KWI – Institute for Advanced Study in the Humanities (Kulturwissenschaftliches Intitut Essen, KWI)
event
 
Samstag, 13. April
Wiss. Leitung: Prof. Dr. Patricia Plummer (Universität Duisburg-Essen)
Symposium: "Indigenous Australian Literature in Context, 1993-2013"
Ort: Kulturwissenschaftliches Institut Essen (KWI), Gartensaal, Goethestr. 31, 45128 Essen
Veranstalter:

Anlässlich des Besuchs des Indigenen Schriftstellers Dr. Philip McLaren (Sydney) findet am 13. April 2013 ein interdisziplinäres Symposium über zeitgenössische Indigene Literatur und Kultur Australiens (1993-2013) statt. Im Mittelpunkt steht das Werk Philip McLarens, der in diesem Jahr seinen 70. Geburtstag feiert.

1993 trat in der Folge des Mabo-Prozesses in Australien ein Gesetz in Kraft, das erstmals seit Beginn der weißen Kolonialherrschaft die grundsätzlichen Landrechte der Indigenen Bevölkerung anerkannte (Native Title Act). 1993 veröffentlichte McLaren seinen ersten Roman Sweet Water, Stolen Land, ausgezeichnet mit dem David Unaipon-Award, in dem er die Geschichte und Mythen seiner Vorfahren, der Kamilaroi von New South Wales, verarbeitet und deren Kampf um die Bewahrung ihrer Kultur schildert. Das vielschichtige Werk des Autors, Filmemachers und Künstlers untersuchen Expertinnen der Fächer Ethnologie, Anglistik und Jura sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und zeigen dabei auch die interdisziplinäre Bandbreite der Postcolonial Studies auf.

Eröffnet wird die Tagung durch den Vortrag Dr. Philip McLarens "YUGAL: finding voice". Yugal, ein Begriff aus der Sprache der Kamilaroi, die heute nur noch von wenigen Personen gesprochen wird, bedeutet 'Lied' oder 'Geschichte'. Die Ethnologin Dr. Corinna Erckenbrecht, derzeit Overseas Research Fellow an dem Forschungsprojekt "Objects of Possession: Artefact Transactions in the Wet Tropics of North Queensland, 1870-2013" der australischen James Cook University, berichtet über ihre Feldforschung bei den Kamilaroi in Moree (New South Wales). Die Anglistin und Juristin Dr. Katrin Althans (Universität Münster) analysiert McLarens Kurzfilm Mabo im Zusammenhang mit der Debatte über Indigene Landrechte, während Prof. Dr. Patricia Plummer (Universität Duisburg-Essen) sich in ihrem Vortrag mit Indigenität in zeitgenössischen australischen Kriminalromanen beschäftigt.

Ein besonderes Anliegen des Symposiums ist die Nachwuchsförderung. Daher gibt ein Post/Graduate Forum am Nachmittag Nachwuchswissenschaftlerinnen der Universität Duisburg-Essen die Gelegenheit, eigene Überlegungen, u.a. zu linguistischen, narratologischen, politischen und künstlerischen Fragestellungen, zu präsentieren und mit dem Autor zu diskutieren.

Die Tagung findet in englischer Sprache statt.

Veranstalter: Institut für Anglophone Studien, Universität Duisburg-Essen

Anmeldung bis zum 9. April: Lioba Schreyer, Universität Duisburg-Essen, lioba.schreyer@uni-due.de