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»Krumme Straße« ist der gemeinsame Podcast der Zeitschrift »Merkur« und des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI). Einmal im Monat sprechen wir mit Gästen aus Wissenschaft und Kultur, die Autorinnen und Autoren des Merkur oder Fellows des KWI sein können, aber nicht müssen. Manchmal interessiert uns ein Thema, manchmal die Person und ihr Schaffen, entsprechend unterschiedlich ist das Format des Gesprächs. Gastgeber sind in wechselnden Konstellationen Hanna Engelmeier für das KWI und Christian Demand und Ekkehard Knörer für den Merkur.

Die einzelnen Podcastfolgen können Sie unten stehend abhören sowie unter anderem auf iTunes / Apple Podcasts, Google Podcasts, Deezer und Spotify hören und abonnieren.

  • 7. Episode: Niklas Weber über Klasse, Geschlecht und »Rasse« auf der Eisenbahnreise des 19. Jahrhunderts …

    und damit über seine Doktorarbeit, mit der er den MERKUR-Preis 2025 gewonnen hat.

    Niklas Weber ist Historiker und Kulturwissenschaftler, prominenter Kritiker neurechter Tendenzen in der Geschichtswissenschaft und der aktuelle Träger des alljährlich verliehenen MERKUR-Preises für Dissertationen. Im Gespräch mit Ekkehard Knörer spricht er unter anderem darüber, wie sich Demokratisierung und neue Klassensysteme in den ersten Jahrzehnten der Eisenbahnreise zueinander verhalten, über moralische Paniken, tote Schaffner und die Bahn in den deutschen Kolonien.

    Shownotes

    • Wolfgang Schivelbusch: »Geschichte der Eisenbahnreise: Zur Industrialisierung von Raum und Zeit im 19. Jahrhundert.« Hanser, München/Wien 1977
  • 6. Episode: Sophie Duvernoy über die deutsch-jüdische Kulturgeschichte im Werk Gabriele Tergits und ihre Übersetzung von Tergits Familienroman Effingers

    Als Literaturwissenschaftlerin ist Sophie Duvernoy auf die Literatur und Philosophie der Weimarer Republik spezialisiert. Im vergangenen November erschien beim Imprint der New York Review of Books ihre Übersetzung von Gabriele Tergits Effingers (1951). In der Krummen Straße spricht Duvernoy über Tergits außergewöhnliche Biografie, die Herausforderung der Vermittlung von Tergits Werk in den USA und die Entwicklung eines literarischen Sounds der Weimarer Republik in englischer Sprache.

    Shownotes

    • Übersetzungen von Sophie Duvernoy:
    • Gabriele Tergit: Käsebier Takes Berlin, New York: New York Review of Books Classics, 2019.
    • Dies.: Effingers, New York: New York Review of Books Classics, 2025.
    • Juliane Sucker: „Sehnsucht nach dem Kurfürstendamm“. Gabriele Tergit – Literatur und Journalismus in der Weimarer Republik und im Exil. Königshausen & Neumann, Würzburg 2015.
    • Gabriele Tergit: Das Büchlein vom Bett. F.A. Herbig, Berlin Grunewald 1954.
    • Dies.: Kaiserkron’ und Päonien rot. Kleine Geschichte der Blumen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1958.
    • Dies.: Frauen und andere Ereignisse: Publizistik und Erzählungen von 1915 bis 1970. Hrsg. und mit einem Nachwort von Jens Brüning. Das Neue Berlin, Berlin 2001.
    • Dies.: Käsebier erobert den Kurfürstendamm. Hrsg. und mit einem Nachwort von Nicole Henneberg, Schöffling, Frankfurt am Main 2016.
    • Dies.: Effingers. Mit einem Nachwort von Nicole Henneberg, Schöffling, Frankfurt am Main 2019.
    • Dies.: Vom Frühling und von der Einsamkeit. Reportagen aus den Gerichten. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Nicole Henneberg. Schöffling, Frankfurt am Main 2020.
  • 5. Episode: Mounir Zahran über die verpassten Chancen in Syriens Geschichte, die gegenwärtige politische Lage … … und die Aussichten für die Zukunft des Landes

    Der Politikwissenschaftler Mounir Zahran ist als Sohn syrischer Eltern in Deutschland geboren. Von 2004 bis 2012 lebte er in Damaskus und Aleppo. Im Gespräch mit Ekkehard Knörer und Christian Demand berichtet er über seine Erfahrungen als Heranwachsender in Syrien, über seine Syrien-Reise kurz nach dem Sturz Bashar al-Assads sowie über das schwierige Mit- und Gegeneinander der verschiedenen Ethnien, politischen Fraktionen und religiösen Gemeinschaften nach jahrzehntelanger exzessiver Gewalt.

    Shownotes

  • 4. Episode: Julika Griem und Heinrich Geiselberger über Wissenschaftskommunikation und Publizieren

    Das Ringen um Zeitdiagnosen und Relevanz

    KWI-Direktorin und Anglistin Julika Griem forscht u.a. zu Wissenschaftskommunikation, der Lektor Heinrich Geiselberger ist Programmleiter der edition suhrkamp. Gemeinsam denken sie im Gespräch mit Gastgeberin Hanna Engelmeier darüber nach, wie die Vermittlung geisteswissenschaftlicher Forschung gelingen kann und welche Rolle dabei die Arbeit anspruchsvoller Publikumsverlage heute noch spielt.

