieg und Klimakrise ausloten möchte, ist bei uns genau richtig. Ebenso willkommen heißen wir alle, die sich ohne Scheu mit Sex- und Skandalfilmen konfrontieren oder für einen Abend am Rand der Filmzensur entlangschlittern wollen.

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