Hier finden Sie Ausschreibungen für Stellen, Forschungsstipendien und Preise sowie Aufrufe zur Einreichung von Konferenzbeiträgen.
Here you will find calls for positions, research grants and awards, and calls for conference papers.
CfP: Neue KWI-Blogreihe „Fäden. Kulturtechniken der Handarbeit“
Um Fäden spannen sich diverse Bedeutungsebenen auf: von medien- und texttheoretischen, gerade in der poststrukturalistischen Theorie (Text als ‚Gewebe aus Zitaten‘), erzähltheoretischen, die auf Fragen der Kohärenz zielen (‚roter Faden‘), nämlich die Linearität und Kausalität eines Plots (im Fiktionalen) oder einer Argumentationsstruktur (in Essayistik und Wissenschaft), hin zu rhetorischen und (gendertheoretisch reaktivierten) mythologischen (‚Ariadnefaden‘). Fäden werden vielfach metaphorisch genutzt: Fäden lassen sich lösen, bisweilen kommt es zu Verknotungen, Fäden kann man wieder aufnehmen und verlieren, man kann etwas einfädeln.
Jenseits dessen sind Fäden ein konkretes Element handwerklicher Praxis. Insbesondere für solche (Näh-, Spinn-, Strick- und Web-)Fäden interessiert sich die neue Blogreihe des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen. Dekorative Objekte wie Tapeten, Vorhänge und Wandteppiche, die aktuell auch im Fokus einiger Ausstellungen stehen, sind ebenso Ergebnis dieser Fäden wie Kleidungsstücke. Fäden sind verbunden mit (historischen) Praktiken von Akteur:innen wie der Schneiderin und dem Weber und mit Instrumentarien wie Stick- und Nähnadeln und dem Webstuhl. Referenzen auf Klöppeln, Nähen, Spinnen, Sticken, Stricken und Weben finden sich gleichsam in der Literatur wie in der Bildenden Kunst.
Erwünscht sind Beiträge gleichermaßen aus Literatur-, Kunst- und Medienwissenschaften wie aus Technik- und Kulturgeschichte, Kultursoziologie und Ideengeschichte. Die kurzen Blogtexte sollen eine Länge von nur 12.000 Zeichen (ca. 4 Seiten) haben (Chicago-Zitation in Endnoten) und erscheinen ab Mai/Juni 2026 mit je eigener DOI auf dem Blog des KWI.
Bitte schicken Sie Ihre Vorschläge (max. 1/2 Seite) mit kurzer biographischer Notiz bis zum 17.3. an Dr. Laura M. Reiling (laura.reiling@kwi-nrw.de).
Weitere Infos und die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.
CfA: KWI-Schreibwochenende für Promovierende vom 08.05.-10.05.2026
Intensive Arbeit am Text von Qualifikationsschriften ist in den Geistes- und Sozialwissenschaften unverzichtbar. Gerade Doktorand*innen, die nicht in strukturierten Programmen, wie zum Beispiel Graduiertenschulen oder Sonderforschungsbereichen, promovieren, vermissen oftmals den Austausch und können auch von den Folgen von Vereinzelung und Selbstisolation betroffen sein. Um diesen Herausforderungen zu begegnen und junge Forscher*innen in ihrer Arbeit zu unterstützen, veranstaltet das KWI ein Schreibwochenende mit einem spezifischen Angebot für Promovierende in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften.
Das Angebot richtet sich primär an Promovierende, die an einer der drei UA Ruhr-Universitäten als Doktorand*innen eingeschrieben oder Angehörige der UA Ruhr sind, aber auch an Promovierende anderer Universitäten. Die Teilnehmenden sollten sich bereits in der Schreibphase, d.h. in eigener Textarbeit, befinden, da wir in einer Tandemphase während des Wochenendes mit konkreten Textbeispielen aus den Dissertationen/Artikeln arbeiten werden.
Das KWI-Schreibwochenende versteht sich als fachlich spezifizierte Ergänzung zu bestehenden Formaten des Career Center der UDE und der Research Academy Ruhr. Sie stellt kein Motivationstraining oder Coaching dar, sondern dient vielmehr dazu, Herausforderungen des eigenen Schreibens auf einer greifbaren Ebene in fachspezifischer Runde zu behandeln. Das KWI-Schreibwochenende schult in Textkritik und dient überdies der Vernetzung unter Doktorand*innen. Das Wochenende (Freitagmorgen bis Sonntagnachmittag) findet im Gartensaal des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen statt (Goethestr. 31, 45128 Essen) und wird von Geisteswissenschaftlerinnen des Instituts organisiert.
Teilnahmevoraussetzungen: 1. aktive Phase des Schreibens an der Dissertation, 2. ein kurzer Text (fünf bis zehn Sätze) zum Projek mit Infos zur eigenen Person sowie ca. zehn Seiten eigener Text aus dem Dissertationsprojekt, der ausschließlich in die Tandemsession eingebracht werden soll, 3. die Bereitschaft, den Text einer Teilnehmer*in für die Tandemarbeit vorzubereiten.
Wir bitten um eine Anmeldung inklusive der oben genannten Infos/Dateien (ein PDF) bis zum 30.3.2026 via E-Mail an Emily Beyer (emily.beyer@kwi-nrw.de). Für das Programm stehen maximal zwölf Plätze zur Verfügung.
