Der Deutsche Fotorat hat eine neue Arbeitsgruppe „Fotografie und Wissenschaft“ ins Leben gerufen – initiiert von Anja Schürmann (KWI) und Kathrin Yacavone (Universität Marburg). Ziel der AG ist es, die vielfältige, an deutschen Hochschulen betriebene Fotografieforschung zu bündeln und sichtbarer zu machen. Bislang ist die Forschung zu Fotografie in Deutschland stark zersplittert: Sie findet in Fachbereichen wie Kulturwissenschaft, Kunstgeschichte, Medienwissenschaft, Ethnologie, Soziologie und Geschichtswissenschaft statt – doch als eigenständiges, überfachliches Feld hat sie sich bislang nicht etablieren können.
Die AG “Fotografie & Wissenschaft” will dieser Situation entgegenwirken, indem sie eine zentrale Plattform für den Austausch, die Vernetzung und die öffentliche Sichtbarkeit wissenschaftlicher Fotoexpertise schafft. Ein zentrales Projekt der AG ist die Entwicklung eines digitalen Expertisenregisters – einer interaktiven Plattform auf der Fotorat-Homepage. Forschende aus ganz Deutschland können sich dort registrieren, ihre Schwerpunkte über Schlagworte sichtbar machen, medienbasierte Referenzen einbinden und sich kreativ präsentieren. Das Register soll nicht nur eine Übersicht über die Expertise bieten, sondern auch als Vernetzungsinstrument dienen – etwa für gemeinsame Veranstaltungen, Kooperationen sowie journalistische Ansprache.
Langfristig zielt die AG auf eine stärkere Lobbyarbeit für die Fotografieforschung im akademischen System, eine bessere Vernetzung jüngerer Wissenschaftler:innen, eine enge Zusammenarbeit mit außeruniversitären Institutionen wie Museen, Archiven und Bibliotheken (GLAM) sowie mit Politik und Journalismus ab. Die neue Arbeitsgruppe will die Vielfalt und Relevanz der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Fotografie sichtbar machen und fördern.
Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Registrierung im Expertisenregister folgen zeitnah auf www.deutscher-fotorat.de.
Kontakt: wissenschaft@deutscher-fotorat.de