Die Geschichte der politischen Bildung in Deutschland, aktuelle Konflikte, Probleme und Perspektiven in diesem Feld waren Thema eines Gesprächs zwischen Jens-Christian Wagner, dem Leiter der Gedenkstätte Buchenwald, Tim Schanetzky (KWI) und Hanna Engelmeier (KWI) am 19.11.25. Das „Wechselspiel aus Wirkungshoffnung und Praxisenttäuschung“ wurde eindrücklich greifbar, als Jens-Christian Wagner von Anfeindungen und einer zunehmenden Abwehrhaltung jugendlicher Besuchergruppen berichtete und erläuterte, mit welchen Formaten man diesen Entwicklungen entgegentrete und parallel die Gedenkstätte für den Fall einer Regierungsübernahme durch die AfD in Thüringen stärke. Tim Schanetzky, dessen Studie „Politik der politischen Bildung“ über das „Ringen um die Demokratisierung der Deutschen seit 1945“ kürzlich erschienen ist, stellte den aktuellen Streit um die politische Bildung in eine historische Perspektive: Demonstrative Abgrenzung von der alliierten „Reeducation“ war dabei ebenso wichtig wie das Gerangel um parteipolitischen Einfluss. Angriffe auf ihre Legitimität operierten von Beginn an mit Propaganda-Vorwürfen.