    Shownotes

    • Nils Kumkar: Polarisierung. Berlin: edition suhrkamp, 2025.
    • Judith Butler: Wer hat Angst vor Gender? Aus dem Amerikanischen von Katrin Harlaß und Anne Emmert. Berlin: edition suhrkamp, 2025.
    • Douglas Rushkoff: Survival of the Richest. Warum wir vor den Tech-Milliardären noch nicht einmal auf dem Mars sicher sind. Aus dem Englischen von Stephan Gebauer. Berlin: edition suhrkamp, 2025.
    • Manon Garcia: Mit Männern leben. Überlegungen zum Pelicot-Prozess. Aus dem Französischen von Andrea Hemminger. Berlin: edition suhrkamp, 2025.
    • Kolja Möller: Volk und Elite. Eine Gesellschaftstheorie des Populismus. Berlin: Suhrkamp 2024.
    • Steffen Mau, Thomas Lux, Linus Westheuser: Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft. Berlin: Suhrkamp 2023.
    • Carolin Amlinger, Oliver Nachtwey: Zerstörungslust. Elemente des demokratischen Faschismus. Berlin: Suhrkamp 2025.
    • Ines Barner, Anja Schürmann, Kathrin Yacavone: Artistic Collaborations: The Practice and Aesthetics of Working Together. Journal of Literary Theory, Band 16, Heft 1, 2022.
    • Anton Jäger: Hyperpolitik. Extreme Politisierung ohne politische Folgen. Aus dem Englischen von Daniela Janser, Thomas Zimmermann und Heinrich Geiselberger. Berlin: edition suhrkamp, 2023.
  • 3. Episode: Anke Stelling und Katja Kullmann über das Verhältnis von Fiktion und Autofiktion zur eigenen Biografie

    Anke Stelling hat für den Merkur ein Jahr lang eine Schlusskolumne in Ich-Form verfasst. Katja Kullmann hat in einem Essay geschildert, wie ihr Plan für einen Roman in Litauen mit Land und Leuten kollidierte. Hanna Engelmeier und Ekkehard Knörer sprechen mit den beiden Autorinnen über diese Texte und ihre Bücher, im Zentrum immer die Frage nach dem Zusammenhang von Leben und Schreiben, das Verhältnis von Fiktion, Autofiktion und eigener Biografie.

    Shownotes

    • Anke Stelling: Schlusskolumne im Merkur, Januar bis Dezember 2025
    • Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen. Verbrecher Verlag 2018
    • Katja Kullmann: Netikrumas yra normalu – Litauisch für: Verunsicherung ist normal, Merkur, November 2025
    • Katja Kullmann: Die singuläre Frau. Hanser Berlin 2022
    • Gisela Elsner: Herr Leiselheimer und weitere Versuche, die Wirklichkeit zu bewältigen. Bertelsmann 1973
    • Verena Stefan: Häutungen. 1975. Neuauflage S. Fischer 2015
    • Emmanuel Carrère: Ein russischer Roman. Matthes & Seitz 2017
    • Chris Kraus: I Love Dick. Matthes & Seitz 2017
  • 2. Episode: Barbara Stollberg-Rilinger über Aktualität

    Die zweite Folge widmet sich dem Thema Aktualität, zu Gast ist Barbara Stollberg-Rilinger, Historikerin und Rektorin des Wissenschaftskollegs zu Berlin. Mit Hanna Engelmeier und Ekkehard Knörer spricht sie darüber, wie man die Fremdheit des Vergangenen respektieren und dennoch aus der Geschichte lernen kann. Und darüber, wie das Wissenschaftskolleg als international geprägte Institution Gratwanderungen im Umgang mit aktuellen politischen Streitfragen wie etwa dem Israel-Gaza-Konflikt besteht.

    Shownotes

    • Barbara Stollberg-Rilinger: Maria Theresia. Die Kaiserin in ihrer Zeit. Eine Biografie. C.H. Beck 2018
    • Helmut Müller-Sievers/Greg Laugero: Christian Meiers Athen in der Ära Trump. Merkur, Heft 915, August 2025
    • Christine Wunnicke: Wachs. Berenberg 2025
    • Daniel Kehlmann: Lichtspiel. Rowohlt 2023
  • 1. Episode: Andreas Reckwitz über das Erben in der Spätmoderne

    Erben heißt weitergeben – aber was genau? Der Soziologe Andreas Reckwitz spricht mit Hanna Engelmeier und Christian Demand über die zunehmende Relevanz und Heftigkeit gesellschaftlicher Auseinandersetzungen zum materiellen, kulturellen und ökologischen Erbe – und darüber, weshalb selbst die Identitätskämpfe der Gegenwart als Erbstreitigkeiten begriffen werden sollten.

    Shownotes

    • Andreas Reckwitz: Verlust. Ein Grundproblem der Moderne. Suhrkamp 2024
    • Andreas Reckwitz: Vom Erben. Merkur September 2025, Nr. 916
    • Thomas Piketty: Das Kapital im 21. Jahrhundert. C.H. Beck 2014.
    • Succession. 5 Staffeln 2018 bis 2023. HBO (in Deutschland bei Sky)