Leitung/Kontakt: Dr. Laura M. Reiling (laura.reiling@kwi-nrw.de) & Sarah Tober (sarah.tober@kwi-nrw.de)
Weitere Infos sowie die vollständige Ausschreibung finden Sie hier.
CfP: Who’s next? Kanonisierung in der Soziologie zwischen Editionen und digitaler Infrastruktur
Editionen, Gesammelte Schriften und Gesamtausgaben bilden einen zentralen Grundbestandteil der soziologischen Literatur und manifestieren maßgeblich Kanonbildungsprozesse des Faches. Sie strukturieren nicht nur das disziplinäre Gedächtnis, sondern fungieren zugleich als Theoriearsenal, aus dem sich vergangene wie gegenwärtige soziologische Debatten – nicht selten bis in den theoretischen Kern des Faches hinein – immer wieder speisen. Entsprechend konfliktträchtig ist die Frage, wer in den Editionskanon aufgenommen wird und wer außen vor bleibt. In den vergangenen Jahren hat sich vor diesem Hintergrund eine intensive Debatte darüber entfaltet, ob und in welcher Form es eines (neuen) Kanons für die Soziologie bedarf, in der insbesondere Forderungen nach einer stärkeren Berücksichtigung von Fachvertreterinnen, Perspektiven aus dem Globalen Süden und generell marginalisierten Stimmen artikuliert wurden.
Momentan gibt es noch wenige soziologische Onlineeditionen. Zu nennen wäre hier die digitale Edition der Max Weber-Gesamtausgabe (MWG) sowie als spezifische Formen das Niklas Luhmann-Archiv (Zettelkasten) und die Ferdinand Tönnies-Briefedition. Angesichts dieser Sachlage lohnt es sich über die engen Grenzen der Einzeldisziplin hinauszuschauen: Innovative Ansätze für Hybrideditionen (gedruckt und online) finden sich z. B. in der Kritischen Gesamtausgabe Hannah Arendts oder bei der Marx-Engels-Gesamtausgabe, der MEGA. Vor diesem Befund ergeben sich mehrere Fragen: Welche Zukunft haben Gesamtausgaben bzw. Editionen? Wie steht es um ihre Auffindbarkeit und Rezeption? Können sie durch leichteren Zugang zu Quellen einen Beitrag zu aktuellen Theorie- und Methodendebatten leisten? Wie kann man vermeiden, Marginalisierungen in der Wissenschaft durch Editionen zu reproduzieren? Warum sollte man auch andere Quellen (Feldnotizen, Briefe, Tage- und Notizbücher, Kalendarien, Zettelkästen, neue Medien, Film- und Tonmaterial o. Ä.) edieren, was ist ihr Mehrwert? Und wie ist der Weg zu gestalten: rein digital, hybrid oder doch ‚nur‘ in Buchform? Was können wir aus interdisziplinären Diskussionen lernen?
Event: Sitzung der Sektion „Soziologiegeschichte“ auf dem 43. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie „Zukünfte der Gesellschaft“ vom 28.09.-02.10.2026 an der Johannes Gutenberg-Universität März.
Wir bitten um die Einreichung von Abstracts (max. 1 Seite) inklusive einer kurzen biographischen Notiz an klauke@ferdinand-toennies-gesellschaft.de
Deadline: 31. März 2026
Weitere Informationen gibt es hier.
CfA: KWI International Fellowships, Deadline 28 February 2026
KWI offers the 13th cohort of international fellowships for the duration of 6 months from 1 October 2026 until 31 March 2027.
The KWI fellowship program is designed for excellent researchers from the humanities, cultural studies, and the social sciences. The institute provides fellows with modern infrastructure, office space, technical support and offers a library service, event and research management as well as administrative and communicative support. The programme is open to individual researchers only; applications from groups or teams will not be considered.
We invite applications from researchers who have completed their PhD and have up to six years of post-doctoral experience. Project proposals should demonstrate a clear alignment with KWI’s research agenda. The KWI International Fellowship Program is open to researchers from around the world. German nationals may only apply if they are currently employed at an international institute.
Fellows will have the opportunity to liaise with researchers in a rich and diversified academic landscape: The University Alliance Ruhr (UA Ruhr), KWI’s umbrella structure, strategically links the universities of Duisburg-Essen, Bochum, and Dortmund. Nearby, the universities of Duesseldorf, Cologne, Muenster and Bielefeld as well as the renowned Folkwang University of the Arts in Essen offer further possibilities for collaboration and exchange. The close proximity of Belgium and the Netherlands to North Rhine-Westphalia has engendered cross-border programmes and initiatives from which fellows might profit.
Selected fellows will receive a fellowship contract (not a full-employment contract) and a monthly allowance of 3.000 € (pre-tax). This allowance is intended to cover rent, insurances and living expenses. Partial reimbursement of travel expenses for arrival at and departure from KWI is also possible. Fellows are responsible for covering any additional travel expenses, such as those related to conferences, using their allowance.
Applications are due by 28 February 2026. Please submit your application to international.fellowship@uni-due.de as one PDF (max. 20 MB). The application must be formulated in English and must contain a CV, a list of publications, a PhD certificate, and a proposal sketching your KWI project.