Ein dickes Buch über eine kurze Epoche? Der Berliner Literaturwissenschaftler Steffen Martus versenkt sich in Erzählte Welt (Rowohlt Verlag 2025) in literarische Erzählungen, die tiefgreifende Umbrüche der Bundesrepublik Deutschland seit 1989 erfahrbar machen. Ihm gelingt eine virtuose Verbindung von Archivarbeit und Zeitdiagnose – niemals auf Kosten des Eigenlebens der Literatur.
Im Gespräch erforschen Steffen Martus, Friedrich Balke und Julika Griem gemeinsam, wie sich eine gegenwartsbezogene Literaturgeschichte heute schreiben lässt, wo ihre Grenzen zu ziehen sind und was ihre Lesbarkeit garantieren kann.