Wie fördern Kultur, künstlerische Institutionen und selbst Wissenschaft ästhetische Praktiken, welche werden erst durch sie hervorgebracht? Welche politischen, sozialen und ökologischen Fragestellungen werden dadurch privilegiert, welche fallen weg? Auf welche Weise wirken diese Fragen auf das Veralten von Denkstilen und literarischen Gattungen ein? Wie bedingen die Materialität und Medialität ästhetischer Phänomene das Nachdenken über diese Fragen?
Die Projekte im Bereich Ästhetische Praktiken bearbeiten diese und weitere Fragen anhand von Artefakten aus Literatur, Film oder Theater. Aber auch außerhalb der Künste im engeren Sinn begreifen wir die Auseinandersetzung mit der Ästhetik von Praktiken als konstitutiv für die Erforschung von gegenwärtigen und vergangenen Kulturen. Unser eigenes forschendes Handeln gehört selbstverständlich dazu. Dementsprechend setzen wir in diesem Bereich immer wieder selbstreflexive Akzente durch eine praxeologische Perspektive auf die literatur- und kulturwissenschaftliche Forschung.
Von besonderem Interesse sind für die Projekte in diesem Bereich die Affekte, die mit der Ausführung ästhetischer Praktiken einhergehen oder durch sie erst entstehen können. Das ist sowohl in der Erforschung des Komischen der Fall als auch in der Auseinandersetzung mit der reparativen, kompensatorischen oder teils auch therapeutischen Funktion von ästhetischen Praktiken und den Werken, die sie hervorbringen. In welcher Weise dabei auch ästhetische Urteile und mithin Kritik eine Rolle spielen, ist ein weiteres Feld, das die Aufmerksamkeit der Forschenden erfährt.
Das KWI und der Bereich Ästhetische Praktiken verstehen sich darüber hinaus nicht nur als Forum einer kulturwissenschaftlichen Forschung zur Gegenwartsliteratur, sondern auch als ein Ort des literarischen Lebens, an dem Literatur als Praxis erfahrbar wird. Seit 2018 finden immer wieder Lesungen und Buchvorstellungen im Haus statt, aber auch die Frühjahrstagung der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung im Jahr 2024 oder Veranstaltungen des Festival Literatürk.
Aktuelles
CfP: Special Issue on ‚Comic Literacies‘
In order to laugh about something you perceive, you must first possess knowledge. What spectators laughed about in a 17th-century staging of Amphitryon differs from what people find funny about Anakin and Padme-memes on social media today: Directly or indirectly, audiences access culturally specific knowledge, for example, of social practices, aesthetic conventions, current political debates […]
Thomas Meinecke liest aus „Odenwald“
Am 22.01.2026 war der Autor Thomas Meinecke zu Gast am KWI und las aus seinem jüngsten Roman Odenwald (Suhrkamp 2024). Anlass für die Einladung war der von Hanna Engelmeier organisierte Workshop „Gelehrsamkeit. Letzte Orientierungsversuche angesichts eines obsoleten Phänomens in den Geisteswissenschaften“, der u.a. Romane Meineckes als Beispiele für zeitgenössische Formen von Gelehrsamkeit diskutierte. Odenwald steht […]
Tagung und Keynote zur Materialität des Komischen
Wie die Materialität von Körper-, Medien- und Kulturtechniken dazu beiträgt, komische Ereignisse hervorzubringen, stand im Fokus der Tagung „Materiality Matters: Figurations of Comic Bodies and Things”, die vom 13. bis 15. November 2025 am KWI und via Zoom stattfand. Organisiert von Sarah Tober, Marilisa Reisert, Hendrik Quast, Roxanne Phillips, Karin Peters und Gregor Lilienfein untersuchten die […]
Erzählen mit Pflanzen: Book Talk mit Christina Becher und Solvejg Nitzke
Das „Erzählen mit Pflanzen“ war Thema des Book Talks mit Christina Becher (Goethe Universität Frankfurt) und Solvejg Nitzke (Ruhr Universität Bochum) am 26.6. 2025. Die Literaturwissenschaftlerinnen waren auf Einladung von Laura M. Reiling zu Gast im KWI, um ihre kürzlich erschienenen Bücher vorzustellen und zu diskutieren. In kurzen Vorträgen gaben sie Einblicke in Aufbau und […]
Theresa Heyd und Heide Volkening über den Konsum von Cringe
Am 6. Mai 2025 boten die Linguistin Theresa Heyd (Universität Heidelberg) und die Literaturwissenschaftlerin Heide Volkening (Universität Greifswald) im Rahmen des KWI-Jahresthemas „Guilty Pleasures“ Einblicke in ihr Forschungsprojekt „Cringe. Ästhetik und diskursive Praxis der Schamlust“. Unter dem Titel „Cringe konsumieren. Weiblicher Exzess und Geschmacksgemeinschaften“ gingen sie dem zwischen Lust und Scham oszillierenden Affekt namens Cringe […]
CfP: Materiality Matters. Figurations of Comic Bodies and Things
The annual conference of the network Comic Literacies – Kulturtechniken des Komischen (Cultural Techniques of Comedy) will be held on November 13-15, 2025, at the Institute for Advanced Study in the Humanities (KWI) Essen (Germany). On Thursday, November 13, 2025, Oliver Double (University of Kent) will speak at a keynote. Participants will also attend an artistic performance […]