Die unkontrollierbare Affektivität körperkomischer lazzi, wie sie etwa Joseph Anton Stranitzky auf Wiener Theaterbühnen präsentierte, sorgt im 18. Jahrhundert für Verwerfungen: Sie rührt an althergebrachte oder neu gezogene Grenzlinien. Ästhetische Diskurse der Zeit schicken sich dazu an, Körperkomik zu marginalisieren, um ihre Effekte und Affekte einzudämmen. Mag dem auch wenig Erfolg beschieden sein, verstärken viele der Haupt- und Staatsaktionen, wie sie uns in Dramentexten von Heinrich Rademin überliefert sind, heute den Eindruck, dass Körperkomik eher Nebensache gewesen sei, sind lazzi darin doch tendenziell nur am Rande vermerkt. Um dieser letztlich medialen Problematik Rechnung zu tragen, ist es nötig, philologische Untersuchungen des Komischen um theaterwissenschaftliche Perspektiven zu erweitern.
An der Parabasis – dem Akt, neben das Bühnengeschehen zu treten – skizziert der Vortrag zunächst, wie lazzi als komische Ereignisse körperlich im Zusammenspiel von Darstellenden und Publika hervorgebracht werden. Anschließend schäle ich anhand der Figur Bernardon zunehmende Entgrenzungen des Parabatisch-Komischen heraus, die Nebenfiguren wie -handlungen konzeptionell zersetzen und zugleich die Affekte des Publikums zwischen Heiterkeit und Angst oszillieren lassen. An Johann Joseph Felix von Kurz’ Stück Die Herrschaftskuchel auf dem Lande (1770) kann so aufgezeigt werden, dass und wie das Komische mittels seiner Affektivität Grenzziehungen bearbeitet und Differenzierungsprozesse zur Disposition stellt.