19.06.

Mi / 14:00

„Books are about other books“. Diskussionen zu Intertextualität und Semiotik in Eugenides’ „The Marriage Plot“

Workshop "Literaturtheorie in der Gegenwartsliteratur"

Laura Reiling, KWI

Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft, Universität Bielefeld

Jeffrey Eugenides’ 2011 in den USA erschienene und breit rezipierte campus novel „The Marriage Plot“ spielt am Literatur-Department der Brown University und handelt von drei Studierenden. Vermittelt über den sehr spezifischen universitären erzählten Raum selbst, konstituiert sich der Roman als theoretisch durchwobener bzw., mit Judith Ryan gesprochen, informierter Text. Explizit – und das mit dezidiert institutioneller Verortung, nämlich innerhalb eines Seminars mit dem Titel „Semiotics 211“ von Professor Zipperstein – führen Eugenides’ Figuren literaturwissenschaftliche Debatten und lesen entsprechende theoretische und literarische Texte. Im fiktiven Semiotik-Seminar werden reale, außerhalb der Diegese existente Texte rezipiert und wiederum für das Agieren der Figuren, sowohl das wissenschaftliche als auch das private, funktionalisiert, insofern sich nicht nur die Protagonistin Madeleine von ihrer Barthes-Lektüre maßgeblich beeinflussen lässt, sondern auch qua der zitierten literaturtheoretischen Texte autopoietisch der Status von Eugenides’ Roman selbst verhandelt wird, etwa im Hinblick auf die Frage autonomen und originellen Erzählens.