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CFP: Medien | Reste in: Navigationen. Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften (2/2027), Hrsg.: Franziska Barth, Henriette Gunkel, Felix Hasebrink
Das Leeren des Papierkorbs stellt heute vor allem eine symbolische Geste dar. Inszeniert wird ein restloses Verschwinden, das sich jedoch weder im Analogen noch im Digitalen vollständig einlöst. Werden Computerdateien gelöscht, bleiben sie als Rest auf dem Datenträger liegen, bis sie überschrieben werden, und lassen sich mit forensischen Mitteln wieder lesbar machen. Ebenso wenig verschwindet, was in analogen Abfallbehältern entsorgt wird. Das Weggeworfene wird lediglich aus dem Blickfeld verschoben, infrastrukturell abtransportiert, umgearbeitet, in neue Wertschöpfungskreisläufe eingespeist oder andernorts provisorisch angelagert. Die kulturelle Praxis des Wegwerfens erweist sich als Operation, die Dinge nicht zum Verschwinden bringt, sondern selbst Reste erzeugt.
Der Heftschwerpunkt lädt ein, diesen Phänomenen anhand konkreter Fallstudien nachzugehen und den Begriff des Rests medientheoretisch weiterzuentwickeln. Beiträge können sich dabei an drei thematischen Annäherungen orientieren: 1. Medien als Restproduzenten, 2. Reste als Medien & 3. Ästhetik des Rests.
Wir freuen uns über medientheoretisch engagierte Vorschläge aus interdisziplinären Forschungsbereichen. Wir bitten um die Einreichung aussagekräftiger Abstracts (ca.300 Wörter) inkl. einer kurzen biografischen Info bis zum 02.10.2026 an franziska.barth@kwi-nrw.de, henriette.gunkel@ruhr-uni-bochum.de und felix.hasebrink@ruhr-uni-bochum.de.
Einreichungen sind in deutscher oder englischer Sprache möglich.
Das Heft wird im Herbst 2027 erscheinen. Weitere Informationen zur Zeitschrift Navigationen. Zeitschrift für Medien- und Kulturwissenschaften unter https://www.universi.uni-siegen.de/katalog/zeitschriften/navigationen/?lang=de.
Vollständige Version (Deutsch)
CfP: Confessions of Bad Taste: Interdisciplinary Perspectives on Guilty Pleasures
Workshop from June 2–4, 2027 at the Institute for Advanced Study in the Humanities Essen (KWI)
Organizing team: Dr. Paul Buckermann (KWI), Dr. Morten Paul (RUB), Dr. Roxanne Phillips (KWI)
Performances of shamelessness and mechanisms of shaming define our contemporary world. Yet not so long ago, confessions of supposedly shameful activities were accompanied by a sense of glee. Enjoying rom-coms, reality TV, or fast food was framed as a „guilty pleasure“ – and reflexively dismissed as trivial and self-explanatory. However, closer inspection reveals guilty pleasures to be a complex and contradictory discursive phenomenon. The workshop “Confessions of Bad Taste” sets out to investigate guilty pleasures as a specific speech act. What is at stake in the public performance of guilty pleasures? Where, exactly, does the desire to confess one’s own guilty pleasures come from? And why do we take such delight in doing this?
Please find the full call here.
The workshop is organized as part of the research project „Towards a Genealogy of Guilty Pleasures: Performing Reflexive Consumption“ based at the Institute for Advanced Study in the Humanities Essen (KWI) and the Ruhr University Bochum (RUB). It is funded by the VolkswagenStiftung under the funding initiative „Open Up – New Research Spaces for the Humanities and Cultural Studies“. Travel and accommodation expenses will be covered.
Format: max. 20-minute presentation + 25-minute discussion
Language: English
Submission guidelines: Please send an abstract of no more than 250 words and a short biography to paul.buckermann@kwi-nrw.de by October 15, 2026.
CfP: Arrangements und Politiken des Komischen
Jahrestagung des DFG-Netzwerks Comic Literacies – Kulturtechniken des Komischen an der Ludwig-Maximilians-Universität München, 10.–12. März 2027
Organisator:innen: Sandra Fluhrer (Erfurt), Susanne Greilich (Regensburg), Martina Groß (Hildesheim), Kurt Hahn (Graz), David Roesner (München)
Es ist der, im weiten Sinn politische impact komischer Arrangements, zu dessen Erkundung die interdisziplinäre Tagung des Netzwerks alle (film-, kultur-, literatur-, medien-, musik- und theaterwissenschaftlich, aber auch linguistisch, soziologisch und ethnologisch) Interessierten herzlich einlädt. Potentielle Untersuchungsgegenstände und Fragestellungen für Vorträge könnten unter anderem folgende Aspekte aufnehmen:
- Welche ästhetischen Verfahren und medialen Rahmungen bedingen – auch über den engeren Entstehungskontext hinaus – wirkmächtige Komisierungsphänomene?
- Wie setzen sich in einzelnen Künsten/Gattungen/Formaten modellbildende Muster des Arrangierens, des Timing und der Taktung, der rhetorischen, akustischen und visuellen Regimes, der Erzählweise oder der Sympathielenkung etc. durch?
- Welcher comic literacies, d.h. welches ex- oder implizite Wissen und Können bedarf es, um das Komische effektvoll zu arrangieren und ebendiese Arrangements zu aktualisieren?
- Wie korrelieren Erwartungshaltungen und Rezeptionsgewohnheiten mit der Kreativität komischer Performanz?
- Inwiefern sind Arrangements des Komischen imstande, soziokulturell prägende Kategorien/Differenzaxiome wie race, class, gender, disability, sexuality oder age zu ridikülisieren, ad absurdum zu führen oder aber zu stabilisieren?
- Auf welche Weise entfalten komische Inszenierungsmuster in verschiedenen Kontextualisierungen politische Explosivität?
Wir freuen uns sehr auf Ihre Vortragsvorschläge in Form eines Abstracts (max. 500 Wörter) und knapper biographischer Informationen (max. 100 Wörter) bis zum 1. Oktober 2026 an: d.roesner@lrz.uni-muenchen.de
Vollständige Ausschreibung (PDF)
Weitere Informationen über das DFG-Netzwerk Comic Literacies – Kulturtechniken des Komischen