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28.03.

Fr

Geschichten: Die Produktion historischen Wissens

ZiF-Workshop, XLIX. Tagung des Arbeitskreises Geschichte + Theorie (AG+T)

Julika Griem, Jonas Schmidt u.a.

Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF), Universität Bielefeld, Methoden 1, 33615 Bielefeld

„Geschichte wird gemacht“, hieß es 1983 bei den Fehlfarben. Geschichte wird aber vor allem geschrieben und das keineswegs nur von Historiker:innen und keinesfalls nur in Büchern und Aufsätzen. Im Gegenteil, Geschichte wird von Akteur:innen aus unterschiedlichen Disziplinen und Feldern produziert und in einer Vielzahl von Formaten lebendig. Für die gesellschaftlich verbreiteten Geschichtsbilder sind Fernsehdokumentationen und Feuilletonartikel, Filme und Serien, Romane und Theaterstücke, Ausstellungen, Comics und Videospiele von zentraler Bedeutung. Wie die akademische Geschichtsschreibung prägen diese die kursierenden Bilder ‚der‘ Vergangenheit. Ähnlich wie Norbert Elias den Begriff des ‚Zeitens‘ für den Umgang mit Zeitlichkeit eingeführt hat, bezeichnen wir diese Produktion von Geschichte als ‚geschichten‘. Geschichten steht für das komplexe Zusammenspiel unterschiedlicher Praktiken, zu denen Eintauchen, Recherchieren, Skalieren, Arrangieren, Spekulieren, Adressieren und Kollaborieren zählen.Diesen Praktiken widmet sich dieser Workshop vom 27. bis 29.03.2025 am Zentrum für interdisziplinäre Forschung (ZiF) der Universität Bielefeld, der zugleich als Jubiläumstagung zum 30jährigen Bestehen des Arbeitskreises Geschichte + Theorie (AG+T) konzipiert ist. Im Zentrum des Interesses steht eine Praxeologie des Geschichtens, welche nicht nur akademische (geistes-, kultur- und sozialwissenschaftliche), sondern auch die Praktiken anderer Geschichtenden in den Blick nimmt. Wie produzieren verschiedene Experimentalsysteme ein „epistemisches Ding“ (Hans-Jörg Rheinberger) namens Geschichte? Welche Praktiken teilen die Geschichtswissenschaften mit anderen Disziplinen der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften sowie mit nicht akademisch verfassten Akteursgruppen, welche hingegen sind feld- und disziplinenspezifisch? Und inwiefern tragen solche Praktiken zu einer anderen Vorstellung von der Geschichte im Singular bei? Ziel der Konferenz ist es, konventionelle Annahmen der Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften aufzubrechen und über eine Analyse der Praktiken des Geschichtens zu einem umfassenderen Verständnis des „Machens“ von Geschichte zu gelangen.KWI-Promovend Jonas Schmidt spricht am 28.3.25 um 11.30 Uhr im Panel „Arrangieren“ unter der Moderation von Fernando Esposito.Um 16 Uhr desselben Tages beteiligt sich KWI-Direktorin Julika Griem am Panel „Adressieren“ unter der Moderation von Nina Verheyen.

Das Gesamtprogramm der Tagung können Sie hier einsehen. Weitere Informationen finden sich hier.