Das KWI gratuliert dem Wissenschaftshistoriker Alexander Wierzock! Der Essener Forscher ist mit dem Nachwuchspreis der Sektion Soziologiegeschichte der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) ausgezeichnet worden. Der mit 500 € dotierte Preis wurde am 29.9.26 im Rahmen der Mitgliederversammlung der Sektion auf dem 43. Soziologiekongress „Zukünfte der Gesellschaft“ in Mainz verliehen. Wierzock erhielt die Ehrung für seine an der Humboldt-Universität zu Berlin eingereichte Dissertation „Ferdinand Tönnies: Eine Biographie (1855–1936)“.
Alexander Wierzock wurde 2025 mit summa cum laude promoviert. Während seiner Promotion war er unter anderem Stipendiat der Gerda Henkel Stiftung und der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur. „Ich freue mich“, so Wierzock in Mainz, „mit der Biographie die Tönnies-Forschung im Bereich der Wissenschafts- sowie politischen Ideen- und Kulturgeschichte auf völlig neue Fundamente zu setzen.“ Die nun ausgezeichnete Biographie erscheint im Wallstein Verlag.
Mit Ferdinand Tönnies widmet sie sich einem der international einflussreichsten deutschen Sozialwissenschaftler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Als Gründungsfigur der deutschsprachigen Soziologie und langjähriger Präsident der DGS hinterließ Tönnies ein ebenso umfangreiches wie vielschichtiges Werk; darunter etwa das bekannte Hauptwerk „Gemeinschaft und Gesellschaft“. Ebenso gehörte Tönnies zu den politischen Intellektuellen seiner Zeit, der sich bereits im wilhelminischen Kaiserreich für eine Demokratisierung der Gesellschaft einsetzte, in der Weimarer Republik zu den Herzensdemokraten gehörte und den Nationalsozialismus energisch bekämpfte.
Seit 2022 arbeitet Alexander Wierzock am KWI im DFG-geförderten Projekt „Ferdinand Tönnies-Briefe. Eine digitale Edition“, das aktuell rund 2.000 Briefe des Soziologen im Internet präsentiert. Daneben betätigt er sich als Herausgeber der bei Walter de Gruyter erscheinenden Ferdinand Tönnies-Gesamtausgabe, in deren Rahmen er Band 3,1 der Schriften veröffentlicht hat. Gerade kürzlich erschien auch der von ihm und Oliver Römer bei Wallstein herausgegebene Sammelband „Wissensräume jenseits der Universität“.
Der Nachwuchspreis der Sektion Soziologiegeschichte dient der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses im Bereich der Soziologiegeschichte. Der Preis wird alle zwei Jahre anlässlich des Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) oder im Rahmen einer Mitgliederversammlung vergeben.