Visual Literacy

Inzwischen ist die Rede von der visuellen Kultur so alltäglich, dass es an der Zeit ist, sie ernst zu nehmen. Wenn wir unsere Informationen durch Bilder erhalten, sollten wir lernen, sie zu „lesen“. Bildung – egal auf welcher Stufe – darf nicht ausschließlich textbasiert sein. Visual literacy gibt Antworten auf die Frage, wie Bilder agieren, wie sie argumentieren und reflektieren und – damit unmittelbar verknüpft: Welche rhetorischen Strategien werden von den Machern und Mittlern eingesetzt, die Bilder in Auftrag geben und publizieren?

Da der virtuelle Raum den öffentlichen Raum erweitert und verändert hat, sind auch die visuellen Aktionsradien größer geworden. Wenn religiöse Termini wie Glaube und Skepsis beim digitalen Bildgebrauch eine Rolle spielen, sollte man daran erinnern, dass wahr oder falsch nicht die einzige Rezeptionshaltung zum Bild sein kann und stattdessen die Frage stellen, welche materiellen und medialen „Ermöglichungsbedingungen“ von bildlichem Sinn es gibt und wie diese sich analysieren lassen.

Visuelle Geschichte und -theorie ist eine genuin interdisziplinäre Wissenschaft, die in Deutschland noch zu schwach institutionalisiert ist. Als Kunst ist das Bild längst Teil der Kunstgeschichte geworden, als Medium Teil der Medienwissenschaft, als Dokument Teil der Geschichtswissenschaft und als soziales Phänomen Teil der Soziologie. Und dennoch informieren sich diese Bereiche noch nicht ausreichend über ihre jeweiligen Angebote, und könnten noch überzeugender an gemeinsamen Fragestellungen, Methoden und Konzeptsprachen arbeiten.

Hier setzt eine Bildwissenschaft mit dem Fokus auf Visual Literacy Disziplinen übergreifend an. Das KWI bietet sich als interdisziplinäre und -universitäre Institution an, um diesen Diskurs zu organisieren und, als Scharnier zwischen den künstlerischen und musealen Institutionen, sowie den Universitäten der UAR, auch aktiv zu gestalten.

Ansprechpartnerin: Dr. Anja Schürmann

Aktuelles

Erinnerung, Erzählung, Erkundung: Kathrin Yacavone und Bernd Stiegler geben neues Heft der FOTOGESCHCHTE heraus

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Gerade ist das neue Heft der FOTOGESCHICHTE erschienen, einer Zeitschrift mit Beiträgen zur Geschichte und Ästhetik der Fotografie. Herausgegeben von Kathrin Yacavone, Thyssen@KWI Fellow,  und Bernd Stiegler, Universität Konstanz, widmet sich die Ausgabe dem Thema „Fotoalben im 20. und 21. Jahrhundert“. Zum Heft: Fotoalben bündeln Bilder zu Geschichten. Sie sind Fibeln und Speicher des vergesellschafteten […]

Tagung „Die Fotografie und ihre Institutionen“

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Am 23. und 24. Juni fand am Kulturwissenschaftlichen Institut die Tagung „Die Fotografie und ihre Institutionen: Netzwerke, Sammlungen, Archive, Museen“ statt. In neun Sektionen, einem Abendprogramm und einem Roundtable diskutierten Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis über Geschichte und zukünftige Perspektiven der Institutionalisierung der Fotografie, sowie über fotografische Sammlungslogiken und -prämissen einzelner Institutionen. Die Tagung bildete […]

Anja Schürmann zu Gast bei „Fotografie Neu Denken“

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Aus Anlass der Biennale „düsseldorf photo +“ wurde Anja Schürmann jüngst im Podcast „Fotografie Neu Denken“ zu ihrer Forschung und ihren Perspektiven auf die Fotografie interviewt. Mit Andy Scholz, dem Herausgeber des Podcasts, spricht sie über die Bedeutung der gegenwärtigen „visuellen Kultur“ und die besonderen Eigenschaften der Fotografie: „Fotografie ist nicht in Sprache auflösbar. Sie […]

Projekt „Wikipedia und Kunstgeschichte“ mit Anja Schürmann erhält Deubner-Preis

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Das Projekt „Wikipedia und Kunstgeschichte. Das living handbook für kunstwissenschaftliche Artikel in der Wikipedia“ erhält einen der Deubner-Projektpeise 2022, welche alle zwei Jahre vom Verband Deutscher Kunsthistoriker verliehen werden. Der Projektpreis (Dotation: zwei Preise à 2.000 Euro) wird für zwei modellhafte Projektideen zur zeitgemäßen Vermittlung kunstwissenschaftlicher Forschungsfragen und -ergebnisse vergeben und will die Wirksamkeit von […]

Weiterblättern! Neue Perspektiven der Fotobuchforschung – Neues Heft der FOTOGESCHICHTE

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Diese Woche erscheint Heft 159 der FOTOGESCHICHTE, eine international renommierte Fachzeitschrift, die sich mit den Themen Fotografie und Gesellschaft beschäftigt. Das Themenheft mit dem Titel „Weiterblättern! Neue Perspektiven der Fotobuchforschung“ widmet sich diesmal dem Fotobuch. Herausgegeben wird das Themenheft von Anja Schürmann, wissenschaftliche Mitarbeiterin am KWI, und Steffen Siegel, Professor für Theorie und Geschichte der Fotografie […]