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16.03.

Mo / 19:00

Vorstellung der Ferdinand Tönnies-Briefedition (FTBE)

Uwe Dörk

Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek (Kulturspeicher), Wall 47/51, 24103 Kiel

Die FTBE macht Ferdinand Tönnies‘ bisher unveröffentlichte Briefe digital zugänglich: Sie transkribiert seine schwer leserliche Handschrift und macht sie mit Metadaten und Schlagwortregistern durchsuchbar – ein Blick in Gedankenwelt, Netzwerke und Geschichte eines der ersten deutschen Soziologen.
Der Schleswig-Holsteiner Ferdinand Tönnies (1855-1936), geboren in Nordfriesland und Professor in Kiel, galt schon zu Lebzeiten als eine der großen Gründerfiguren des Faches Soziologie. International gut vernetzt, war Tönnies seit Gründung der Deutschen Gesellschaft für Soziologie Mitglied des Vorstandes, nach dem Ersten Weltkrieg ihr erster Präsident. Als wichtiger Repräsentant der deutschsprachigen Soziologie war er zudem eng mit ihrer universitären Etablierung verbunden. Ebenso war Tönnies ein public intellectual, der in verschiedenen Debatten und als Gegner des Nationalsozialismus Positionen bezog, die eng mit seinem Selbstverständnis als Soziologe verbunden waren. Die Edition entsteht seit Ende 2021 in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI), der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek, des Trier Center for Digital Humanities und des Sozialwissenschaftlichen Archivs und des Kommunikations-, Informations-, Medienzentrums der Universität Konstanz. Die Online-Edition, der regelmäßig neue Briefe hinzugefügt werden, präsentiert inzwischen über 1.800 Briefe dieses sozialwissenschaftlichen Klassikers sowohl in Form von Faksimiles als auch mit Transkriptionen und Registern sowie zusätzlichen Informationen.
Unter den Briefpartnerinnen und -partnern von Ferdinand Tönnies finden sich unter anderem bekannte Namen wie Max Horkheimer, Ricarda Huch, Theodor Storm, Bertrand Russell, Max Weber und viele mehr.
Knapp 1.000 der Briefe, die in der Online-Edition zu sehen sind bzw. sein werden, stammen aus dem Tönnies-Nachlass, der in der Schleswig-Holsteinischen Landesbibliothek aufbewahrt wird.
Der Projektleiter Dr. Uwe Dörk (KWI) wird gemeinsam mit den Projektpartnern die Ferdinand Tönnies-Briefedition vorstellen und ihre Bedeutung und Einsatzmöglichkeiten für die Fachwissenschaft sowie interessiertes Publikum erläutern sowie eine kurze Einführung in die Nutzungsmöglichkeiten (Recherchefunktionen etc.) geben.